Kirchweih bei der DJK Weiden: Drei Tage Sport, Tradition und Gemeinschaft

Kirchweih bei der DJK Weiden: Drei Tage Sport, Tradition und Gemeinschaft
Drei Tage lang steht das Gelände der DJK Weiden am Flutkanal ganz im Zeichen von Kirchweih, Sport, Musik und Oberpfälzer Brauchtum. Vom 16. bis 18. Oktober lädt der Verein bereits zum zweiten Mal zu seiner traditionellen Kirchweih am Ludwig-Wolker-Weg 19 ein. Neu ist heuer nicht nur der große Preisschafkopf zum Auftakt, sondern auch der erste Weidener Kirchweih-Trachten-FunRun. Die DJK verbindet ihre Kirchweih auch mit einem langfristigen Ziel: Der Verein möchte junge Menschen für die Gründung einer eigenen Kirwagemeinschaft gewinnen und damit traditionelles Oberpfälzer Brauchtum in Weiden neu beleben.
Tradition mit Zukunft: Das „Sparris-Kirwa-Team“
„Wir wollen nicht einfach nur drei Tage lang eine Kirchweih feiern, sondern eine Tradition aufbauen, die von jungen Menschen getragen wird und über viele Jahre Bestand haben kann“, sagt Vorsitzender Harald Biersack. Die Idee für eine eigene Kirwagemeinschaft unter dem Namen „Sparris-Kirwa-Team“ gehe weit über ein einzelnes Fest hinaus. „Wir wünschen uns junge Kirwapaare, die Freude an Gemeinschaft, Musik, Tanz und Brauchtum haben und gemeinsam etwas Neues für Weiden aufbauen.“ Markus Sparrer hatte die Idee, die nun nach seinem Ableben durch die jetzige Vorstandschaft weitergetragen wird.
Freitag, 16. Oktober
18 Uhr: Kirchweihauftakt mit Anstich
19 Uhr: Preisschafkopf, Geldpreise: 750, 500 und 250 Euro
ab 20 Uhr: Barbetrieb mit DJ David
Samstag, 17. Oktober
10 Uhr: 1. Weidener Kirchweih-Trachten-Funrun und Frühschoppen
Nachmittags: Kirwaspiele der 2. und 1. Mannschaft sowie Derby der C-Junioren gegen den VfB Weiden
ab 19 Uhr: Kirchweihparty mit Highline
Sonntag, 18. Oktober
10.30 Uhr: Festzug durch Weiden, anschließend Gottesdienst im Festzelt
11.30 bis 17 Uhr: Familien- und Kinderprogramm
12 Uhr: Mittagstisch mit Gansbrust und Schweinebraten
ab 15 Uhr: Live-Musik mit RockConnection
An allen drei Tagen: Fest- und Barbetrieb am Flutkanal mit Speisen und Getränken.
Preisschafkopf eröffnet die drei Kirchweihtage
Den Auftakt bildet am Freitag, 16. Oktober, erstmals ein großer Preisschafkopf im aufgebauten Festzelt. Während die DJK im vergangenen Jahr ihre zahlreichen Abteilungen und das vielfältige Vereinsleben in den Mittelpunkt des Kirchweihauftakts stellte, setzt die Organisation heuer auf einen geselligen Kartenabend mit attraktiven Preisen.
Der Einlass beginnt um 18 Uhr, um 19 Uhr starten die ersten Spiele. Die Organisation um die beiden Vorsitzenden Harald Biersack und Rene Völkl hat einen gut gefüllten Kirchweihtisch vorbereitet. Auf den Sieger warten 750 Euro Preisgeld. Der zweite Platz bringt 500 Euro, der Drittplatzierte erhält 250 Euro Kirchweihgeld. Die Teilnehmer auf den Plätzen vier bis sechs bekommen jeweils 50 Euro, bis zum zehnten Platz gibt es noch jeweils 25 Euro. Darüber hinaus liegen wertvolle Sachpreise bereit.
Auch abseits der Kartentische kommt die Kirchweihstimmung nicht zu kurz. DJ David begleitet den Abend musikalisch, sorgt vor Beginn, in der Pause nach 30 Spielen und zum Ausklang für passende Musik. Die Bar öffnet ebenfalls ihre Türen. Für das leibliche Wohl stehen Grillspezialitäten und Pizza bereit.
