Studierende entwickeln Künstlerkolonien in Leonberg, Etzelwang, Treffelstein

Studierende entwickeln Künstlerkolonien in Leonberg, Etzelwang, Treffelstein
Tirschenreuth, 21. Oktober 2026 – Lebensraum statt Leerstand: Studis machen Schule
Architekturstudenten beleben ländliche Schulhäuser
„Was geht auf dem Land?“ – Mit dieser Frage beschäftigen sich aktuell rund 120 Architekturstudenten der OTH Regensburg. In Kooperation mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz geht es in diesem Semester konkret um einen Gebäudetypus, der im ländlichen Raum vielfach von Leerstand betroffen ist: Schulhäuser. Stellvertretend dafür stehen die Gebäude in den Kommunen Etzelwang (Landkreis Amberg-Sulzbach), Leonberg (Landkreis Tirschenreuth) und Treffelstein (Landkreis Cham).
Die akademische Aufgabe der Studierenden der Professoren Christophe Barlieb, Markus Emde und Andreas Müsseler ist es, zu untersuchen, welche Angebote der ländliche Lebensraum für Künstler bieten kann, die in Kommunen üblicherweise als Erste Leerstände suchen und besetzen. Gesucht wird ein Lebens- und Arbeitsraum für eine Gruppe von Künstlern. Sie suchen gemeinsam nach einer neuen Bleibe in alten Mauern, die sie gerne aktiv mit Gästen (Hostel) und der Gemeinde (Krämerladen, Mehrzweckflächen) teilen möchten.
Von der Idee zur Umsetzung: Künstlerkolonie und Dorfgemeinschaft verknüpfen
Mehrere Fragestellungen ergeben sich, die von den Studierenden beantwortet werden sollen: Wie können die ausgewählten Schulhäuser zu einer kleinen Künstlerkolonie mit vielfältigen Verknüpfungen in die Dorfgemeinschaft und in die weite Welt entwickelt werden? Welche Qualitäten wollen und sollen bewahrt werden? Was fehlt? Wie können diese unterschiedlichen Interessen zusammenfinden? Wie kann die Architektur dazu beitragen, vielfältige Flächen für Kommunikation und konzentrierte Arbeit zu ermöglichen?
In einem ersten Schritt haben sich die Studierenden – aufgeteilt in drei Gruppen – einen Überblick vor Ort verschafft und die Kommunen beziehungsweise die Schulhäuser besucht und Gespräche mit den Verantwortlichen geführt. Die Arbeit der Studierenden wird sich am Semesterende in Skizzen, Plänen und Modellen niederschlagen: Diese werden zum einen an der Hochschule für die Notenvergabe präsentiert, zum anderen aber auch öffentlich in den beteiligten Kommunen.
Stadt- und Dorfmorphologie prägt die Entwürfe
Überlagert wird das Semester von Prof. Lisa Yamaguchi mit dem übergeordneten Thema „Stadt- und Dorfmorphologie“. Letztlich geht es dabei darum, den Ort in seiner Geschichte, Struktur und räumlichen Wirkung zu verstehen – und dann daraus einen passenden und eigenständigen (Zukunfts-)Entwurf zu entwickeln. Hier müssen sich alle Studierenden mit allen drei Orten beschäftigen.
Die wiederholte Zusammenarbeit zwischen der Fakultät Architektur der OTH Regensburg und dem ALE Oberpfalz hat das grundsätzliche Ziel, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, um die großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Weiteres Ziel ist es, die Studenten für das „Experimentierlabor ländlicher Raum“ zu begeistern. Mittelfristig sollen junge Architekten gewonnen werden, die sich beispielsweise in einer Dorferneuerung engagieren und frei von Vorgaben und Zwängen frische, innovative Ideen entwickeln.
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