Oberpfälzer mittendrin beim Dahoam is Dahoam-Familientag
Oberpfälzer mittendrin beim Dahoam is Dahoam-Familientag

Beim „Dahoam is Dahoam“-Familientag strömten am 13. September sage und schreibe 9.000 Fans auf das Dachauer Drehgelände. Darunter auch Ingrid Käsbauer aus Schwarzenfeld und Fan-Star-Reporter Peter Gattaut aus Rieden.
Erst im Juni waren sie bei den Dreharbeiten am Set und schauten den oberpfälzischen Serienstars Anita Eichhorn und Holger Matthias Wilhelm über die Schultern. Die schrille Apothekerin Tina, die in Pfreimd aufgewachsen ist, und der Brunner-Wirt Gregor, der bis heute mit seiner Familie in Regensburg lebt, luden beide dazu herzlich zum Family-Day-Support ein. So richtig offiziell machte es dann ein Anschreiben von der zuständigen Pressebetreuerin Alexandra Miebach. Der Familientag, der diesmal unter dem Motto „Lansinger Vorstadt-Hochzeit“ stand, hatte für alle Fans der beliebten BR-Heimatserie einiges zu bieten. Nach dem Hochzeitseinmarsch der Publikumslieblinge stand nicht nur die große Bühne mit vielen Highlights im Mittelpunkt.
Zur Person: Sybille Waury
Sybille Waury hat vor allem durch ihre jahrzehntelange Hauptrolle als Tanja Schildknecht in der ARD-Kultserie „Lindenstraße“ Fernsehgeschichte geschrieben. Sie wurde am 9. Mai 1970 in Düsseldorf geboren und wuchs im nahegelegenen Ratingen auf. Sybille Waury entdeckte früh ihre Leidenschaft für die darstellende Kunst. Ihre professionelle Schauspielausbildung absolvierte sie unter anderem in London. Neben der Schauspielerei zeigte sie vielseitige Interessen und studierte an der Universität zu Köln die Fächer Japanisch, Kunstgeschichte und Germanistik. Bereits im Alter von fünfzehn Jahren ergatterte sie 1985 die Rolle ihres Lebens. Als Tanja Schildknecht gehörte sie von der zweiten Folge an zum festen Ensemble der „Lindenstraße“.
Die sympathische Rheinländerin verkörperte die Figur 34 Jahre lang bis zur Einstellung der Serie im Jahr 2020 und wuchs quasi vor den Augen von Millionen Zuschauern auf. Ihre Rolle durchlebte dramatische Höhen und Tiefen, was Waury zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens machte. Neben der Lindenstraße war Waury in diversen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Nach dem Ende der Lindenstraße fand sie schnell eine neue schauspielerische Heimat. Seit November 2020 steht sie für die erfolgreiche BR-Heimatserie „Dahoam is Dahoam“ vor der Kamera. Dort spielt sie die selbstbewusste, schlagfertige Apothekerin aus Hannover. Sybille Waury ist mit dem bekannten Drehbuchautor und Professor Joachim Friedmann verheiratet.
Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder und lebt in Berlin.
Einen großen Andrang gab es auch bei den Studioführungen, den Aktionsständen und vor allem auf der Autogrammmeile, wo sich die Schauspieler/innen viel Zeit für ihre Fans nahmen. Für die musikalische Unterhaltung zeichneten das Regensburger Spatzen-Quartett mit anfänglicher Unterstützung durch den „LanSinger“ Gregor und die zehnköpfige Party-Band „BlechBande“ aus Bamberg verantwortlich. Selbstverständlich durfte der Titelsong von Harry Blank (Mike) nicht fehlen, der aus unzähligen stimmkräftigen Kehlen lautstark mitgesungen wurde. Anita Eichhorn (Tina) moderierte unter anderem das lustige Hochzeits-Derblecken und Sybille Waury (Vera) die urige Hochzeits-Scharade.
Musik, Autogramme und Backstage-Einblicke
Für das leibliche Wohl war bei den unterschiedlichsten Getränke- und Essensständen bestens gesorgt. Ingrid und Peter durften im Backstage-Bereich Mäuschen spielen und ein Erinnerungsfoto mit Anita und Holger durfte natürlich auch nicht fehlen. Besonders spannend war für das Presse-Duo das Interview mit Serien-Legende Sybille Waury, die seit vier Jahrzehnten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit den Quotenknallern „Lindenstraße“ und jetzt „Dahoam is Dahoam“ zum festen Bestandteil in vielen deutschen Wohnzimmern geworden ist.
