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MSR Bertelshofer
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Jubiläum in Eslarn: 700 Jahre Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Eslarn. Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August feiert die Pfarrgemeinde das Patrozinium und 700 Jahre Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Liturgie, Kirchenzug und Kräuterweihe würdigen ein Wahrzeichen voller Geschichte.

Eslarn. Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August feiert die Pfarrgemeinde das Patrozinium und 700 Jahre Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Liturgie, Kirchenzug und Kräuterweihe würdigen ein Wahrzeichen voller Geschichte.
Die Pfarrkirche nach dem Großbrand von 1896 bis 1925. Foto: Pfarrarchiv

Jubiläum in Eslarn: 700 Jahre Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Mit dem Hochfest Mariä Himmelfahrt am kommenden Samstag feiert die katholische Pfarrgemeinde Eslarn ihr Patrozinium. Seit Jahrhunderten ist dieses Fest der geistliche Höhepunkt des Kirchenjahres und zugleich Ausdruck lebendiger Glaubenstradition im Oberpfälzer Grenzland. Es verbindet feierliche Liturgie mit gelebter Gemeinschaft und erinnert an die enge Verbundenheit der Menschen mit ihrem Glauben, ihrer Pfarrkirche und ihrer Geschichte. Die Pfarrei ist eng mit prägenden Seelsorgern, dem Wandel der Konfessionen und jüngsten lokalen Konflikten verbunden und wird in besonderer Weise durch engagierte Heimatforscher dokumentiert.

Geschichte der Pfarrei Mariä Himmelfahrt

Großen Anteil an der Erforschung der Orts- und Pfarrgeschichte haben Heimatforscher wie die bereits verstorbenen Pfarrer Dr. Josef Hanauer und Hans Schlemmer. Bestens Bescheid über die Geschichte im Altlandkreis Vohenstrauß und seinem Heimatort weiß als ehemaliger Konrektor der Grund- und Hauptschule in Eslarn auch Kreisheimatpfleger Peter Staniczek. Durch deren Forscherdrang konnten zahlreiche bislang unbekannte Urkunden offengelegt und dokumentierte Bauphasen ausgewertet werden. Damit trugen sie wesentlich dazu bei, das historische Bewusstsein der Pfarrgemeinde zu stärken. Sie konnten nachweisen, dass die Ursprünge der Siedlung deutlich älter sind als die erste urkundliche Erwähnung von 1326 und bereits im Hochmittelalter ein bedeutender Grenzort bestand. Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt zählt zu den ältesten Pfarreien des östlichen Bistums Regensburg. Bereits im Jahr 1326 wird sie erstmals urkundlich erwähnt. Als Grenzpfarrei zwischen Bayern und Böhmen kam ihr früh eine besondere Bedeutung zu.

Wandel im Laufe der Jahrhunderte

Die wechselvolle Geschichte der Oberpfalz hinterließ auch in Eslarn ihre Spuren. Während der Reformationszeit war die Pfarrei von 1550 bis 1625 evangelisch, ehe sie im Zuge der Gegenreformation wieder katholisch wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die bereits baufällige mittelalterliche Kirche vollständig zerstört. Ab 1681 begann unter dem Neustädter Maurermeister Johann Kirchberger der Bau der barocken Pfarrkirche, die 1689 geweiht wurde. Der ursprüngliche Westturm stürzte 1722 ein und wurde durch einen neuen Turm an der Nordseite des Chores ersetzt. Ein verheerender Marktbrand am 1. Juli 1895 zerstörte den Chorraum und den damaligen Hochaltar. Es war nach 1831 das zweite Brandunglück. Im Juni 1831 schrieb Pfarrer Joseph Helmayer (1830–1837): „Der schöne Tempel steht verödet, leer und mit Asche bedeckt, und es werden Monate vergehen, bis die durch den Brand verwüstete Kirche wieder eine würdige Wohnung des Herrn sein wird.“ Die zerstörte Turmkuppel war auf das Dach der Kirche gestürzt, und die Glocken fielen vom Glockenstuhl in die Tiefe. Nachdem das zweite Brandunglück auch den Altar zerstörte, veranlasste Pfarrprovisor Johann Bauer den Bau eines neuen Hochaltars nach Plänen des Regensburger Domvikars Johann Dengler. Auch der Kirchturm wurde neu aufgebaut.

