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Franz Griesbacher: der Paldauer-Chef im Gespräch

Neustadt/WN. Die Paldauer zogen in der voll besetzten Stadthalle sämtliche Register und verwandelten den Saal innerhalb kürzester Zeit in eine Stimmungs-Hochburg.

Franz Griesbacher: der Paldauer-Chef im Gespräch

Bandleader Franz Griesbacher. Foto: Peter Gattaut

Nicht nur die vielen Hits, sondern auch die perfekte Bühnenpräsentation sind seit Jahrzehnten das Markenzeichen der Paldauer. Gegründet wurde die Band 1968 unter den Namen „Paldauer Quintett“ von Franz Griesbacher, seinen Stiefbruder Erwin Pfundner und drei weiteren Freunden. Der offizielle Eintrag als Musikband „Die Paldauer“ erfolgte im Jahr 1972.

Die Paldauer

Die Paldauer gehören seit mehr als 50 Jahren zu den erfolgreichsten Musikgruppen auf dem deutschsprachigen Schlagermarkt. Die Österreicher aus der Steiermark absolvieren jährlich unzählige Konzerte. Die Bandbreite reicht von den eigenen Schlagern bis hin zu fetzigen Rock’n’Roll-Songs. Sie werden auch gerne als erfolgreichste Schlagerband der Gegenwart bezeichnet.

Bandleader Franz Griesbacher im Gespräch

Peter Gattaut und Fan Heidi Rauscher konnten nach dem Konzert mit Bandleader Franz Griesbacher (links) sprechen. Foto: Gattaut

Die Paldauer sind nun schon seit mehr als 50 Jahre erfolgreich im Schlagerbusiness tätig und kein bisschen müde, die Fans werden eher mehr als weniger, wie würdet ihr den Erfolg selber beschreiben?

Franz Griesbacher: Wir nehmen uns in dieser Hinsicht nicht so wichtig. Stargehabe ist für uns ein absolutes Fremdwort und überhaupt nicht unser Stil. Wir freuen uns, wenn viele Leute zu unseren Konzerten kommen und wir mit unserer Musik etwas Freude in die Herzen der Menschen zaubern können. Es ist über die vielen Jahre eine große familiäre Paldauer-Fan-Gemeinde entstanden, Kontakte, die wir aber auch gewissenhaft hegen und pflegen.

Seit 2000 seid ihr eingetragene Ehrenbürger der Marktgemeinde Paldau. Wie stolz macht dich das als gebürtiger Paldauer?

Griesbacher: Das ist zurzeit eine heikle Frage. Ich war immer ein stolzer Paldauer, der sich darüber gefreut hat, dass Jugendfreunde, Nachbarn, Schulkameraden, ehemalige Lehrer oder auch der Marktgemeinderat unsere Musik so schätzen, dass daraus eine Ehrenbürgerschaft entstanden ist. Mittlerweile hat sich mein Blickwinkel darauf geändert. Die Politik, die dort im Ort betrieben wird, hat die ganze Situation sehr betrübt. Darüber hinaus kann man bei mir durchaus von einer allgemeinen Politikverdrossenheit sprechen.

Mit dem Song „Düsseldorfer Girl“ wurdet ihr 2001 Jahressieger der ZDF-Hitparade und bekamt dafür auch den deutschen Schlagerpreis des NDR. Ein Riesen-Hit der einfach zu euch gehört wie „Ti amo“ zu Howard Carpendale, wie kam es eigentlich bei dem Song zur Auswahl der deutschen Stadt Düsseldorf?

Spedition Wagner
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Griesbacher: Das war wirklich reiner Zufall. Andreas Bärtels, ein Berliner Komponist und Texter, mit dem wir viel zusammen gearbeitet haben und den ich sehr schätze, hat uns diesen Song angeboten. Das Demo hat uns nicht mehr losgelassen und wir haben unsere Ideen dazu einfließen lassen und einen typischen Paldauer-Schlager daraus entwickelt.

Wer entscheidet letztendlich darüber, wer den Part des Sängers von den neu geschrieben Liedern übernimmt, die Auswahlmöglichkeit mit drei Sänger ist ja nicht unerheblich?

Griesbacher: Die letzte Entscheidung darüber, welche Stimme für die jeweiligen Songs am besten geeignet ist, treffe ich nach besten Wissen und Gewissen, unabhängig davon, wer den Titel von uns geschrieben hat. Oftmals bekommen wir auch Lied-Angebote von bekannten und unbekannten Songwritern. Ich höre mir jedes Stück an und antworte auch zu jedem angebotenem Werk, das ist für mich eine Charaktersache.

Was mich schon immer einmal interessieren würde, gehst du in deiner Freizeit auch auf Konzerte und wenn ja auf welche?

Franz Griesbacher: Ja, natürlich. Zum einen verfolge ich, wenn wir mit anderen Künstlern gemeinsam auf Tournee sind, deren Auftritte immer sehr genau. Das ist immer etwas dabei, was einen inspiriert oder für eigene neue Ideen sorgt. Zum anderen besuche ich auch öfters Konzerte von eher noch unbekannten Künstlern, jeder hat bekanntlich erstmal klein angefangen. Aber auch Michael Jackson oder U2 habe ich schon live bewundert, das Genre spielt dabei keine Rolle, ich interessiere mich für jede Art von Musik.

Welchen Ratschlag oder Lebensphilosophie wollt ihr unseren Lesern und euren zahlreichen Fans mit auf den Weg geben?

Griesbacher: Ehrlich währt am längsten und nichts ist selbstverständlich. Nehmt aufeinander Rücksicht, denn wir müssen die Welt in Ordnung bringen, da die Politiker anscheinend dazu nicht in der Lage sind oder es bewusst nicht wollen.