Die Naab brannte – Feuerschein statt Feuerwerk
Die Naab brannte – Feuerschein statt Feuerwerk
Feuerstellen statt Feuerwerk in Neustadt/WN
Die Hitze drückte am Nachmittag auf die Freizeitanlage Gramau, doch am Abend sorgten die Flammen an der Waldnaab für spektakuläre Bilder. Beim traditionsreichen Fest „Die Naab brennt“ feierten die Neustädter ausgelassen, allerdings ohne das sonst übliche große Feuerwerk. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Brandgefahr verzichtete der Neustädter Faschingszug e. V. auf die Pyrotechnik.
Familienprogramm und Abkühlung für Kinder
Bereits am Nachmittag füllte sich das Festgelände. Zeitgleich mit dem Kinderfest startete der Faschingsverein sein Programm und setzte dabei auch auf die jüngsten Besucher. Die Jugendgruppe schminkte Kindern bunte Schmetterlinge, Tiger und andere Fantasiefiguren ins Gesicht. An der Waffelstation brutzelte der Teig im heißen Eisen goldbraun. Schokoguss und Puderzucker machten die süßen Stücke schnell zum Renner. Auch der Candy-Truck lockte mit Zuckerwatte, Lollis, Süßigkeiten und langen Fruchtgummis.
Für Abkühlung sorgte ein feiner Sprühnebel. Ein Knopfdruck genügte, und schon tanzten die Kinder durch die winzigen Wassertröpfchen.
Einsatz des Vereins und Verpflegung
Während die Kinder das Gelände eroberten, kümmerten sich die Erwachsenen um Essen und Getränke. Der neue Vorsitzende Tobias Frischholz organisierte mit seinem Team die Brotzeitstände. Rund 50 Mitglieder teilten sich die Arbeit in zwei Schichten. Frischholz brachte dabei reichlich Erfahrung mit: Früher hatte er als Hofmarschall und sogar als Prinz Verantwortung im Verein übernommen. „Wir haben mit unseren Mitgliedern richtig angepackt, und alles griff gut ineinander“, sagte Frischholz.
Am Grill wurde es für die Helfer trotz der hohen Temperaturen noch heißer. Steaks, Bratwürste und Pommes wanderten über die Theke. Erstmals ergänzten Burger, Cheeseburger und Grillkäse das Angebot. Damit fand jeder etwas für den großen und kleinen Hunger. Selbst die Arbeiter an der nahe gelegenen Bahnlinie schauten vorbei. Die Bauarbeiten und das Einschottern sorgten zwar zeitweise für Lärm, doch die Arbeiter legten ihre Mittagspause kurzerhand auf den frühen Nachmittag und stärkten sich auf dem Festplatz. Das freute den Vorsitzenden besonders.
Flammen an der Waldnaab: Gänsehautmoment
Flammen spiegelten sich im Wasser. Mit der einsetzenden Dämmerung verlagerte sich das Geschehen immer stärker an die Waldnaab. Die Gäste rückten an das Ufer, besetzten die kleine Brücke und suchten sich die besten Plätze. Musik von „DJ M. Freshwood“ begleitete den Abend und stimmte auf den Höhepunkt ein.
„Die Naab brennt!“
Julian Kuttner, Mitglied des Vereins, stapfte barfuß durch das Wasser zur kleinen Landzunge. Dort hatte er die Feuerstellen vorbereitet. Mit einem Gasflammenwerfer entzündete er die in Blechfässern geschichteten Holzscheite. Augenblicke später schlugen die Flammen hoch und spiegelten sich auf der dunklen Wasseroberfläche. Auf der Brücke flackerten Fackeln und tauchten das Geschehen in rotes und gelbes Licht.
„Das ist einfach ein Gänsehautmoment“, sagte eine Besucherin und hielt den Feuerschein mit ihrem Handy fest. Doch die Organisatoren mussten wegen der außergewöhnlichen Trockenheit besonders vorsichtig agieren. Rund um die Feuerstellen hielten sie Wasser bereit und beobachteten das trockene Gras aufmerksam. Das Feuerwerk blieb deshalb sicher verpackt. „Sicherheit geht vor“, betonte Frischholz. „Wir wollten kein Risiko eingehen, auch wenn es uns allen leidtut.“
DJ ersetzte die Raketen
Statt Raketen und Böllern bestimmten anschließend die Beats von „DJ WhiteKK“ den Abend. Mallorca-Hits, Klassiker aus den 70er-Jahren, elektronische Musik, Deutschrap und aktuelle Chart-Hits brachten die Besucher zum Tanzen. An der Bar standen unter anderem der fruchtige Lillet Wild Berry und der frische, hellrote Ramazzotti Rosato-Spritz bereit.
So fehlte zwar der gewohnte Himmel voller Raketen, nicht aber die Stimmung. Bis Mitternacht wurde an der Waldnaab gelacht, getanzt und gefeiert. Die große Hitze des Tages war längst gewichen, während sich die Flammen der Feuerschalen noch einmal im Wasser spiegelten.
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