30 Jahre Maria-Seltmann-Haus: Ein Jubiläum - und viele schöne Anekdoten

30 Jahre Maria-Seltmann-Haus: Ein Jubiläum - und viele schöne Anekdoten
Leiterin Susanne Meichner und ihre Nachfolgerin Tina Abel-Pschierer resümieren am Montagvormittag im kurzweiligen Dialog die letzten 30 Jahre. Die beiden Frauen werden das Haus die nächsten drei Jahre gemeinsam leiten, dann verabschiedet sich Susanne Meichner in den Ruhestand. Unglaublich eigentlich. „Sie sind keinen Tag gealtert“, stellt OB Jens Meyer fest. Er schließt daraus: „Der beste Beweis, dass das Maria-Seltmann-Haus jung hält.“
Maria Seltmann kam im Sportwagen – mit weit über 90
Auch der Oberbürgermeister erinnert sich noch lebhaft an die Namensgeberin: Unternehmerin Maria Seltmann, die 2005 im Alter von fast 103 Jahren verstorben ist. „Eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit, vital und voller Leben.“ Maria Seltmann hatte ursprünglich den finanziellen Grundstock für ein Seniorenheim legen wollen. Dann überzeugte man sie von der Idee eines Treffpunkts für ältere Menschen.
Sie kam auch selbst. Im Sportwagen. Natürlich selbst am Steuer, mit fast 100. Leiterin Susanne Meichner sieht sie noch vor sich im Café sitzen: „in Turnschuhen und total leger.“ Legendär ist ihre Parodie auf die Lorelei, vorgetragen von der Unternehmerin bei einer Faschingsveranstaltung. „Der Saal hat getobt vor Begeisterung.“
Viele Fahrten – und immer wieder verlorene Schafe
Es gibt Geschichten über Geschichten, die für die Lebendigkeit des Maria-Seltmann-Hauses stehen. Das Programmheft ist von einst 28 auf über 120 Seiten angewachsen. Im ersten Jahr hatte das Zentrum 25 Teilnehmer pro Tag. Jetzt sind es fast 90 Männer und Frauen, die täglich ein- und ausgehen. Sie schätzen die Gemeinschaft. „Wir hören wirklich oft von unseren Senioren, dass das Maria-Seltmann-Haus für sie ein Fixpunkt ist, der ihr Leben bereichert.“
Fester Bestandteil sind die Fahrten. Und mit den Fahrten gibt es immer wieder verlorene Schafe. Zur Erheiterung der Besucher erzählt Sabine Birner, wie sie in Franzensbad einen Senior verlor – und ihn als Tramper an der Kreuzung in Cheb (Eger) wieder aufgriff. Auch Rainer Christoph hat die tschechische Polizei schon auf Trab gehalten: Er vermisste nach einer Prag-Tour gleich drei Teilnehmer. Es stellte sich heraus, dass sie die tschechische Hauptstadt so schön fanden, dass sie eine Nacht im Hotel anhängten.
Der Fahrlehrer: Neues Angebot inklusive Happyend
Das Leben schreibt die schönsten Geschichten: Susanne Meichner hatte sich 50 Lebensjahre lang dem Auto fahren verweigert. Sie traute sich nicht hinters Steuer. Bis ein Fahrlehrer zu ihr ins Büro kam und Seminare für ältere Autofahrer anbot. Susanne Meichner fasste sich ein Herz und fragte, ob es Sinn mache, mit über 50 noch den Führerschein zu machen. Um es kurz zu machen: Sie hat jetzt den Führerschein – und ist seit anderthalb Jahren mit Fahrlehrer Josef Greiner verheiratet.