Tracht und Laufschuhe beim ersten FunRun
Der Samstag steht anschließend ganz im Zeichen von Sport, Familie und Partystimmung. Bereits um 10 Uhr startet die Abteilung Laufen mit einer Premiere, dem ersten Weidener Kirchweih-Trachten-FunRun. Der Gaudilauf führt über drei Kilometer entlang des Flutkanals und wieder zurück zum DJK-Gelände. Besonders willkommen ist dabei der traditionelle Kirchweih-Look. Wer ein Dirndl, eine Lederhose oder eine andere Tracht besitzt, darf diese gerne anziehen und anschließend in die Laufschuhe schlüpfen. Eine Tracht bleibt allerdings ausdrücklich keine Voraussetzung für die Teilnahme.
Die Veranstalter verzichten bewusst auf eine Zeitwertung. Der Spaß an der Bewegung und das gemeinsame Erlebnis stehen im Mittelpunkt. Dennoch gibt es drei Gruppen und für die jeweils ersten drei Plätze Preise. Zunächst gehen die Mädchen und Jungen der Altersklasse U10 bis U14 auf die Ein-Kilometer-Strecke. Danach folgen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Altersgruppen U18, U35, U50 und Ü50 über drei Kilometer. Zum Abschluss gehen Paare in Tracht auf die Strecke. Parallel dazu beginnt um 10 Uhr der Zeltbetrieb mit einem Frühschoppen. Im beheizten Festzelt stehen Weißwürste und Brezen auf dem Programm.
Fußball schafft gelebte Inklusion
Zur Mittagszeit startet das Programm für die jüngsten Besucher. Die DJK bietet beaufsichtigte Kinderaktionen mit Kinderschminken, Dosenwerfen, Kindertattoos, Malen und Spielen an der Wurfwand an. Um 12.30 Uhr folgt ein besonderer sportlicher Höhepunkt. Eine Auswahl des VS Bananenflanke trifft auf eine DJK-Auswahl. Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Alter von elf bis 60 Jahren können dabei gemeinsam für die DJK auflaufen. Auf der anderen Seite steht ein innovatives Fußballprojekt, bei dem insbesondere Kinder mit geistiger Beeinträchtigung ihre Begeisterung für den Sport ausleben. Im Mittelpunkt steht der Fußball, doch das Projekt verfolgt einen weitergehenden Ansatz. Erlebnispädagogische Einflüsse wecken Emotionen, stärken die Persönlichkeit und fördern soziale Kompetenzen. Erfolgserlebnisse sollen das Selbstvertrauen stärken und ein positives Selbstwertgefühl vermitteln. Das Spiel schafft damit auch einen Rahmen für gelebte Inklusion. Die Botschaft dahinter ist klar: Fußball kennt keine Grenzen.
Die zweite Mannschaft läuft im Kirwaspiel gegen die Alten Herren auf. Zeitgleich haben auch die C-Junioren ein Derby gegen den VfB Weiden ausgemacht. Im Anschluss greift die erste Mannschaft der DJK Weiden in ihrem Ligaspiel ins Geschehen ein. Auch hier dürfen sich die Besucher auf zusätzliche Unterhaltung freuen. In den Halbzeitpausen kommt die „Hip-Hop-Abt. Lockin“ der DJK auf den Platz. Die Mädchen präsentieren einen ihrer einstudierten Tänze.
Highline sorgt für Partystimmung
Am Abend verwandelt sich das Festzelt in eine Partyzone. Ab 19 Uhr übernimmt die Powerband Highline die Bühne und sorgt bis Mitternacht für Stimmung. Der Eintritt bleibt frei. Zusätzlich bietet die DJK zwei Happy Hours an: von 21 bis 22 Uhr sowie von 23 Uhr bis Mitternacht.
Überhaupt setzt die DJK bei der zweiten Auflage ihrer Kirchweih auf ein breites Angebot für unterschiedliche Generationen. Sport und Brauchtum treffen auf Familienprogramm, Musik und kulinarische Angebote. Der freie Eintritt am Samstag und Sonntag soll zusätzlich viele Besucher auf das Vereinsgelände locken.
