Bockboanig [ˈbɔkbaɪ̯nɪç]: Was uns wichtig ist
Bockboanig [ˈbɔkbaɪ̯nɪç]: Was uns wichtig ist
Ich bin allein, verzweifelt, verbittert und ein Spielball derer „da oben“, ich lebe in einem Land, wo Armut und Ungerechtigkeit herrschen, Hunger, Verzicht und in dem es keinerlei Hoffnung gibt. Ich bin Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Timmy ist tot und wir sind Drittletzter beim ESC, wie soll ich da weiterleben?
In diesem Land ist Würde lediglich ein Konjunktiv, Optimismus nur der Mangel an Information und Liebe der ungesunde Mangel an Hass. An allen Ecken und Enden wird herumgequakt, gejammert und lamentiert.
Social Media befindet sich schon längst in brauner Hand. Was da angeboten wird, lässt sich halt spielend leicht ohne Einsatz des Kopfes verarbeiten, es reicht das Zusammenspiel aus Darm und Prostata. Und das Ergebnis ist eben geistiges Ejakulat und jede Menge Scheiße. Dann dazu noch der Klassiker „Man darf ja nichts mehr sagen.“
Ja, das wäre schön, wenn viele einfach mal den Kopf zumachen würden.
Schäumen gegen alles, was ein bisserl anders ist
Trans, queer, schwul und hetero, irgendwas ist immer, und die breite Masse geifert mit gegen alles, was ihnen aktuell nicht in den Kram passt. Und dann schauen wir ja immer gerne jeden unter die Bettdecke, allen voran die katholische Kirche: Was interessiert es, ob sich da zwei Männer und zwei Frauen segnen lassen – unser Herr Jesus wäre da gleich fertig, der würde fragen: „Liebt ihr Euch? Wollt ihr füreinander Verantwortung übernehmen?! Bei zweimal Ja wäre die Antwort klar: „Dann habt ihr von ganzem Herzen meinen Segen“. Aber das darf er ja nicht, weil Kardinal Müller und seine Bros das verbieten.
Apropos „C-Parteien“ – es ist der größte Etikettenschwindel seit vielen Jahrzehnten, und trotzdem muss ich sie mal in Schutz nehmen – denn was da abseits eines normalen, kernigen politischen Diskurses Dreck über sie geschüttet wird, ist ja kaum mehr zu aushalten. Wie soll man es bitte als Politiker, egal welcher demokratischen Partei angehörig, diesem Volk rechtmachen? Die Quadratur des Kreises.
Fragen wir mal den Blechdepp
Frage: Was ist das Erfolgsgeheimnis der glücklichen Skandinavier?
Antwort: Das Erfolgsgeheimnis der Skandinavier beruht nicht auf reinem Zufall, sondern auf einem starken Sozialsystem, hohem gesellschaftlichen Vertrauen und einer ausgeglichenen Lebensphilosophie. Es ist das Zusammenspiel aus kollektiver Sicherheit und persönlichen Werten, das die nordischen Länder regelmäßig an die Spitze des Weltglücksberichts katapultiert.
Das ist doch wirklich komisch, das ist doch bei uns im Grunde genauso! Oder etwa nicht?
Im Klo brennt Licht
Es lebe die Kraft des differenzierten Denkens, oder eben gerade nicht. Banalitäten und Klostürensprüche werden zu den entscheidenden Slogans. Immer nur Schwarz oder Weiß, das Leben aber ist bunt. Und schon schäumen sie wieder, bei diesem kleinen, harmlosen wort „bunt“. Außerdem sind Windräder hässlich und der Habeck auch.
Weiterhin gehört sich selbstverständlich das Grundgesetz nach Meinung eines Großteils der Bevölkerung geändert. Würde man nachfragen (was Gott verhindern möge!), bekäme man wohl Antworten wie diese(l):
- Gleichberechtigung ja und nein, je nachdem, wo man sich gerade befindet (Fußballplatz oder in der Innenstadt beim Anblick eines Kopftuchs)
- Freie Fahrt für freie Bürger
- Vorteile nur für die wo deutsch sein tun.
Die Lösung: Einfach mal die Fünf gerade sein lassen…
Ganz klar, nicht nur die jungen Leute, wir alle benötigen echte Vorbilder. Die gibt es, wenn wir die Augen, die Herzen und vor allem das Hirn offenhalten. Gelegentlich mal den Schaum vom Mund wischen, ein gutes Buch lesen, den Stock aus dem Gesäß entfernen und sich wieder etwas mehr dem Nächsten zuwenden.
So einfach könnte Menschsein sein – sogar in der Bundesrepublik Deutschland.