Selbst Günter Jauch kennt das Maria-Seltmann-Haus. Eine Kunstfahrt führte ins neu eröffnete Lenbachhaus in München. Die Eingangshalle war total überlaufen, hunderte Menschen, die Gruppe aus Weiden mitten im Gedränge. „Und auf einmal schreit unsere Frau Linsmeier: Da ist der Günter Jauch. Da hol ich mir ein Autogramm.“ Der Showmaster stand mit seiner Tochter um Tickets an. Mitreisende Linsmeier ließ sich von Susanne Meichner nicht aufhalten und ließ Jauch auf ihrer Eintrittskarte unterschreiben. Er fragte, wo sie denn herkomme: „Aus Weiden mit dem Maria-Seltmann-Haus.“ Womöglich werde das einmal die Millionenfrage, scherzte die Leiterin: „Welche Stadt hat das beste Angebot für Senioren?“
Die typische Verwechslung: „Ah, Sie wollen in das neue Altenheim?“
Susanne Meichner dankt in ihrer heiteren Rückschau langjährigen Kursleitern, die das Haus mit Leben erfüllen. Namentlich erwähnt sie Regina Musil, Mitstreiterin der ersten Stunde, sowie Angelika Meindl, langjährige Weggefährtin von der Volkshochschule. Conny Gurdan hat eine richtige Volksmusikszene verankert: Sie gründete die Volksmusikgruppe (die den Brunch begleitete), zudem Hack- und Klangbrettgruppen. Alfons Heidingsfelder hat sich als Seniorenbeauftragter sehr engagiert. Peter Klein bringt sich als Spezialist für Handykurse ein.
Geschenke gibt es für Kursleiter, die mehr als 20 Jahre aktiv sind: Daniela Thoma (Gehirnjogging, Trommelkurse, Lachyoga), Rosemarie Hys (Kreistanz), Autorin Helga Wiesbeck (Schreibgruppe), Eve Witte (asiatische Bewegungskunst), Kunstschaffende Maria Weber und Erna Häupl (Reise-Vorträge). Eine letzte Anekdote betrifft Energiebündel Annette Huber, die über ihre Mutter als Fitness-Coach ins Haus kam. Die Mutter, zugezogen aus München, hatte sich damals ein Taxi zum Maria-Seltmann-Haus genommen. Der Fahrer meinte: „Ah, Sie wollen in das neue Altenheim?“
Diese Verwechslung hält sich hartnäckig. „Man sollte es nicht glauben, aber das passiert heute noch“, sagt Susanne Meichner. „Ich sage dann immer: Bei uns kann man alles – nur nicht schlafen.“
Jubiläumsprogramm – 30 Jahre Maria-Seltmann-Haus
Montag, 12. Januar, 30 Jahre Maria-Seltmann-Haus:
- 10.30 Uhr: Erzählcafé mit Stadtarchivar Dr. Sebastian Schott „Schulhaus – Badeanstalt – Seiorentreff: Die bewegte Geschichte des Maria-Seltmann-Hauses“
- 14 Uhr: Bayerischer Nachmittag mit Musik und Sketchen, Zoigl und Leberkas.
Dienstag, 13. Januar, Körperliche Fitness und Gesundheit:
- 8.45 bis 15 Uhr: Schnupperstunden von Gymnastik, Tanz, Fitness, dazu Gesundheitsstände
- 10 bis 17 Uhr offene Kegelbahn
- 14 Uhr Vortrag „Knospenmedizin“ mit Sabine Zeidler
- 15 Uhr Vortrag „Longevity – Kann man das Leben tatsächlich verlängern?“ mit Dr. Markus Wittmann (Chefarzt BKH Wöllershof)
Mittwoch, 14 Januar, Geistige Fitness und lebenslanges Lernen:
- 9 bis 15 Uhr Schnupperstunden Handy, Computer, Autofahren, Englisch, Gehirnjogging, Französisch
- 13 bis 15 Uhr Demenztest und Demenzparcours
- 15 Uhr Vortrag „Gesundes Altern – Demenz — Chance für Gesunde“ mit Neurologin Dr. Sophie Gebel
Donnerstag, 15. Januar, Kreativität, Handwerk und Musik:
- 9 bis 15 Uhr Schnupperstunden
- 10 bis 12 Uhr Schafkopfrunde für Anfänger und Fortgeschrittene
- 10 bis 12 Uhr Repair-Café
- 10.30 Uhr Lesung Autobiografisches Schreiben
- 14.30 Uhr Konzert der Generationen mit der Franz-Grothe-Schule
Freitag, 15. Januar, Rat und Tat für Senioren:
- ab 9 Uhr Schnupperstunde
- 10.30 Uhr Vortrag Patientenverfügung etc.
- 13 Uhr Vortrag „Vorsicht Betrug!“ mit Kriminalkommissarin Gloria Görner-Degasperi
- 14.30 Uhr Vortrag „Der Weg zum Schwerbehindertenausweis“ mit Alexander Grundler
Samstag, 17. Januar, „Auf die nächsten 30 Jahre“:
- 14.30 Uhr Musikantenstammtisch












