Asiatische Hornisse rückt in Floß in den Fokus

Asiatische Hornisse rückt in Floß in den Fokus
Gastbeitrag von: Maria Treiber
Erst vor wenigen Tagen fand die Generalversammlung des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Neustadt/WN mit Neuwahlen in Floß statt. Neben den Vereinsangelegenheiten stand dabei ein hochaktuelles Thema aus Natur- und Artenschutz im Mittelpunkt: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina).
Vortrag von Andreas Ackermann zur Asiatischen Hornisse
Als Referent konnte Andreas Ackermann begrüßt werden. In seinem informativen Vortrag beleuchtete er die Herkunft und Ausbreitung dieser invasiven Hornissenart, den aktuellen Stand der Beobachtungen sowie ihren Entwicklungszyklus. Darüber hinaus erläuterte er, welche Gefahren von der Asiatischen Hornisse ausgehen und welche vorbeugenden und bekämpfenden Maßnahmen möglich sind.
Wie kam die Asiatische Hornisse nach Deutschland?
Zu Beginn seines Vortrags erläuterte Andreas Ackermann die Herkunft und den Weg der Asiatischen Hornisse nach Europa. Ursprünglich stammt die Art aus Südostasien. Vermutlich gelangte sie um das Jahr 2004 durch Warentransporte nach Frankreich. Von dort breitete sie sich innerhalb weniger Jahre in zahlreichen europäischen Ländern aus.
In Deutschland wurde die Asiatische Hornisse erstmals 2014 in Baden-Württemberg nachgewiesen. Auch Bayern ist inzwischen betroffen. Der erste bayerische Nachweis stammt aus dem Jahr 2022. Seitdem hat die Zahl der entdeckten Nester zugenommen.
Aktueller Stand der Beobachtungen
Anhand der bisherigen Nachweise zeigte Ackermann, dass sich die Asiatische Hornisse zunehmend in Deutschland und Bayern etabliert. In Bayern wurden 2023 fünf Nester, 2024 insgesamt 19 und 2025 bereits 33 Nester gefunden und entfernt. Auch im Jahr 2026 sind weitere Vorkommen bestätigt worden.
Die Entwicklung macht deutlich, dass auch die Oberpfalz und der Landkreis Neustadt/WN aufmerksam bleiben müssen. Eine frühzeitige Erkennung und Meldung möglicher Vorkommen ist entscheidend, um die Ausbreitung besser überwachen und geeignete Maßnahmen einleiten zu können.
Der Entwicklungszyklus der Asiatischen Hornisse
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war der Lebenszyklus der Hornisse. Im Frühjahr verlassen die begatteten Jungköniginnen ihre Winterquartiere und beginnen mit dem Bau eines kleinen Gründungsnestes. Diese sogenannten Primärnester befinden sich häufig in Hecken, Gartenhäusern, Schuppen oder anderen geschützten Bereichen.
Sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, übernehmen diese zunehmend den Nestbau, die Versorgung der Brut und die Nahrungssuche. Im Laufe des Sommers wird häufig ein größeres Sekundärnest angelegt. Dieses befindet sich oftmals in Baumkronen und kann beträchtliche Ausmaße erreichen.
Im Herbst entstehen die Geschlechtstiere. Die begatteten Jungköniginnen suchen anschließend geeignete Winterquartiere auf. Das ursprüngliche Volk stirbt im Laufe des Spätherbstes ab. Im kommenden Frühjahr beginnt der Kreislauf mit den überlebenden Jungköniginnen erneut.
Was macht die Asiatische Hornisse so gefährlich?
Besonders ausführlich ging Andreas Ackermann auf die Auswirkungen für die heimische Tierwelt ein. Die Asiatische Hornisse ernährt ihre Brut überwiegend mit eiweißreicher Nahrung und erbeutet dafür zahlreiche Insektenarten.
Eine besondere Gefahr besteht für Honigbienen. Die Hornissen lauern häufig vor den Bienenstöcken und fangen heimkehrende Sammelbienen ab. Durch diesen Jagddruck können Bienenvölker erheblich geschwächt werden. Die Bienen reduzieren ihre Sammelflüge, wodurch die Versorgung des Volkes mit Nektar und Pollen beeinträchtigt wird.
Neben den Honigbienen können auch andere heimische Insekten betroffen sein. Damit stellt die Asiatische Hornisse eine zusätzliche Herausforderung für die Artenvielfalt und das ökologische Gleichgewicht dar.
Auch die Gefährdung für Menschen wurde angesprochen. Grundsätzlich verhält sich die Asiatische Hornisse außerhalb ihres Nestbereichs nicht besonders aggressiv. Wird jedoch ein Nest gestört oder kommen Menschen ihm zu nahe, können die Tiere ihr Volk gemeinsam verteidigen. Deshalb ist unbedingt ausreichend Abstand zu halten.
Vorbeugende und bekämpfende Maßnahmen
Ein wichtiger Teil des Vortrags beschäftigte sich mit der Frage, was jeder Einzelne gegen eine weitere Ausbreitung unternehmen kann.
Besonders wichtig ist es, die Asiatische Hornisse richtig zu erkennen und mögliche Sichtungen frühzeitig zu melden. Dabei sollten Beobachtungen möglichst mit einem Foto und einer genauen Ortsangabe dokumentiert werden.
Für Bayern steht hierfür die Meldeplattform beewarned zur Verfügung.
- Fallobst regelmäßig aufsammeln und entfernen.
- Reifes Obst nicht unnötig lange an den Bäumen belassen.
- Mögliche Neststandorte aufmerksam beobachten.
- Verdächtige Nester nicht selbst öffnen, beschädigen oder entfernen.
- Auf unspezifische Lock- und Fangfallen verzichten, da diese auch zahlreiche andere Insekten gefährden können.
Die Entfernung von Nestern darf ausschließlich durch geschulte und entsprechend ausgerüstete Fachkräfte erfolgen. Dabei muss insbesondere darauf geachtet werden, die Asiatische Hornisse nicht mit der heimischen Europäischen Hornisse zu verwechseln, die unter besonderem Schutz steht.
Aufmerksamkeit und gemeinsames Handeln sind gefragt
Zum Abschluss seines Vortrags machte Andreas Ackermann deutlich, dass die Asiatische Hornisse auch künftig eine Herausforderung für Naturschutz, Gartenbau und Imkerei bleiben wird. Entscheidend seien eine gute Information der Bevölkerung, eine sichere Bestimmung der Tiere sowie die Zusammenarbeit zwischen Imkern, Gartenbauvereinen, Fachstellen und Behörden.
Der informative Vortrag zeigte, wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit neuen Entwicklungen in unserer heimischen Natur auseinanderzusetzen. Gerade die Gartenbauvereine können durch ihre Nähe zur Bevölkerung einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung und zur frühzeitigen Erkennung leisten.
Mit vielen neuen Informationen und praktischen Hinweisen endete der Fachvortrag, der den Mitgliedern eindrucksvoll vor Augen führte, wie wichtig Aufmerksamkeit und sachkundiges Handeln im Umgang mit der Asiatischen Hornisse sind.
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