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Ministranten halten Ratschen-Brauch der Karwoche in Eslarn lebendig

Eslarn. In der Karwoche pflegen Ministrantinnen und Ministranten den Ratschen-Brauch und erinnern an Tod, Grabesruhe und Auferstehung. Sie ziehen durchs Ortsgebiet und kündigen die Gottesdienste an.

Eslarn. In der Karwoche pflegen Ministrantinnen und Ministranten den Ratschen-Brauch und erinnern an Tod, Grabesruhe und Auferstehung. Sie ziehen durchs Ortsgebiet und kündigen die Gottesdienste an.
Pfarrer Udo Klösel (2.v.l. und Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega (6.v.l.) dankten Kirchenpflegerin Nicola Hummer (4.v.l.) für die Einteilung und den GottesdienerInnen für ihren christlichen Einsatz. Foto: Karl Ziegler

Ministranten halten Ratschen-Brauch der Karwoche in Eslarn lebendig

In der Karwoche erinnerten die Ministranten in Eslarn mit einem alten Brauch an die zentralen Ereignisse des Osterfestes: den Tod Jesu am Kreuz, die Grabesruhe und die Auferstehung. Da in dieser Zeit traditionell die Kirchenglocken schweigen, zogen zahlreiche Ministrantinnen und Ministranten mit sogenannten Ratschen durch die Straßen.

Traditionspflege in Eslarn: Ratschen in der Karwoche

Beim „Ratschen“ handelt es sich nicht um Gespräche, sondern um das Erzeugen eines klappernden Geräuschs mit hölzernen Schlaginstrumenten. Diese bestehen entweder aus einer Walze mit Nocken, die über eine Kurbel bewegt wird, oder aus einem kleinen Hämmerchen, das auf eine Holzleiste schlägt. Das monotone Knattern ersetzt das Glockenläuten und macht die Trauer und den Ernst der Karwoche hörbar. Der Brauch geht bis ins Mittelalter zurück und entwickelte sich insbesondere ab dem 18. Jahrhundert.

Ministranten kündigen Gebets- und Gottesdienstzeiten an

Auch in diesem Jahr waren die Ministranten in mehreren Gruppen im Ortsgebiet unterwegs. Sie kündigten die Gebets- und Gottesdienstzeiten an und erinnerten daran, dass die Glocken nach altem Volksmund von Gründonnerstag bis zur Osternacht „nach Rom geflogen“ seien. Der Verzicht auf Glocken- und Orgelklang wird dabei auch als „Fasten der Ohren“ verstanden.

Am Karfreitag trafen sich die Ministranten zur Ankündigung der Liturgie, während sie am Karsamstag in alle vier Himmelsrichtungen ausschwärmten. Am Abend luden sie schließlich zur Osternachtsfeier in die Pfarrkirche ein. Mit Beginn dieser Feier erklang das große Ratscheninstrument ein letztes Mal.

Dank in der Pfarreiengemeinschaft und Gemeinschaftserlebnis

Organisiert wurde das Ratschen überwiegend von Kirchenpflegerin Nicola Hummer. Pfarrer Udo Klösel und Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega dankten im Namen der Pfarreiengemeinschaft allen Beteiligten für ihr Engagement und ihren Einsatz. Für die Kinder und Jugendlichen ist das Ratschen nicht nur ein wichtiger kirchlicher Dienst, sondern auch ein Gemeinschaftserlebnis, das ihnen große Freude bereitet.

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