OTH Amberg-Weiden
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Waldthurner Gänsemarsch: Gänse flattern wieder – und das Gschnoder kennt keine Grenzen

Waldthurn. So mancher Vogel dürfte sich am Rosenmontagnachmittag verwundert die Augen gerieben haben, als er beim Flug über Waldthurn viele seiner Artgenossen entdeckte. Es watschelten, flatterten und schnatterten Gestalten mit weißem Gefieder durch den Ort an der Sonnenseite des Fahrenbergs.

Waldthurner Gänsemarsch: Gänse flattern wieder – und das Gschnoder kennt keine Grenzen

Der 2. Waldthurner Gänsemarsch setzte dem närrischen Treiben vom letzten Jahr noch eins drauf und verwandelte die Marktgemeinde erneut in eine Hochburg des „humorvollen Geschnatters“. Pünktlich um 13.13 Uhr setzte sich der Zug am Rathaus in Bewegung. Angeführt von der RoMo-Big-Band, die bereits bei der Premiere im vorigen Jahr für Stimmung gesorgt hatte, zog die Gänseschar, verkleidet, durch die Hauergasse über den Marktplatz Richtung Verräterklause. Allen voran ein Taktgeber aus dem Pulverland Pleystein.

Viele zahlreiche, allerdings gefiederlose Maschkerer aus der Region waren dabei. Die närrischen Gäste hielten die verkleidete Gänseschar – und so manch verdutzten Zuschauer – ordentlich in Schach. Selbst die Vohenstraußer Polizei musste schmunzelnd anerkennen, dass der Marsch der Gefiederten und ihrer Freunde absolut problemlos war.
Internationales Flair brachte der Besuch aus der Partnerstadt Hostau in Tschechien mit, die dem Gänsemarsch eine grenzüberschreitende Note verlieh. Exklusiv eingeflogen waren die „Georgemountain Birds“ aus dem Grenzland, um mit ihren gefiederten Freunden die „Waldthurner Fosnacht“ zu feiern. Mit im Schlepptau hatten sie unter anderem die KLJB Neukirchen zu St. Chr. sowie die „Feuer und Eis-Feuerwehr“ Neudorf, die vom 29. bis 31. Mai ihr 140-jähriges Jubiläum feiern. Und natürlich durfte auch das legendäre Georgenberger „Hounghaisl“ nicht fehlen.

ETEG plant auf dem Faschingswagen

Kreativität bewies einmal mehr das Waldthurner ETEG-Planungsbüro. „Elektroplanung mit Weitblick“ auf vier Rädern war beim Gänsemarsch angesagt und verlegte seine planerischen Tätigkeiten von der Badeweihersiedlung auf einen Faschingswagen.
„Beats 22 wir verbinden Menschen e.V.“ aus Woppenrieth (Gemeinde Tännesberg) kamen ebenfalls mit der längsten Anreise zum Waldthurner Fosnachtmarsch.

Die kreativen Waldbewohner der Waldthurner Kolpingfamilie schauten sich im Gänseort um. Der Frauenbund war unter die Ballonfahrerinnen gegangen, um einen besseren Überblick aus der Gänseperspektive zu haben. Die Landjugend schmetterte mit ihrem Wagen „Welt der Musik“ auf, Physiozeit Waldthurn bellte als Dalmatiner gefährlich, wobei sie mit Thomas Bauer sogar einen Hundefänger dabei hatten.

Gefahr für die Gänse

Die Bernriether Hüttenfreunde waren unter dem Motto: „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ ins Tal gekommen und jagten eben als clevere Füchse das vom Fasching betäubte Federvieh.
Auch Fußballer des FSV Waldthurn waren mit ihrem Boss Peter Sollfrank als Mario Kart auf den Waldthurner Straßen unterwegs. Das Landvolk marschierte als Arche samt Gefieder durch den Markt, wobei man auch kreative Igel aus dem Winterschlaf geweckt hatte. Die Lennesriether Garten- und Blumenfreunde waren ebenfalls ein echter Hingucker und erinnerten mit ihren grünen Haaren an „Mutter Erde“.

Regierungswagen

Auf dem „Hochfürstlichen Lobkowitzschen Gänseregierungswagen“ wachte „Oberschnoderer und Nochbürgermeister Sepp Gurs“ als Fürst Lobkowitz über seine Untertanen, auch die drei zur Wahl stehenden „Gänsebürgermeister-Anwärter“ drängelten sich auf dem fahrbaren Regierungssitz.

Grammer Solar
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Der Altenstädter Faschingsverein Genau war sogar mit Prinzenpaar samt Altenstädter Burschen angereist. Die Westernfreunde aus dem Trabantendorf Frankenrieth waren ebenso dabei wie der Ott-Bauwagen aus Wampenhof samt Schneewittchen und den Zwergen – sie verbreiteten beste Stimmung.

Trotz kühler Temperaturen blieb die Laune wetterfest. Mit dem richtigen Gefieder, ausreichend „Körnern“ und wärmenden Getränken ließ sich auch der frische Februartag bezwingen. Spätestens bei der Afterzugparty an der Verräterklause kochte die Stimmung über – geschnattert, gelacht und gefeiert wurde bis in die Abendstunden. Die vielen „Zuckerler“, die unter die Leute gebracht wurden, hatte die Waldthurner Vereinsgemeinschaft spendiert.