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Zweiter Brunnen teurer als Verbund, Kaltenbrunn prüft Anschluss

Kaltenbrunn. In der Bürgerversammlung drehte sich vieles um die Wasserversorgung: Das eigene Wasser liegt klar unter Grenzwerten, doch wegen gestiegener Kosten setzt die Gemeinde auf den Verbund mit Mantel-Weiherhammer.

Kaltenbrunn. In der Bürgerversammlung drehte sich vieles um die Wasserversorgung: Das eigene Wasser liegt klar unter Grenzwerten, doch wegen gestiegener Kosten setzt die Gemeinde auf den Verbund mit Mantel-Weiherhammer.
Der Bagger der Firma Hierold ist am Freitag angerückt zum ersten Teil des Abbruchs des alten Kindergartens. Damit Platz frei wird für die Außenanlagen der neuen Kita (rechts), die von der Firma Rolf Schmidt erstellt werden. Foto: Siggi Bock

Zweiter Brunnen teurer als Verbund, Kaltenbrunn prüft Anschluss

In der Bürgerversammlung am Donnerstag im gut besetzten Kurzsaal in Kaltenbrunn gab es auch Fragen zur Verkehrssicherheit. Nach dem Totengedenken, besonders an Minister Hubert Aiwanger, Altbürgermeister Georg Härning, VGM- und FC-Vorsitzenden Andreas Malzer, ging Bürgermeister Julian Kraus nach der Einwohnerstatistik auf das zentrale Thema Wasserversorgung ein.

Wasserversorgung bleibt dominierendes Thema

Die Grafenwöhrer Stadtwerke können den Vertrag zur Übernahme der technischen Betriebsführung leider noch nicht in vollem Umfang erfüllen, sagte Kraus. Er sei mit dem Leiter Frank Neubauer weiter in Kontakt. Erfreulich: Beim Trinkwasser aus dem eigenen Tiefbrunnen liege man mit Vanadium und Arsen weit unter dem Grenzwert. „Wir können uns diesbezüglich glücklich schätzen und sind auf der sicheren Seite. Dennoch müssen wir uns auf die Reise begeben“, betonte der Bürgermeister.

Wie bei der Wasser-Infoveranstaltung versprochen, brachte Kraus noch einmal die aktualisierten Kostenschätzungen für ein zweites Standbein in der Wasserversorgung auf den Tisch. Der Wunsch nach einem eigenen zweiten Brunnen liegt dabei 1,2 Millionen Euro über den Kosten für einen Verbund mit dem Zweckverband (ZV) Mantel-Weiherhammer. „Wir sind zur Wirtschaftlichkeit angehalten. Das sollte vermutlich auch im Interesse des Großteils der Kaltenbrunner sein“, betonte Kraus. Seit der Schätzung aus 2022 sind die Kosten immens gestiegen. Deshalb werden wir diese Variante weiterverfolgen. Für den Bau ist aber auch der Ringschluss von Mantel nach Weiherhammer notwendig. Dieses Thema und den zeitlichen Ablauf wird man nun mit dem ZV besprechen.

Wasserpreis, Abrechnungseinheit und Beiträge

Wolfgang Braun brachte als Anliegen vor: „Da eine Verbindungsleitung mit Weiherhammer geplant ist, wäre es meines Erachtens sinnvoll, eine Abrechnungseinheit wie beim Abwasser zu machen, damit im gesamten Gemeindegebiet ein gleicher Wasserpreis gilt.“ Kraus: „Das würde aber auch einen Beitritt zum WZV bedeuten. Somit würden die Kaltenbrunner aber auch bei Themen in Mantel und Weiherhammer mitbezahlen.“ Braun bekräftigte: Er möchte nur eine Abrechnungseinheit. Kraus: „Ich gehe nicht davon aus, dass nur eine Abrechnungseinheit umsetzbar ist, entweder ganz oder gar nicht – wir nehmen das Thema mit.“

Bardo Koppmann bat um Darstellung der finanziellen Belastung pro Wasseruhr. Er sieht eine Finanzierung über den Wasserpreis kritisch und geht deshalb von einem Verbesserungsbeitrag aus. Dazu der Bürgermeister: „Wir fordern eine Beispielrechnung an. Bitte nagelt mich aber nicht auf diesen Beitrag in Zukunft fest!“

