Integration durch Theaterpädagogik

Weiden. HOME OR LIFE – Das ist der Titel des Theaterprojekts für und mit Jugendlichen. Bereits seit November laufen die Vorbereitungen im Jugendzentrum. Die Jugendlichen treffen sich jeden Dienstag zum gemeinsamen Proben – mitten unter ihnen sind junge (unbegleitete) Flüchtlinge. Das Projekt soll den Flüchtlingen ein Sprachrohr geben und sie mit Jugendlichen aus der gesamten Region zusammenbringen, um gemeinsam Geschichten entstehen zu lassen.

Von Kristine Mann

Home or Life
Die Theatergruppe spielt hier gerade eine Bande Piraten. Die Verantwortlichen haben sie auch gleich ins Boot geholt – Improvisation macht Schauspielern doch am meisten Spaß.

Auch Projektleiterin Marlene Wagner-Müller, Theaterpädagogin/Regisseurin/Leitung PR am Landestheater Oberpfalz, kommt durch das Theaterprojekt, das sie zusammen mit dem Verein „Das magische Projekt“ erarbeitet hat, erstmals in direkten Kontakt mit Flüchtlingen. Junge Flüchtlinge bekommen hier ein Sprachrohr, durch das sie die Möglichkeit bekommen, von ihren Erlebnissen, ihrem Leben und ihrer Zukunft aber auch ihren Ängsten zu erzählen. Außerdem kommen sie mit anderen Jugendlichen zusammen. Zur gleichen Zeit wird also auch einheimischen Teenagern gezeigt, was es heißt, fremd zu sein, sich neu orientieren zu müssen und seine Wurzeln verloren zu haben.

Oft sprechen die Flüchtlinge die Sprache nicht. Aber beim Theater kommt es nicht darauf an: Auch ohne Sprache können kreative Geschichten entstehen. Jeder kann sich auf verschiedene Weise ausdrücken. Die Barrieren fallen dann von ganz alleine.

so Wagner-Müller. Das Selbstbewusstsein der Jugendlichen wird gestärkt, sie können sich ausprobieren und neue Leute kennen lernen. Das weiß auch Ghasem Ghafuri. Er ist bereits seit acht Monaten in Deutschland und hat inzwischen gut Deutsch gelernt. Er kann sich noch an seine erste Probe erinnern:

Es war sehr schön, endlich unter Leute zu kommen. Ständig nur zu Hause zu sitzen, wäre sehr langweilig geworden. Hier lerne ich neue Freunde kennen und habe viel Spaß“

Die Vorarbeit zum Projekt läuft bereits seit November, ab jetzt soll es richtig losgehen und eine Inszenierung für die Uraufführung am 21. Oktober geprobt werden. Aktuell besteht die Gruppe aus 12 jungen Mitgliedern.

Es gibt allerdings keinen Anmeldeschluss. Jeder der will, kann mitmachen und auch später noch dazukommen

erklärt Wagner-Müller. Julia Zimmermann, Sozialpädagogin im Jugendzentrum, hatte gemeinsam mit Wagner-Müller die Idee für das Theaterprojekt und freut sich darüber, dass Ewald Zenger, Leiter des Jugendzentrums, den Raum für Proben und die Uraufführung bietet. Der Titel des Stücks heißt „Home or Life“ und genauso wie verschiedene Interpretationen darüber möglich sind, wo und was ein Zuhause ist, soll auch das Stück selbst interpretiert werden können.

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