Freiwillige Feuerwehr feiert in Neudorf 140-jähriges Jubiläum
Freiwillige Feuerwehr feiert in Neudorf 140-jähriges Jubiläum
„Aller guten Dinge sind drei.“ Der Spruch bewahrheitet sich immer wieder, auch bei der Feuerwehr Neudorf. Schließlich organisieren mit Vorsitzendem Andreas Götz, Kommandant Alexander Pilfusek und Markus Zetzl drei Festleiter das 140-jährige Gründungsjubiläum. Es steht unter der Schirmherrschaft von Landrat Andreas Meier. Ehrenschirmherren sind Bürgermeister Wolfgang Bock und Kreisbrandrat Marco Saller.
Drei Festleiter führen durch die Jubiläumsplanung
„Wir haben uns bewusst entschieden, diese Aufgabe gemeinsam anzugehen, weil wir überzeugt waren, dass wir uns gegenseitig ergänzen – mit unterschiedlichen Perspektiven, Fähigkeiten und Stärken“, beschreiben sie die lange Vorbereitungszeit. Dabei können sie auf die intensive Mitarbeit des gesamten Festausschusses zählen.
Eingebunden sind auch die Festdamen mit Festbraut Magdalena Woppmann und die Festburschen. Das gilt auch für die Festkinder. Dazu kommen die Feuerwehren Spielberg und Altenhammer als Patenverein und Ehrenpatenverein.
Programm am Freitag: Totengedenken, Bieranstich und Musik
Die Feierlichkeiten starten am Freitag, 29. Mai, um 18 Uhr mit dem Totengedenken am Kriegerdenkmal. Um 19 Uhr erfolgt der Festauftakt mit Bieranstich. Dazu spielen die „Hulzstoussboum“. Die Band „Grögötz Weißbir“ sorgt dann beim „Tag der Betriebe“ ab 20 Uhr im Festzelt für Unterhaltung und Partystimmung.
Der Samstag, 30. Mai, steht beim „Tag der Jugend“ ganz im Zeichen des Feuerwehr-Nachwuchses. Um 9 Uhr beginnt der Kreisjugend-Cup, gespickt mit vielen Aktionen. Um 20 Uhr übernimmt die Partyrockband „Himmelfahrtskommando“ das Zepter. Sowohl am Freitag als auch am Samstag ist bis 21 Uhr der Eintritt frei. Danach werden fünf Euro fällig.
Höhepunkte am Sonntag: Gottesdienst und Festzug
Am Sonntag, 31. Mai, geht’s um 6 Uhr mit dem Weckruf los. Um 8.30 Uhr ist die Aufstellung zum Kirchenzug, der um 8.45 Uhr losgeht. Um 9 Uhr beginnt im Zelt der Festgottesdienst mit Pfarrer John Subash Vincent. Danach ist der Frühschoppen. Um 13.30 Uhr ist die Aufstellung zum Festzug, der um 14 Uhr startet. Mit der „Eslarner Showband“ geht es schließlich bei der „After-Zug-Party“ bis zum Ende.
Der 14. Januar 1886 ist bei der Feuerwehr Neudorf als Gründungsdatum festgeschrieben. Zum Teil verheerende Brände waren auch im Grenzland der Auslöser, Feuerwehren ins Leben zu rufen.
Gründung und frühe Jahre der Feuerwehr Neudorf
Den Grundstein legten: Vorstand Lorenz Schriml, Schriftführer Kuttenberger, Kassier Anton Beer, Kommandant Josef Schweimer, Adjutant August Striegl, Zugführer Steiger Wolf Schönberger, Zugführer Spritzen Josef Schriml, Zugführer Rettung Franz Müller, Zeugwart Wolf Lindner und Spritzenmeister Josef Grünbauer.
Kaum vorstellbar sind heute die damals geltenden Regeln. So steht in der im Protokollbuch vermerkten ersten Niederschrift am 15. Januar 1899 neben dem hohen Monatsbeitrag von fünf Mark – ein Arbeiter hatte damals nur eine Mark am Tag verdient – etwa, dass jemand den doppelten Betrag zu zahlen hatte, wenn er sich von Übungen befreien lassen wollte. 1904 war die aktive Dienstzeit auf das 50. Lebensjahr beschränkt.
Kriegsjahre und Wiederaufbau
Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 hatte auch in Neudorf Spuren hinterlassen. So war am 7. März 1915 die letzte Generalversammlung bis zum 16. Februar 1919. Keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt es von 1935 bis zum 25. August 1949 mit der Wiederherstellung der früheren Vereinstradition.
Als erstes Großereignis nach dem Zweiten Weltkrieg gilt das 70-jährige Gründungsjubiläum 1956 mit Weihe der Vereinsfahne. „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern“, erzählt Anna Piehler. Die Neudorferin, eine geborene Kraus, war damals Fahnenbegleiterin. Fahnenbraut war die in Etzenricht lebende Anna Spieß, geborene Götz. Auch sie freut sich schon auf die Festtage.
Festbräute im Fokus des Jubiläums
Beim Jubiläum kommt es dabei zu einem einmaligen Treffen: Schließlich sind neben der aktuellen Festbraut Magdalena Woppmann die Festbräute Liane Fleischmann, geborene Woppmann (1986), und Silke Säckl, geborene Reber (2011), mit dabei.
Meilensteine in der Geschichte der Jubelwehr sind unter anderem die Übergabe des Feuerwehrhauses im Jahr 1960, der Kauf eines Löschfahrzeugs TS 8/8 sieben Jahre darauf, das LF 8 (1979), die Gründung der Jugendfeuerwehr (1981), der Bau des jetzigen Feuerwehrhauses (Einweihung 1988), die Segnung des neuen TSF (1989), die Einführung der Dorffeste, das 125-jährige Gründungsfest (2011), die Gründung der Kinderfeuerwehr (2018) oder die Segnung des neuen LF 10 vor drei Jahren.
Ausbildung und Kameradschaft als Erfolgsrezept
Im aktiven Bereich sticht das Jahr 1967 mit der Aufteilung in aktive und passive Mitglieder hervor. Nach einem zwischenzeitlichen Tief ging es wieder aufwärts. „1968 haben zwei Gruppen die ersten Leistungsprüfungen absolviert“, blickt Josef Striegl zurück. Mit fast 90 Jahren ist er das älteste Mitglied. „Die Alten haben uns damals ganz schön gedrillt“, weiß der Senior, der 1956 bereits dabei war, noch ganz genau.
Aus- und Fortbildung werden in Neudorf nach wie vor großgeschrieben. Das geht schon bei der Kinderfeuerwehr los und wird über die Jugendfeuerwehr intensiv fortgesetzt. Das Ergebnis ist eine starke Truppe mit 34 Aktiven (darunter neun Frauen), die wie der gesamte Verein auch durch eine vorzügliche Kameradschaft besticht.
Freiwillige Feuerwehr Neudorf
Gründung am 14. Januar 1986
Gründungsvorstand Lorenz Schriml
Vorsitzende 2026: Andreas Götz und Kerstin Zetzl
Schriftführer Achim Helgert
Kassier Alexander Hartinger
Kommandanten Alexander Pilfusek und Jürgen Schiller
Gerätewart Johannes Janker
Jugendwart Maximilian Zetzl
Kinderbetreuerinnen Maria Frischholz und Judith Götz
Beisitzer Günther Kraus jun., Tama Weig, Felix Woppmann und Markus Woppmann
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