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Kreistagsfraktionen: Klinikreform lässt in Tirschenreuth viele Fragen offen

Tirschenreuth. Neue Perspektiven für Kemnath, erhebliche Risiken für Tirschenreuth: Die Kreistagsfraktionen von CSU und Zukunft TIR sehen die Zukunftsreform der Kliniken Nordoberpfalz kritisch. In einer gemeinsamen Pressemitteilung äußern sie vor allem Sorgen um die Notfallversorgung und die Zukunft des Krankenhauses Tirschenreuth.

Tirschenreuth. Neue Perspektiven für Kemnath, erhebliche Risiken für Tirschenreuth: Die Kreistagsfraktionen von CSU und Zukunft TIR sehen die Zukunftsreform der Kliniken Nordoberpfalz kritisch. In einer gemeinsamen Pressemitteilung äußern sie vor allem Sorgen um die Notfallversorgung und die Zukunft des Krankenhauses Tirschenreuth.
Tirschenreuth. Neue Perspektiven für Kemnath, erhebliche Risiken für Tirschenreuth: Die Kreistagsfraktionen von CSU und Zukunft TIR sehen die Zukunftsreform der Kliniken Nordoberpfalz kritisch. In einer gemeinsamen Pressemitteilung äußern sie vor allem Sorgen um die Notfallversorgung und die Zukunft des Krankenhauses Tirschenreuth.

Kreistagsfraktionen: Klinikreform lässt in Tirschenreuth viele Fragen offen

Die Kliniken Nordoberpfalz AG (KNO) stellt ihre Krankenhäuser erneut grundlegend um. Für die CSU-Kreistagsfraktion und die Fraktion Zukunft Landkreis Tirschenreuth (Zukunft TIR) zeigt dieser Kurswechsel vor allem eines: Der Druck auf kleinere Krankenhäuser hält unvermindert an.

Die Krankenhausreform und die Entwicklung im Gesundheitswesen führen zu mehr Spezialisierung, mehr ambulanten Behandlungen und steigenden Anforderungen an Personal und Ausstattung. Kleinere Krankenhäuser können deshalb immer weniger Leistungen gleichzeitig anbieten. Dieser Trend setzt sich auch im neuen Zukunftskonzept der Kliniken Nordoberpfalz AG fort.

Bereits das bisherige Restrukturierungskonzept war eine Antwort auf diese Entwicklung. Es hatte den Grundstein für den Erhalt aller Standorte gelegt. Nun muss der neue KNO-Vorstand um Ralph Junghans noch einmal auf die gesetzlichen Vorgaben und die Anforderungen der sogenannten Leistungsgruppen reagieren.

Gerade vor diesem Hintergrund lassen sich Versprechungen und Forderungen der letzten Monate nun nicht einhalten. Die Menschen bräuchten eine ehrliche und sachliche Kommunikation darüber, was möglich ist und was nicht. Denn auch unter Ärzten und bei der Initiative Klinik Retten (IKR) gibt es weiterhin erhebliche Zweifel an der Entwicklung der KNO. Diese Bedenken müssen ernst genommen werden.

Die beiden Fraktionen erkennen die Notwendigkeit weiterer Veränderungen an, um den Standort Kemnath erhalten zu können. Entscheidend ist aber, ob das neue Konzept medizinisch funktioniert, wirtschaftlich tragfähig ist und die Versorgung der Menschen sichert.

Kemnath erhält eine neue Perspektive

Das Krankenhaus Kemnath soll künftig auf Innere Medizin und Akutgeriatrie setzen. Damit erhält der Standort eine neue Perspektive. Gleichzeitig bedeutet der Wegfall der bisherigen Orthopädie und Endoprothetik einen schmerzlichen Einschnitt.

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Roman Schäffler, Bürgermeister von Kemnath und Mitglied des KNO-Aufsichtsrats, erklärt: „Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv für die Zukunft unseres Krankenhauses gearbeitet. Dass Kemnath nun eine neue stationäre, zukunftsfähige Perspektive erhält, ist ein wichtiger Schritt. Wir müssen aufgrund der Rahmenvorgaben von oben medizinische Versorgung neu denken. Klar ist: Nostalgie ist keine Strategie.“

Entscheidend sei nun, das neue Angebot dauerhaft zu sichern.

Tirschenreuth: Chancen, aber auch erhebliche Risiken

In Tirschenreuth soll ein orthopädisches Fachkrankenhaus entstehen. Die modernen Operationssäle bieten dafür gute Voraussetzungen. Doch allein mit der vorhandenen Ausstattung ist der Erfolg nicht gesichert.

Die CSU-Kreistagsfraktion sieht noch medizinischen Klärungsbedarf: Entscheidend sind die gesamte Versorgungskette, die Diagnostik, die postoperative Überwachung und die Behandlung möglicher Komplikationen. Hier müssen Fragen zur personellen Besetzung, zur Anästhesie und zur intensivmedizinischen Absicherung beantwortet werden.

Hinzu kommt die Frage, ob die Operateure den Wechsel nach Tirschenreuth mittragen. Gerade bei geplanten orthopädischen Eingriffen spielt das Vertrauen der Patienten in ihren Arzt eine große Rolle.

Nur wenn Ärzte und Patienten das neue Angebot annehmen, können die notwendigen Fallzahlen erreicht werden. Davon hängt auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Standorts ab.

