Igel erwachen in Amberg – so schützen Bürger die Tiere

Igel erwachen in Amberg – so schützen Bürger die Tiere
Mit den steigenden Temperaturen der vergangenen Tage endet für viele Tiere die Winterruhe. Auch Igel erwachen wieder und begeben sich nach ihrem monatelangen Winterschlaf auf Nahrungssuche.
Energiebedarf nach dem Winterschlaf
Die nützlichen Insektenfresser haben während des Winters bis zu einem Drittel ihres Körpergewichts verloren und sind nun dringend auf energiereiche Nahrung und Wasser angewiesen. Gerade in den ersten Wochen nach dem Erwachen ist das natürliche Nahrungsangebot jedoch noch begrenzt.
Während Igel in naturbelassenen Gärten leichter Nahrung finden, lauern in gepflegten Außenanlagen oft ungeahnte Risiken.
Gefahr durch Mähroboter
Ein besonders hohes Risiko stellen automatische Mähroboter dar. Igel flüchten bei Gefahr nicht, sondern rollen sich ein. Dadurch werden sie von den Sensoren häufig nicht erkannt. Die scharfen Klingen können schwere Verletzungen verursachen, die oft erst verzögert zum Tod der Tiere führen.
Es wird daher dringend empfohlen, Mähroboter ausschließlich tagsüber und möglichst unter Aufsicht zu betreiben. Da Igel vorwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv sind, sollte auf den Einsatz der Geräte in der Zeit von etwa einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang verzichtet werden.
Gefahren durch Abfälle
Auch unsachgemäß gelagerter Müll kann für Igel zur tödlichen Falle werden. Der Geruch von Essensresten lockt die Tiere an. Gelbe Säcke stellen dabei ein besonderes Risiko dar: Igel können sich im dünnen Plastik verfangen oder finden aus den glatten Materialien nicht mehr heraus. Im schlimmsten Fall werden sie unbemerkt mit der Müllabfuhr entsorgt oder verletzen sich an scharfkantigen Abfällen.
Es wird empfohlen, Müllsäcke erst am Morgen der Abholung bereitzustellen oder so zu lagern, dass sie für Tiere unzugänglich sind, beispielsweise erhöht auf einer Bank oder aufgehängt.
So können Bürgerinnen und Bürger helfen
Ein igelfreundlicher Garten zeichnet sich vorwiegend durch Mut zur Unordnung aus: Laubhaufen oder unaufgeräumte Ecken bieten wichtige Unterschlupfmöglichkeiten. Kleine Durchgänge in Zäunen erleichtern den Tieren die Nahrungssuche. Zudem kann eine flache Schale mit frischem Wasser bereitgestellt werden – auf Milch sollte unbedingt verzichtet werden. Wer tagsüber einen verletzten oder geschwächten Igel findet, sollte sich an eine örtliche Igelstation, eine Wildtierpflegestelle oder eine Tierklinik wenden, um das weitere Vorgehen abzuklären.