Verkehrssicherheit: Tempo, Zebrastreifen und Bushaltestelle

Julia Crämer macht sich schon länger Sorgen aufgrund der schnell fahrenden Fahrzeuge in der Grafenwöhrer Straße und am Marktplatz. „Wenig Sinn macht generell ein Geschwindigkeitsmesser vor dem Abbiegen in der Kurve.“ Weshalb sie bereits den Sachgebietsleiter Verkehrswesen beim Landratsamt, Alois Lukas, um eine 30-km/h-Beschränkung gebeten habe. „Geschwindigkeit ist überall ein Problem, ich habe keine Lösung dafür“, konstatierte der Bürgermeister. Für einen Zebrastreifen müssten ihn pro Stunde mindestens 50 bis 100 Personen passieren. Aktuell sollen zwei Geschwindigkeitsmesser an den bekannten Stellen aufgehängt werden. „Wir haben Kontakt zum Staatlichen Bauamt aufgenommen, und auch mit der Polizei sind wir diesbezüglich in Kontakt.“

Winkler Bräu Amberg
Winkler Bräu Amberg

„Wie geht es weiter mit der provisorischen Bushaltestelle in Richtung Weiden?“, wollte Stefan Gradl wissen. „Der Einwand ist berechtigt. Wir nehmen das Anliegen mit und können uns gut vorstellen, die Bushaltestelle dort dauerhaft zu belassen“, sagte Kraus. Ob es schon eine Antwort auf ihre vor Kurzem gestellte Anfrage zur Verlängerung des Fußwegs bis zum Radweg an der B299 nach Hütten gibt, erkundigte sich Ulrike Fischer. „Wir haben das Thema mit dem Bauamt vorbesprochen, aber so schnell sind wir nicht. Unabhängig davon gehören uns die benötigten Grundstücke nicht“, erwiderte Kraus. „Wo laufen die Schadensmeldungen in der Heimat-App auf? Warum bekommt man keine Antwort?“, lautete eine weitere Frage von Fischer. „Die Meldungen kommen an die Poststelle. Ich frage mich noch, was mit dieser Anfrage war und gebe Rückmeldung“, so Kraus.

Weiter monierte Fischer seit Ende August ein Loch neben dem Sinkkasten des Regenwasserablaufs. Statt Behebung steht nur eine Warnbake. „Das Problem ist bekannt“, attestierten die anwesenden Bauhofmitarbeiter. Kraus erkundigt sich beim Bauhofleiter und gibt Rückmeldung.

Ganz im Sinne nicht nur der Anwohner in der inzwischen von deutschen Familien besiedelten US-Family-Housing war zudem Fischers Feststellung: „Die geschichtsträchtige, baufällige Oase-Bar zieht die älter werdenden Kinder in den Bann. Was ist hier angedacht?“ Dazu Bürgermeister Kraus: „Ich stehe seit Mai im regen Austausch mit Skowronek-Tochter Jasmin Merkl. Es gibt derzeit keine Lösung. Hauptproblem ist die Erbengemeinschaft. Die Verkehrssicherheit liegt beim Eigentümer.“ Der Bürgermeister setzte sich nach Versammlungsende unters Volk, um weitere Fragen zu beantworten.

Bauland schaffen

„Der Baupreis wird sich aus Grunderwerb und Abriss des alten Kindergartens, geteilt durch die Quadratmeterzahl des kompletten Gebäudes, ergeben. Wenn wir die Abbruchkosten umlegen würden, wäre der Quadratmeterpreis unbezahlbar“, bemerkte der Rathauschef zu den drei Baugrundstücken, die ab Herbst 2027 zur Verfügung stehen. Diese werden mit einem Bauzwang von fünf Jahren vergeben. Weitere Informationen folgen ab Januar 2027. Interessenten melden sich unter bauland@weiherhammer.de.

Investitionen 2026 in Kaltenbrunn

Investitionen in Kaltenbrunn 2026: Kindergarten 4,3 Millionen Euro, Dorferneuerung 160.000 Euro, Wasserrohrbrüche 60.000 Euro, Straßenlaternen 55.000 Euro, Gutachten 20.000 Euro. Das Oberhaupt informierte ferner über die an der B299 eingeebnete und begrünte Fläche sowie die Zugänglichkeit zum Lindenbach durch Räumung von Gewässern 3. Ordnung. Für ein gepflegtes Ortsbild bat Kraus, Gehsteige, Bordsteine und Wasserrinnen zu reinigen sowie Sträucher und Büsche zurückzuschneiden. Gleiches gelte für die Räum- und Streupflicht.

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