Festzug zieht zum Kirchweihgottesdienst
Der Sonntag, 18. Oktober, beginnt traditionell und feierlich. Am Oberen Markt stellt sich der Festzug auf, der anschließend zum Kirchweihgottesdienst im Festzelt am Ludwig-Wolker-Weg 19 zieht. Die Ministranten und Pfarrvikar Benjamin Lubega von St. Josef führen den Zug an. Lubega feiert auch den Gottesdienst und hält die Predigt. Für die musikalische Begleitung sorgt die Stadtkapelle unter der Leitung von Heiner Nachtmann. Neben den kirchlichen Vertretern wollen sich auch Vertreter aus der Politik sowie befreundete Vereine in den Festzug einreihen.
Nach dem Gottesdienst lädt die DJK zum Mittagstisch. Die Küche serviert unter anderem Gänsebrust mit Knödeln und Blaukraut sowie Schweinebraten mit Knödeln. Die Kinderaktionen laufen auch am Sonntag weiter und beschäftigen die jungen Gäste bis 17 Uhr. Am Nachmittag zieht anschließend der Duft von Kaffee und frisch gebackenem Kuchen durch das Festzelt. Die Damen des Vereins, insbesondere die Frauen aus der Seniorenabteilung, backen Hausfrauenkuchen für die Kaffeestunde. Ab 15 Uhr übernimmt RockConnection die musikalische Gestaltung des Nachmittags und Abends. Die vier Musiker mit ihrer Frontfrau spielen bis zum Ausklang der Kirchweih am späten Abend.
Aus einer Idee soll eine Kirwagemeinschaft wachsen
Eine besondere Bedeutung erhält die Kirchweih aber durch einen Gedanken, der bereits vor zwei Jahren entstand. Der inzwischen verstorbene zweite Vorsitzende Markus Sparrer entwickelte damals die Idee, bei der DJK Weiden eine eigene Kirchweih zu etablieren. Seine Überlegungen gingen dabei deutlich weiter als die Organisation eines dreitägigen Festes.
Die DJK möchte den traditionellen Kirchweihgedanken wieder stärker mit Leben erfüllen und eine neue Kirwagemeinschaft gründen. Junge Menschen sollen künftig das Brauchtum selbst gestalten und weitertragen. Dazu gehören das Aufstellen eines Kirwabaums ebenso wie der Tanz um den Baum, traditionelle Tanzabende und das gemeinsame Feiern.
Im Mittelpunkt soll ein gewähltes Oberkirwapaar stehen. Gemeinsam mit weiteren Kirwapaaren bildet es das Herzstück der Kirwagemeinschaft. Die jungen Menschen sollen das Brauchtum nach außen vertreten, die Gemeinschaft präsentieren und auf den Veranstaltungen für Stimmung sorgen. Geplant sind regelmäßige Tanzproben für das spätere Austanzen. Die Kirwamoidla sollen sich zum gemeinsamen Kranzbinden treffen. Die Burschen sollen den Kirwabaum gemeinsam aus dem Wald holen. Auch eine traditionelle Baumwache gehört zu den Überlegungen.
Die DJK knüpft damit an einen Brauch an, der in vielen Orten der Oberpfalz über Generationen hinweg die Gemeinschaft junger Menschen geprägt hat. Tanz, Musik und das gemeinsame Vorbereiten eines Festes stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie Verantwortung und Zusammenhalt.
„Die Kirchweih soll bei uns nicht mit dem letzten Lied am Sonntagabend enden“, betont Vize Rene Völkl. „Wir möchten junge Leute gewinnen, die sich mit der Kirwa identifizieren, gemeinsam feiern, aber auch gemeinsam anpacken. Wenn daraus eine lebendige Kirwagemeinschaft entsteht, dann hat die Idee von Markus Sparrer genau den Weg genommen, den er sich gewünscht hat.“
Die DJK richtet deshalb einen ausdrücklichen Aufruf an junge Frauen und Männer, die Interesse an einer solchen Gemeinschaft haben. Wer gerne tanzt, Traditionen kennenlernen möchte oder einfach Freude an gemeinschaftlichen Aktivitäten hat, soll sich angesprochen fühlen.
Mit dem zweiten Kirchweihwochenende am Flutkanal will die DJK Weiden somit erneut ein großes Fest für die ganze Familie anbieten. Gleichzeitig legt der Verein den Grundstein für etwas Dauerhaftes: eine Kirchweih, die Sport und Geselligkeit mit gelebter Tradition verbindet und die künftig vielleicht von einer eigenen Generation junger Kirwamoidla und Kirwaburschen getragen wird.
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