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Trassenstreit um 110-kV-Leitung in Schirmitz und Weiden

Schirmitz. Der geplante Ersatzneubau der 110-kV-Leitung zwischen Schirmitz und Weiden sorgt für Unmut. Gemeinde und Stadt verlangen in einem gemeinsamen Positionspapier eine transparente Prüfung und lehnen die Bestandstrasse ab.

Trassenstreit um 110-kV-Leitung in Schirmitz und Weiden

Um eine solche Leitung geht es in Schirmitz und Weiden. Foto: pixabay

Der Ersatzneubau einer 110-kV-Leitung sorgt für Aufregung in Schirmitz. Mit einem gemeinsamen Positionspapier fordern die Gemeinde Schirmitz und die Stadt Weiden eine transparente, ausgewogene und zukunftsorientierte Prüfung der Trasse durch die Bayernwerk Netz GmbH.

Transparenz bei Leitungsneubau gefordert

Der geplante Ersatzneubau der 110-kV-Leitung zwischen den Umspannwerken Schirmitz und Weiden sorgt hauptsächlich in Schirmitz für Unmut, aber auch in Weiden. Aus Sicht von Bürgermeister Ernst Lenk besticht hier die Bayernwerk Netz GmbH nicht gerade durch Transparenz. Das hat er in der Gemeinderatssitzung am Montag, 27. Juli, deutlich gemacht.

Laut Lenk hatten Vertreter des Bayernwerks ihn am 24. März informiert, dass der Ersatzneubau auf der bestehenden Leitungsstrecke als Vorzugstrasse angesehen werde. Dabei hätten sie als Alternativen eine Erdverkabelung im Westen und eine Freileitung im Osten angesprochen.

Sorge um stärkere Felder und höhere Masten

„Bei gleichbleibender Spannungsebene soll sich die Übertragungsleistung erhöhen“, informierte der Bürgermeister und befürchtete wegen der Erhöhung des elektromagnetischen Feldes eine Mehrbelastung für die in der Nähe der Leitung lebenden Menschen. Außerdem würden die Masten rund sechs bis acht Meter höher und die neuen Leitungen dicker, die in größeren Abständen zueinander verlegt würden.

„Das Schutzgut Mensch muss oberste Priorität haben“, hob Lenk hervor. „Das heißt, die Leitung muss aus dem Ort heraus.“ Schließlich betreffe die Frage der Trassenführung nicht nur die aktuelle Bestandssituation, sondern auch die zukünftige Entwicklung eines gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraums.

Positionspapier bevorzugt Trasse außerhalb des Orts

Lenk ist deshalb selbst vorangegangen und hat ein gemeinsames Positionspapier der Stadt Weiden und der Gemeinde Schirmitz entwickelt. Im Hinblick auf das Bekenntnis zur Bedeutung einer sicheren, leistungsfähigen und zukunftsfähigen Energieversorgung wenden sich beide Kommunen gegen einen Ersatzneubau auf der historischen Bestandstrasse. „Sie führt in mehreren Bereichen unmittelbar an der Wohnbebauung vorbei, weist teilweise nur sehr geringe Abstände zu Wohngebäuden auf und hat durch die geplante technische Aufwertung für weitere Jahrzehnte erhebliche Auswirkungen“, zitierte er aus dem Papier. Deshalb habe der Gemeinderat bereits beschlossen, einen Neubau außerhalb des bestehenden Siedlungsbereichs gegenüber der Fortschreibung der Bestandstrasse zu bevorzugen.

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„Eine historische Trasse darf nicht allein deshalb bevorzugt werden, weil sie bereits besteht“, fordert der Schirmitzer Rathauschef. „Vielmehr muss geprüft werden, ob sie unter heutigen Rahmenbedingungen weiterhin die ausgewogenste Lösung darstellt.“ Dabei sieht er kritisch, „dass die bisherigen Entscheidungsgrundlagen nicht vollständig nachvollziehbar sind“.

Transparenz bei Kosten und Entscheidungsgrundlagen gefordert

Das gilt seinen Worten zufolge auch für die Kosten. Schließlich hätten diese bei der Darstellung gegenüber der Gemeinde am 24. März bei rund 13 Millionen Euro (Bestandstrasse), 32 Millionen Euro (Erdverkabelung) und 18 Millionen Euro (neue Freileitung) gelegen. Bei der Präsentation für die Öffentlichkeit hätten diese dann etwa 19, 42 und 26,5 Millionen Euro betragen. Lenks Appell: „Wir fordern eine transparente Darstellung.“

Schließlich sei es wichtig, dass Infrastruktur-Entscheidungen als fair und ausgewogen wahrgenommen würden. „Die Befürchtung, dass die Kosten entscheiden und der Mensch das Nachsehen hat, war omnipräsent“, blickte Lenk auf die Veranstaltung des Bayernwerks zurück. „Die Anwohner sehen sich in den bereits laufenden Probebohrungen bestätigt, dass die Entscheidung für die Bestandstrasse gefallen ist und alle gegenteiligen Äußerungen nur Makulatur sind“, befürchtete er.

Politische Unterstützung für zukunftsfähige Lösung

Hoffnung setzt die Gemeinde nun auf die politischen Vertreter. So erhalten das Positionspapier die CSU-Abgeordneten Albert Rupprecht und Dr. Stephan Oetzinger sowie Regierungspräsident Walter Jonas. „Gerade jetzt besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Lösungen ernsthaft zu prüfen und eine spätere Verfestigung einer aus Sicht der Kommunen nicht zukunftsfähigen Trassenführung zu vermeiden“, zitierte Lenk aus dem Werk. „Die Chance besteht jetzt, eine zukunftsfähige Lösung zu entwickeln, die Versorgungssicherheit, Energiewende und kommunale Entwicklung miteinander verbindet.“

Laut Zweitem Bürgermeister Josef Robl ist das Positionspapier „der richtige Weg, noch einen Fuß in die Tür zu bringen, bevor das Planfeststellungsverfahren läuft“. Sein Dank galt Lenk, „der die Interessen der Bürgerinnen und Bürger verfolgt“.

Auch Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler hat in der Weidener Stadtratssitzung am Montag zum Thema informiert.

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