Aus der Apotheke Gottes
Aus der Apotheke Gottes
Grafenwöhr. Die Kräuterweihe anlässlich Mariä Himmelfahrt ist ein uralter katholischer Brauch, dessen Ursprünge auf das 9. Jahrhundert zurückgehen. Die gesegneten Büschen sollen Haus und Hof mitsamt seiner Bewohner vor Bösem schützen.
Von Stefan Neidl
Der Missionskreis Grafenwöhr um Anita Heßler und Co-Organisatorin Maria Zitzmann hat im Jugendheim mit seinen vielen freiwilligen Helfern, darunter Pfarrer Vivien Somda aus Burkina Faso, auch dieses Jahr wieder 185 Kräuterbuschen aus Weizen, Hafer, Gerste, Beifuß, Thymian, Dalien, Lavendel, Heidekraut, Sonnenblumen und Schafgarbe gebunden. Beim Verkauf zu den Mariä Himmelfahrt Gottesdiensten in Grafenwöhr, Gmünd und der Siedlergemeinschaft St. Wolfgang erwirtschaftete der Missionskreis damit insgesamt 528 Euro. Ruhestandsgeistlicher Wolfgang Traßl empfahl die Heilkräuter, als nebenwirkungsfreie Alternative zu den vielen synthetischen Produkten, als “Gabe aus der Apotheke Gottes”.
Gottvertrauen trotz aller Konflikte
Am Gottesdienst der Siedlergemeinschaft St. Wolfgang am alten Kircherl hatten sich 170 Gläubige eingefunden, die der Andacht von Traßl und Somda lauschten. Sie erzählten eine Geschichte von zwei Frauen, Maria und Elisabeth, die beide zur selben Zeit schwanger wurden. Während die eine auffällig jung war, war die andere bereits im fortgeschrittenen Alter. Marias Situation war auch sozial angespannt: unverheiratet, aber einem Mann versprochen – was damals als schweres Vergehen gewertet wurde.
Doch die beiden Frauen vertrauten auf Gott und unterstützten sich gegenseitig. Eine ungewöhnliche Verbindung – die Verlobte eines Handwerkers, ein unbedeutendes Mädchen aus einem Dorf in Galiläa und die Frau eines Priesters vereint durch ihren Glauben. Elisabeth nahm Maria die Angst indem sie ihr versicherte: “Wer sich auf Gott verlässt, ist nicht verlassen.” Weil Gott Maria wählte, um seinen Sohn zu gebären, zeigte er, dass er nur auf das Herz blickt. Ganz unabhängig vom gesellschaftlichen Status. Gott trägt sie und hält sie fest – bis hin zur dunkelsten Stunde unter dem Kreuz. Doch selbst dort sollte ihr Vertrauen mit der Auferstehung belohnt werden. Die Lehre auch für die heutige Zeit: Trotz aller Konflikte soll der Mensch auf Gott vertrauen.
Der Jugendchor Sin Falta der Pfarrgemeinde Grafenwöhr sorgte unter der Leitung von Ute Groß für die musikalische Untermalung.




