Gailertsreuther Mühle schreibt Geschichte - neuer Mühlenladen wird eingeweiht
Gailertsreuther Mühle schreibt Geschichte - neuer Mühlenladen wird eingeweiht
Wenn ein Handwerker die Zeichen der Zeit erkennt und danach handelt, ist das in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Im Gemeindegebiet des Marktes Floß vollzog sich in den vergangenen Jahrzehnten eine andere Entwicklung. Waren es in der Nachkriegszeit 1945 von der Weikersmühle über die Neumühle und Haberstumpfmühle bis zur Blendersmühle sowie der Gailertsreuther Mühle insgesamt fünf Mühlenbetriebe, die ihre Existenz sicher in der Hand hatten, so besteht heute nur noch die Gailertsreuther Mühle, in der das ehrenwerte Handwerk eines Müllers ausgeübt wird.
Ihr Ursprung geht bis in das Jahr 1612 zurück. Früher lag ihr Besitz am Schwarzenbach auf der sogenannten Öd. Nach einem Brand wurde sie in Gailertsreuth aufgebaut. Der frühere Besitzer hieß Hutzler und die Mühle bezeichnete sich „Hutzlmühle“.
Vom Traditionsbetrieb zur Biomühle
Die Gailertsreuther Mühle hatte zu Meierhöfers Zeiten zusätzlich einen landwirtschaftlichen Betrieb von rund zehn Hektar. Für den heutigen Besitzer der Mühle Gerald Meierhöfer (58) ist sein Beruf ein täglicher Ansporn und eine Leidenschaft. Das stellt er auch deutlich unter Beweis. Gerald Meierhöfer schaute sich um, sammelte Erfahrungen in verschiedenen Mühlen Bayerns, und diese Zeit hat den stets nach vorne blickenden, fortschrittlichen Handwerker geprägt.
Als er den elterlichen Hof und den Mühlenbetrieb übernahm, war es für ihn ein besonderes Anliegen, moderne Möglichkeiten zu nutzen und hochwertige Naturprodukte zu erzeugen. Die Spezialisierung auf Dinkel- und Emmer-Erzeugnisse und die Anschaffung einer Entspelzanlage haben sich als erfolgreiche Investitionen herausgestellt. Die Umstellung der Mühle auf „Bio und Demeter“ erfolgte 1993. Das alles ermutigte den Müllermeister 2005 zum Neubau eines Mühlenbetriebes auf eigenem Grund und Boden.
Aktuelle Produktion, Onlineshop und neuer Mühlenladen
Die Gailertsreuther Mühle mahlt derzeit als sogenannte „Kleinstmühle“ und kann mit über 1.000 Tonnen Mehl pro Jahr und Bio-Status von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Heute hat die Mühle drei Standbeine: Lohnvermahlung, gewerbliche Abnehmer aus der Region, den Kleinverkauf sowie einen immer erfolgreicheren Onlineshop. Ein starker Rückhalt ist der seit Jahren anhaltende Kundenkreis. Zudem unterstützen eine Handvoll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Familienunternehmen, das Gerald Meierhöfer mit Leib und Seele erfüllt.
In der Mühlengeschichte wird das Jahr 2026 einen weiteren Markstein darstellen. Das ist die Erweiterung durch den Neubau eines Mühlenladens, der direkt am Mühlenwerk angebaut ist. Neben dem bisherigen breiten Bio-Sortiment an Mehlen, Spezialmehlen, Müsli, Nudeln, Saaten und Backzutaten wurde das Sortiment um ein vielfältiges Angebot an Gewürzen, Tee und Naturkost erweitert. Der neue Einkaufsladen wurde mit Unterstützung der Kleinprojekte-Förderung der Öko-Modellregion mitfinanziert. Die feierliche Einweihung findet am 18. September ab 10 Uhr durch die beiden Ortspfarrer Max Früchtl und Wilfried Römischer statt. Außerdem werden nach dem Weiheakt die Förderschilder des Öko-Verfügungsrahmens 2026 übergeben. Gerald Meierhöfer bietet nach dem offiziellen Teil bis 17 Uhr Führungen durch die Mühle an.
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