Ein Großbrand vernichtete 1895 in Eslarn zahlreiche Häuser und die Pfarrkirche. Foto: Pfarrarchiv
Nach dem Großbrand 1895. Foto: Pfarrarchiv
Die Pfarrkirche nach dem Großbrand von 1896 bis 1925. Foto: Pfarrarchiv
Nach dem Brand bereicherte ein Hochaltar von 1896 bis 1968 die Pfarrkirche. Foto: Pfarrarchiv
Die Pfarrkirche mit dem Zwiebelturm ab 2026. Foto: Karl Ziegler
Eine Bereicherung in der Pfarrkirche waren ab 2026 die Zunftstangen und die Orgel. Foto: Karl Ziegler
Der vergoldete Akanthusaltar ist ein bedeutendstes Beispiel dieser Altarform in der Oberpfalz. Foto: Karl Ziegler
Im Zentrum steht eine gotische Marienfigur mit dem Jesuskind. Foto: Karl Ziegler
Ebenso sehenswert ist die Rokokokanzel von 1759. Foto: Karl Ziegler

Brände, Wiederaufbau und Erweiterungen

Die Einwohnerzahl des Marktes stieg im Lauf der Zeit sehr stark an, bis auf 3000 im Jahr 1900, weshalb laut Heimatpfleger Peter Staniczek eine Erweiterung der Kirche notwendig wurde. Der Architekt Heinrich Hauberrisser bekam 1909 den Auftrag, die Kirche um sechs Meter zu verlängern. „Beim Abbrechen der Kirchenrückwand versäumte der leitende Maurermeister, die Seitenmauern abzustützen, sodass das Gewicht des Daches die Mauern zum Einsturz zu bringen drohte. Der telegrafisch herbeigerufene Architekt ließ zur Sicherung des Anbaus laut Staniczek eine Schlauder, eine Metallstange, einziehen. Im Kontext des Anbaus wurden die zwei Seiteneingänge geschaffen, wie sie bereits Kirchberger geplant hatte.“ Der Anbau erhielt zwei flankierende Treppentürme und einen Eingangsbau, zu dem man über einen Treppenvorbau gelangt. Am 21. April 1925 gegen zehn Uhr stürzte nach den Überlieferungen des Geschichtsforschers Hanauer das mehrere Zentner schwere Turmkreuz samt dem oberen Kuppelknauf und dem Wetterhahn in die Tiefe. Architekt Hauberrisser untersuchte die Schäden und regte eine Neukonstruktion an. Nach den Plänen wurde 1927 ein neuer und bis heute bestehender Zwiebelturm errichtet. Seit der Außenrenovierung von 1967 bis 1969 prägt der rot-weiße Anstrich das weithin sichtbare Wahrzeichen des Marktes.

Barocke Ausstattung und Kunstwerke

Der Innenraum beeindruckt durch seine geschlossene barocke Gestaltung. Mittelpunkt ist der reich vergoldete Akanthusaltar aus der Zeit um 1700, der als eines der bedeutendsten Beispiele dieser Altarform in der Oberpfalz gilt. Mit seiner außergewöhnlichen Gestaltung erinnert er an eine überdimensionale Monstranz. Im Zentrum steht eine gotische Marienfigur mit dem Jesuskind, umgeben von kunstvoll geschnitztem Akanthuslaub.

Ebenso sehenswert ist die Rokokokanzel von 1759. Die Bildhauerarbeiten schuf Peter Hirsch, die Schreinerarbeiten stammen von Peter Pacher. Reliefs mit biblischen Szenen, die Figuren der vier Evangelisten sowie der Schalldeckel mit der Figur des Apostels Paulus machen sie zu einem Meisterwerk süddeutscher Barockkunst. Mehrere Seitenaltäre, eine Rosenkranzmadonna sowie das reich verzierte Orgelprospekt aus dem Jahr 1757 vervollständigen die wertvolle Ausstattung.

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Tradition, Zunftstangen und heutige Bedeutung

Der musikalisch begeisterte Benefiziat Karl Sagstätter trieb im Jahr 1934 maßgeblich die Erneuerung der Orgel an. Eine Besonderheit der Pfarrkirche sind die 14 erhaltenen Zunftstangen aus dem 18. Jahrhundert. Die geschnitzten Engelsfiguren tragen die Wappen der früheren Handwerkszünfte und erinnern an die enge Verbindung von Kirche mit dem Handwerk und der Bürgerschaft. Sie wurden einst bei Prozessionen mitgeführt und prägen bis heute das Erscheinungsbild des Kirchenraumes. Am Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August feiert die Ende 2025 gegründete Pfarreiengemeinschaft Eslarn-Moosbach das Patrozinium mit einem Festgottesdienst, Kirchenzug und einer Kräuterweihe. Die Teilnahme zahlreicher Vereine und Fahnenabordnungen macht den 15. August zu einem besonderen Tag. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist nicht nur ein bedeutendes Baudenkmal, sondern seit fast 700 Jahren geistliches Zentrum des Marktes Eslarn. Sie steht für Beständigkeit, Glauben und Gemeinschaft und prägt bis heute das religiöse und kulturelle Leben der Grenzgemeinde.

Die Pfarrstelle in Eslarn lag von 1417 bis 1895 in den Händen von 29 Geistlichen. Ab dem 20. Jahrhundert wirkten in der Pfarrei die Pfarrer Alexius Sperl (1896–1906), Georg Bayer (bis 1930), Johann Pöllath (bis 1934), Johann B. Wagner (bis 1966), Hugo Wagner (bis 2003) und Erwin Bauer (bis 2025). Seit September 2025 leitet Pfarrer Udo Klösel als Seelsorger die neu formierte Pfarreiengemeinschaft Eslarn-Moosbach.

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