Art to go: Weidens Kultur passt jetzt in die Hosentasche
Art to go: Weidens Kultur passt jetzt in die Hosentasche
Seinen Anfang nahm das Art to go – Projekt beim jährlichen Neujahrstreffen der Kulturschaffenden im Internationalen Keramikmuseum. Dort kommen jeweils im Januar Menschen zusammen, die das kulturelle Leben der Stadt gestalten. Aus dem Austausch wuchs der Wunsch, die vielen Einrichtungen und Angebote gemeinsam sichtbar zu machen. Nun liegt das Ergebnis auf Papier vor. Damit wird aus dem Netzwerk auch ein Wegweiser für alle, die sich in Weidens Kultur umsehen möchten.
Museumsleiter Johannes Listewnik erinnerte daran, dass die Idee bereits vor seinem Amtsantritt entstanden war. Ihm ging es bei der Vorstellung besonders darum, das vorhandene Angebot der Stadt zu zeigen. Die wesentliche redaktionelle Arbeit übernahm der Förderverein „Die Keramischen e. V.“ ehrenamtlich. Zugleich unterstützte die Stadt das Vorhaben und steuerte Informationen bei. Der Vorsitzende des Vereins Konstantin Thomas bedankte sich ausdrücklich für diese gelungene Zusammenarbeit.
Art to go führt vom Museum bis zur Musik
Der Kulturstadtplan verbindet Orientierung mit kurzen Informationen zu den einzelnen Stationen. Verzeichnet sind die historische Altstadt mit Oberem und Unterem Markt sowie die Kirchen St. Josef und St. Michael. Hinzu kommen das Internationale Keramik-Museum, das Stadtmuseum mit seinem Max-Reger-Zimmer und die Regionalbibliothek. Auch die Max-Reger-Halle gehört selbstverständlich dazu. Damit liegen Orte auf einer Karte, die sonst häufig einzeln für ihre Programme werben.
Art to go beschränkt sich nicht auf Gebäude. Hinweise auf die Max-Reger-Tage, den Jazz-Zirkel und weitere kulturelle Angebote ergänzen den Überblick. So werden auch Vereine und Veranstaltungsreihen sichtbar. Die Karte zeigt damit, wo Kultur stattfindet und wer sie mitgestaltet. Musik, bildende Kunst, Theater und Lesungen stehen nebeneinander. Für einen Spaziergang durch die Stadt ergeben sich daraus unterschiedliche Anknüpfungspunkte.
Die abgebildete Faltkarte bietet neben dem Stadtplan auch Fotos, kurze Beschreibungen und QR-Codes. Zu sehen sind beispielsweise Informationen zur Max-Reger-Halle sowie zu den beiden überregional bedeutenden Kirchen St. Michael und St. Josef. Dadurch lässt sich ein Standort im Plan mit dem jeweiligen Kulturort verbinden. Wer zunächst nur nach einem Museum sucht, bekommt beim Aufklappen zugleich Anregungen für weitere Stationen. Art to go kann deshalb auch für einen zweiten Blick auf die eigene Stadt nützlich sein.
Ein Museum als Treffpunkt der Kulturschaffenden
Dass der Anstoß aus dem Keramikmuseum kam, passt zu dessen eigener Arbeit. Das Haus in der Luitpoldstraße zeigt auf rund 1.000 Quadratmetern Keramik aus sieben Jahrtausenden. Sechs bayerische Staatsmuseen tragen zu den Sammlungen bei. Zugleich ergänzt das Museum seine Ausstellungen durch Führungen, Workshops und Angebote für Schulen. Gemeinsam mit dem Förderverein entstehen außerdem Ausstellungen zur regionalen und zeitgenössischen Keramikszene. Die Keramischen unterstützen das Haus bereits seit ihrer Gründung Ende 2013.
Beim neuen Stadtplan reicht der Blick nun über die eigene Ausstellung hinaus. Art to go stellt unterschiedliche Einrichtungen und Veranstalter gemeinsam vor. Für Besucher erleichtert das die Orientierung. Für die beteiligten Kulturschaffenden bietet die gemeinsame Darstellung wiederum die Möglichkeit, auch Menschen zu erreichen, die zunächst wegen eines anderen Angebots nach Weiden kommen. Der kleine Führer richtet sich deshalb gleichermaßen an Touristen, Tagesgäste und Einheimische.
Kultur verbindet – und darf selbstbewusst auftreten
Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler dankte dem Keramikmuseum und dem Förderverein für ihr Engagement. Dabei stellte er den verbindenden Charakter von Kultur heraus: Sie bringe Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Herkunft und Religion zusammen. Viele Angebote in Weiden würden durch Ehrenamtliche getragen und prägten die Lebensqualität der Stadt. Für Zeitler gehört dazu die ganze Bandbreite von Musik über bildende Kunst bis zu Theater und Lesungen.
Bei der Darstellung dieses Angebots müsse sich Weiden nicht verstecken. „Wir können mit Stolz unser Kulturangebot nach außen tragen“, betonte der Oberbürgermeister. Die gewohnte oberpfälzische Bescheidenheit dürfe dafür ruhig einmal zurückstehen. Art to go bietet nun eine handliche Gelegenheit dazu. Ergänzend zur Ausgabe in der Tourist-Info ist vorgesehen, die Karte über die Stadt auch Hotels zur Verfügung zu stellen.




