Weidener Hochzeitswochen
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Die Bevölkerung profitiert – ausgebildete Sanitäter bei den Feuerwehren Störnstein und Neustadt

Störnstein/Neustadt/WN. Am Wochenende legten insgesamt 19 Feuerwehrkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Störnstein und Neustadt ihre Prüfung der Sanitätsdienstgrundausbildung ab.

Die Bevölkerung profitiert – ausgebildete Sanitäter bei den Feuerwehren Störnstein und Neustadt

Am Wochenende legten 19 Feuerwehrkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Störnstein und Neustadt, darunter Jürgen Schindler (links) und Tanja Schwamberger ihre Prüfung der Sanitätsdienstgrundausbildung ab. Im praktischen Teil versorgten sie das Opfer Johannes Windschiegl (Mitte). Foto: Corinna Hagn
Foto: Corinna Hagn
Foto: Corinna Hagn

Das therapiefreie Intervall, also der Zeitraum zwischen Notfall und Eintreffen qualifizierter medizinischer Hilfe kann durch die Absolventen verkürzt werden. Eine stark blutende Wunde, eine Motorsäge und ein aufgeregtes Opfer erwarteten Tanja Schwamberger und Jürgen Schindler von der Freiwilligen Feuerwehr Störnstein bei ihrer praktischen Prüfung im Rahmen der Sanitätsdienstgrundausbildung an der Kulturscheune in Störnstein.

Nach der theoretischen Prüfung sowie der Abnahme der Herz-Lungen-Wiederbelebung am Freitag, mussten die insgesamt 19 Prüflinge der Feuerwehren Störnstein und Neustadt/WN bei der Abschlussprüfung am Samstag anhand praktischer Fallbeispiele ihr Können beweisen. Wie im Ernstfall wurden Tanja Schwamberger und Jürgen Schindler zum Einsatz alarmiert. Unter den Augen von Notarzt und Kreisfeuerwehrarzt Rüdiger Hettler sowie Prüferin Celina Reichl, Rettungssanitäterin in Ausbildung zur Notfallsanitäterin des BRK Kreisverbands (KV) Weiden-Neustadt, versorgten die Beiden schnell die nach einem Motorsägenunfall stark blutende Wunde am Unterarm von Johannes Windschiegl.

Sowohl Schwamberger als auch Schindler handelten schnell, überprüften Blutdruck und Puls sowie den Zuckerwert, wirkten immer wieder beruhigend auf das Opfer ein und erklärten ihre Handlungsschritte bis zum Eintreffen des Notarztes, dem sie den Fall fachmännisch übergaben.

Weit mehr als ein Erste-Hilfe-Kurs

„Diese Ausbildung ist keine Pflichtaufgabe der Feuerwehr, wir haben das in Störnstein erstmalig durchgeführt“, erklärte Florian Schwamberger, Notfallsanitäter bei der DRF Luftrettung und selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr Störnstein, „eine solche Ausbildung ist deutlich umfangreicher als ein Erste-Hilfe-Kurs, detaillierter was Krankheitsbilder angeht, spezifischer im Umgang mit medizinischem Equipment und auch der rechtliche Hintergrund wird vermittelt“. Neben dem Motorsägenunfall wurden am Samstag weitere Szenarien durchgespielt, wie beispielsweise eine Verbrennung, eine Kopfplatzwunde nach einem Sturz oder ein Schlaganfall.

Geschminkt wurden die insgesamt vier Mimen, die die Opfer darstellten, von Eva Bühler, Datenschutzkoordinatorin beim BRK KV Weiden-Neustadt, die die Notfalldarstellung für derartige Ausbildungen ehrenamtlich durchführt. „Wir wollen, dass die Prüflinge den Notfall so realitätsnah wie möglich erleben“, so Bühler, „wir können selbst Amputationen oder einen offenen Bauch darstellen, zum Schminken der stark blutenden Wunde haben wir etwa 20 Minuten gebraucht“.

Viel Zeit investiert

Foto: Corinna Hagn

Insgesamt 48 Unterrichtseinheiten haben die Prüflinge unter der Leitung von Noah Lugert innerhalb von gut zwei Monaten abgeleistet. Mehrere tausend Euro habe die Gemeinde in diese Ausbildung investiert. „Das Geld ist mehr als sinnvoll angelegt“, betonte Florian Schwamberger. Künftig seien alle zwei Monate Übungsabende sowie einmal jährlich eine Reanimationsauffrischung geplant.

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Die Idee zur Ausbildung sei bei einer gemeinsamen Fahrt mit dem Rettungswagen entstanden, so Marius Schmid, Rettungssanitäter und Erster Kommandant der Feuerwehr Störnstein. „Uns geht es in erster Linie darum, das therapiefreie Intervall, also die Zeit zwischen Notfall und Eintreffen qualifizierter medizinischer Hilfe zu verkürzen“, erklärte er, „wenn die hochfrequentierten Rettungsdienste aus der Region gerade unterwegs sind, könnten wir schnell vor Ort sein“.

Hauptaufgabe der Feuerwehr sei dies nicht und „wir wollen dem BRK und anderen Institutionen keine Konkurrenz machen, lediglich die Lücken schließen und im Ernstfall Zeit sparen“, betonte Schmid.

Ein klares Plus für alle

Die Bevölkerung könne von dieser adäquaten Hilfe profitieren. Weitere Ziele habe sich die Störnsteiner Wehr bereits gesetzt. „Wir wollen uns einen Defibrillator anschaffen, ein Gerät, das zur Wiederbelebung eingesetzt werden kann“, so Schmid, „damit können wir im Ernstfall sehr schnell helfen, weil wir über Fachpersonal verfügen und binnen weniger Minuten vor Ort sein können“. Rund 3000 Euro kostet der Defibrillator, für die Anschaffung sind die Ehrenamtlichen auf Spenden angewiesen.