Notfallversorgung: Zentrale Sorgen bleiben

Für viele Menschen in und um Tirschenreuth war die Notfallversorgung stets die wichtigste Frage. Ihr Wunsch war, dass das Krankenhaus wieder rund um die Uhr ein verlässlicher Anlaufpunkt ist und vom Rettungsdienst wie früher regulär angefahren werden kann.

Das neue Konzept erfüllt diese Erwartung nicht. Eine vollwertige Notaufnahme ist weiterhin nicht vorgesehen. Statt des bisher geplanten internistischen Schwerpunkts soll künftig die Orthopädie im Mittelpunkt stehen. Das verändert die medizinischen Möglichkeiten, führt aber nicht automatisch zu einer breiteren Notfallversorgung. Dabei ist zu beachten, dass die Mehrheit der kleineren medizinischen Notfälle eher eine internistische Behandlung benötigt als eine chirurgische.

Auch für die reguläre Anfahrbarkeit durch den Rettungsdienst ist bislang keine entscheidende Verbesserung gegenüber dem bisherigen Konzept vorgesehen.

Paulus Mehler von der CSU in Tirschenreuth betont: „Die Sorge um schnelle Hilfe im Notfall beschäftigt viele Menschen bis heute. Das neue Konzept muss sich deshalb auch daran messen lassen, ob die Versorgung für die Bevölkerung tatsächlich besser wird.“

Die beiden Fraktionen wollen deshalb weiter genau verfolgen, welche Notfälle künftig in Tirschenreuth behandelt werden können und welche Wege der Rettungsdienst nehmen muss.

Die Menschen im Mittelpunkt behalten

Neben den medizinischen und wirtschaftlichen Fragen dürfen die Folgen für die Menschen nicht vergessen werden.

Matthias Grundler, stellvertretender Landrat, Bürgermeister von Falkenberg und Mitglied der Fraktion Zukunft TIR, erklärt: „Leistungsgruppen und Wirtschaftlichkeit sind das eine. Entscheidend ist, was die Veränderungen für die Menschen bedeuten. Für die Mitarbeiter, die erneut große Umstellungen mittragen müssen. Und für Patienten und Angehörige, für die sich Wege und die Erreichbarkeit medizinischer Versorgung verändern.“

Das gilt besonders für ältere Patienten. Mit der geplanten Verlagerung der Akutgeriatrie von Tirschenreuth nach Kemnath verändern sich auch die Wege für ihre Angehörigen.

Gesundheitsversorgung über Landkreisgrenzen hinweg denken

Viele Patienten aus dem Landkreis Tirschenreuth werden bereits heute in Marktredwitz oder Bayreuth behandelt. Das gilt auch für die Notfallversorgung.

Margit Bayer von der CSU-Kreistagsfraktion fordert deshalb eine engere Abstimmung: „Die Gesundheitsversorgung endet nicht an Landkreisgrenzen. Marktredwitz und Bayreuth spielen für unsere Bevölkerung eine wichtige Rolle. Deshalb müssen wir die medizinischen Angebote und die Wege der Patienten gemeinsam betrachten.“

Dabei geht es nicht nur um eine gute medizinische Versorgung, sondern auch um die sinnvolle Nutzung vorhandener Kapazitäten und die wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser.

Weitere Herausforderungen für die gesamte KNO

Die Neuordnung in Kemnath und Tirschenreuth löst nicht alle Probleme des Klinikverbunds. Besonders in Weiden stehen weitere wichtige Entscheidungen und Investitionen an.

CSU-Fraktionssprecher Bernd Sommer erklärt: „Mit dem neuen Konzept sind längst nicht alle Herausforderungen gelöst. Gerade in Weiden stehen wichtige Entscheidungen an. Wir müssen die Entwicklung aller Standorte im Blick behalten.“

Auch die Finanzierung und die langfristige Stabilität des gesamten Klinikverbunds bleiben wichtige Aufgaben.

Politische Gremien früher einbinden

Kritisch sehen die beiden Fraktionen den Ablauf der Entscheidung. Das neue Konzept wurde den Kreisräten an einem Montag vorgestellt und bereits am folgenden Tag öffentlich bekannt gegeben. Eine Beratung im Kreistag dazu wurde nicht vorgesehen.

Hans Fick, Fraktionssprecher von Zukunft TIR, sagt: „Am Montag wurde uns das Konzept vorgestellt, am Dienstag war es bereits öffentlich. Für eine echte Beratung blieb keine Zeit. Bei solchen Entscheidungen erwarten wir eine frühere Einbindung der politischen Gremien.“

Gerade nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre braucht es Offenheit und nachvollziehbare Entscheidungen. Nur so kann Vertrauen entstehen.

Entscheidend ist, was bei den Menschen ankommt

CSU-Kreistagsfraktion und Zukunft TIR erkennen an, dass sich die Krankenhäuser verändern müssen. Das neue Konzept passt sich den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen an, bringt aber auch Risiken mit sich.

Die beiden Fraktionen wollen die weitere Entwicklung konstruktiv und kritisch begleiten. Offene Fragen müssen beantwortet und die Auswirkungen auf die Bevölkerung genau betrachtet werden. Denn am Ende zählt nicht allein, ob ein Krankenhausstandort erhalten bleibt. Entscheidend ist, welche medizinische Versorgung die Menschen dort tatsächlich erhalten – und wie gut sie erreichbar ist. Vor diesem Hintergrund sehen es die beiden Kreistagsfraktionen kritisch, dass die Radiologie am Standort Tirschenreuth weiter beschnitten und die Computertomographie (CT) abgezogen wird.

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