Interview mit Sybille Waury
Peter Gattaut: Deine gespielte Figur Vera Hülsmann führt in Lansing eine Beziehung mit Gregor Brunner, der vom gebürtigen Regensburger Holger Matthias Wilhelm mit tiefster oberpfälzischer Seele gespielt wird. Auf dem Bildschirm prallen da oft norddeutsche Rationalität und oberpfälzische Gelassenheit aufeinander. Wie erlebst Du die Zusammenarbeit mit Holger hinter den Kulissen, und musstest Du erst lernen, seinen echten oberpfälzischen Dialekt und Humor zu entschlüsseln?
Sybille Waury: Ich liebe den bayerischen Humor sehr und habe mich mittlerweile an alle noch so unterschiedlichen Dialekte gewöhnt. Holger ist ein großartiger Mensch und Kollege und unterstützt mich, wo es nur geht. Bei besonders wichtigen Szenen trifft man sich schon mal zuvor und geht die Dialoge gemeinsam durch. Mit seinem Dialekt hab ich aber keinerlei Schwierigkeiten.
Gattaut: „Dahoam is Dahoam“ vereint verschiedene bayerische Dialekte. Wie schwer fiel Dir zu Beginn das Textlernen, wenn die Kollegen in reinstem bayerischem Dialekt antworten, und rutscht Dir mittlerweile am Set selbst ab und zu ein bayerisches „Servus“ oder „Na“ heraus?
Sybille Waury: Vera soll weiterhin Hochdeutsch sprechen und dafür bin ich auch sehr dankbar. Der Einstieg in die Serie war für mich tatsächlich nicht immer einfach, oftmals wusste ich wirklich nicht, was da genau gesprochen wird. Mittlerweile ist das kein Problem mehr und mir rutscht privat auch schon mal die eine oder andere typisch bayerische Bezeichnung raus. Trotzdem finde ich es immer noch sehr nett, wenn meine Kollegen versuchen, ihren bayerischen Dialekt zu unterdrücken und mit mir Hochdeutsch sprechen, um es mir leichter zu machen.
Gattaut: Du hast fast 35 Jahre lang die Tanja Schildknecht verkörpert. Wenn Du heute auf diese intensive Zeit zurückblickst, vermisst Du die Lindenstraße manchmal noch, oder überwiegt die Erleichterung, mit Dahoam is Dahoam ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen zu haben?
Sybille Waury: Die Lindenstraße war 34 Jahre mein Zuhause, natürlich vermisse ich die wunderbaren Kollegen und denke oft an diese phantastische Zeit zurück. Wir halten über all die Jahre immer noch eine WhatsApp-Gruppe aufrecht, was ich besonders schön finde. Gelegentlich kommt es auch mal zu einem Treffen mit einigen ehemaligen Mitstreitern, das fühlt sich tatsächlich wieder wie nach Hause kommen an. Aber natürlich bin ich sehr froh, mit „Dahoam is Dahoam“ nach nur neun Monaten Pause eine neue Serienheimat gefunden zu haben. Ich fühle mich hier sehr wohl und hoffe, dass es noch lange so weitergeht.
Gattaut: Der Titel der Serie „Dahoam is Dahoam“ ist ja praktisch Programm: Wo in Bayern hast Du abseits des fiktiven Seriendorfs Lansing Deinen persönlichen Lieblingsort gefunden, an dem Du zwischen den anstrengenden Drehtagen am besten entspannen kannst?
Sybille Waury: Oh ja, da gibt es einige Orte. Als Rheinländerin bin ich ja praktisch mit Autobahnlärm groß geworden, umso mehr genieße ich die Ruhe in den Bergen oder am Starnberger See. Aber schon das Spazierengehen mit dem Hund hier rund um Dachau oder dass ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann, wertschätze ich sehr. Mein Hauptwohnsitz ist zwar immer noch in Berlin, aber ich verbringe schon sehr gerne Zeit im wunderschönen Bayernland.
Gattaut: Welchen Ratschlag oder welche Lebensphilosophie kannst Du unseren Lesern und Deinen zahlreichen Fans mit auf den Weg geben?
Sybille Waury: Da bemühe ich ein englisches Zitat von Jennifer Dukes Lee: „In a world where you can be anything, be kind.“, das ins Deutsche frei übersetzt heißt: „In einer Welt, in der Du alles sein kannst, entscheide Dich immer dafür, nett zu sein.“
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