Informationsreihe zu Schutzkonzepten in der Jugendarbeit im Landkreis Neustadt/WN
Informationsreihe zu Schutzkonzepten in der Jugendarbeit im Landkreis Neustadt/WN

Schutzkonzepte in der ehrenamtlichen Jugendarbeit – Hinschauen, ernst nehmen und schützen. Rund 45 Ehrenamtliche aus verschiedenen Vereinen und Organisationen nahmen an der ersten Informationsveranstaltung zum Thema Schutzkonzepte in der ehrenamtlichen Jugendarbeit in Vohenstrauß teil. Nach der seit dem 1. Juli 2025 geltenden Rechtslage sind Schutzkonzepte zum Schutz vor Gewalt und Ausbeutung für alle Angebote der Kinder- und Jugendhilfe verbindlich vorgeschrieben – dazu zählt auch die ehrenamtliche Jugendarbeit. Ziel der Veranstaltungen ist, über sexualisierte Gewalt aufzuklären, die Bedeutung von Schutzkonzepten zu vermitteln und praktische Wege zu deren Erarbeitung aufzuzeigen.
Bürgermeister betont Bedeutung von Schutzkonzepten
Der Vohenstraußer Bürgermeister Uli Münchmeier eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßung und machte dabei deutlich, dass ihm der Schutz von Kindern und Jugendlichen ein wichtiges Anliegen ist. Seine Worte zeigten, dass er sich bereits mit der Thematik auseinandergesetzt hat und die Bedeutung von Schutzkonzepten in der Jugendarbeit ernst nimmt.
Einführung in Schutzkonzepte durch die KOJA
Zu Beginn informierte die KOJA (Kommunale Jugendarbeit des Landkreises NEW), vertreten durch Frau Schuster und Frau Sigl, über sexualisierte Gewalt und führte in das Thema Schutzkonzepte ein. Dabei wurden die Inhalte eines Schutzkonzeptes anhand der vier Schlüsselprozesse Analyse, Prävention, Intervention und Aufarbeitung erläutert. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Vereine bei der Erarbeitung eines Schutzkonzeptes vorgehen können. Dabei wurde die Bedeutung eines partizipativen Ansatzes hervorgehoben, bei dem die Beteiligten (auch Kinder und Eltern) aktiv in den Prozess eingebunden werden.
Auch mögliche Anlaufstellen wurden vorgestellt. Vereine sollten sich zunächst bei ihrem jeweiligen Verband erkundigen, ob bereits Regelungen oder Empfehlungen zum Thema Schutzkonzepte bestehen. Darüber hinaus unterstützt die KOJA die Vereine bei diesem wichtigen Vorhaben und stellt sich als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie verwies zudem auf die Broschüre „Hinschauen. Ernst nehmen. Schützen.“, die bereits an die Vereine im Landkreis versandt wurde. Diese enthält unter anderem einen möglichen Handlungsleitfaden für den Interventionsfall und Anlaufstellen.
Digitale Gewalt im Fokus der Kriminalpolizei
Einen weiteren wichtigen Beitrag leistete Frau Görner-Degasperi, Präventionsbeauftragte der Kriminalpolizei Weiden. In ihrem Vortrag lag der Schwerpunkt auf digitaler Gewalt. Anhand eines Films zum Thema Sextortion wurde verdeutlicht, wie Täter über digitale Medien zunächst Vertrauen zu Kindern und Jugendlichen aufbauen, um sie anschließend beispielsweise mit intimen Bildern oder Videos zu erpressen.
Zudem gab Frau Görner-Degasperi einen Einblick in die Ergebnisse der JIM-Studie. Insbesondere auf Plattformen wie Instagram, TikTok und Snapchat kommt es zu sexueller Belästigung im Internet. Aber auch bei digitalen Spielen für Kinder und Jugendliche, die über Chatfunktionen verfügen, ist Vorsicht geboten. Abschließend ermutigte sie, aufmerksam hinzuschauen und bei Auffälligkeiten die entsprechenden Anlaufstellen in Anspruch zu nehmen.
Praxisbericht des Kreisjugendrings
Zum Abschluss berichtete Frau Ponader vom Kreisjugendring Neustadt/WN (KJR) aus der Praxis und schilderte die Erfahrungen bei der Erarbeitung des Schutzkonzeptes des KJRs und ermutigte die Anwesenden, sich ebenfalls mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Als besonders hilfreich erwies sich dabei der Schutzkonzepte-Baum von Prätect des Bayerischen Jugendrings (BJR). Abschauen von anderen Vereinen sei erlaubt, solange es auf den eigenen Verein angepasst wird.
Breite Beteiligung und Dank
An der Veranstaltung beteiligten sich rund 45 Ehrenamtliche aus unterschiedlichen Bereichen der Jugendarbeit. Vertreten waren unter anderem Pfarrgemeinden, KLJB, Blaskapellen, Fußball- und Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren, Faschingsvereine, Karate, Wasserwacht, Schützenvereine, Oberpfälzer Waldvereine sowie Jugendbeauftragte. Die KOJA bedankt sich herzlich bei der Stadt Vohenstrauß für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die gastfreundliche Unterstützung.
Weitere Informationsveranstaltungen
Um möglichst vielen Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Thema Schutzkonzepte auseinanderzusetzen, sind zwei weitere Veranstaltungen geplant. Diese finden
- am Freitag, den 30. Oktober 2026, um 15 Uhr im St. Michaelwerk in Grafenwöhr sowie
- am Samstag, den 21. November 2026, um 9 Uhr im Haus St. Elisabeth in Windischeschenbach
Alle Vereine, die Jugendarbeit betreiben, sowie weitere Interessierte sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist per E-Mail an jugendarbeit@neustadt.de möglich.
Für Interessierte, die an keiner Infoveranstaltung teilnehmen können, stehen die Mitarbeiterinnen der KOJA darüber hinaus gerne für Fragen bereit.
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