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Weidener Literaturtage: Fantasy-Lesung fasziniert Publikum

Die Weidener Literaturtage zeigen erneut ihre Vielfalt: Bei einer mitreißenden Lesung begeisterte Autorin Magdalena Gammel gemeinsam mit Moderatorin Maron Fuchs das Publikum.

Weidener Literaturtage: Fantasy-Lesung fasziniert Publikum

Weidener Literaturtage
Autorin Magdalena Gammel (rechts) und Moderatorin Maron Fuchs begeisterten bei den Weidener Literaturtagen mit einer äußerst lebendigen Fantasy-Lesung in der „Sünde“. Foto: Alexandra Stangl

Die Weidener Literaturtage bleiben ein besonderer Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. Auch bei der 38. Ausgabe zeigte sich erneut, wie breit das Angebot aufgestellt ist. Neben bekannten Namen und klassischen Lesungen bot das Programm diesmal auch Raum für moderne Genres. Besonders die Fantasy-Lesung in der „Sünde“ zog ein überwiegend junges Publikum an und entwickelte sich schnell zu einem der Höhepunkte der Veranstaltungsreihe.

Weidener Literaturtage setzen auf Vielfalt

Ein Markenzeichen der Weidener Literaturtage ist die Vielfalt. Das Organisationsteam um Ruth Neumann achtet bewusst darauf, unterschiedliche Interessen anzusprechen. Während bei der offiziellen Eröffnung im Neuen Rathaus vor allem erwachsene Leser angesprochen wurden, richteten sich andere Veranstaltungen gezielt an jüngere Zielgruppen. So konnten Kinder beim Leseprojekt rund um „Regibert“ aktiv werden, während Fantasy-Fans nun auf ihre Kosten kamen.
Mit der Veranstaltung in der „Sünde“ wurde deutlich, wie sehr sich die Literaturtage auch modernen Entwicklungen öffnen. Fantasy zählt längst zu den beliebtesten Genres, vor allem bei jungen Leserinnen und Lesern. Genau hier setzte der Abend an.

Magdalena Gammel fasziniert mit Fantasy-Buchreihe

Von Beginn des Abends an entwickelte sich ein äußerst lebendiger Austausch zwischen Autorin Magdalena Gammel und Moderatorin Maron Fuchs.
Magdalena Gammel wurde 1997 in München geboren. Literatur und Film gehörten schon früh zu ihren Leidenschaften. Erste Erfahrungen sammelte sie in der Schauspielerei, entschied sich jedoch bewusst dafür, Geschichten selbst zu schreiben. Nach ihrem Kunst-Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Bild und Ton. Heute lebt und arbeitet sie in München, unterbrochen von familiär bedingten Aufenthalten in Südafrika.
Mit ihrer Reihe „Tale of Sun and Night: Not all Nightmares are born in Darkness“ hat sich die Autorin vor allem im Bereich Young Adult Fantasy einen Namen gemacht. In Weiden stellte sie den ersten Teil ihrer neuen Trilogie vor und zog das Publikum schnell in ihren Bann.

Fantasy-Geschichte mit emotionaler Tiefe

Die Handlung führt in das Reich Aurikalos, in dem Träume eine zentrale Rolle spielen. Im Mittelpunkt steht die Figur Lio, die an den Hof von Karhawell zurückkehrt. Dort gerät sie in ein Spannungsfeld zwischen Macht, Kontrolle und persönlichen Erinnerungen. Als vermeintliche Verlobte bewegt sie sich zwischen Freiheit und Abhängigkeit.
Gleichzeitig entstehen neue Konflikte, als Izan, der rechtmäßige Thronerbe, in ihr Leben tritt. Zwischen den Figuren entwickeln sich Gefühle, die sowohl Hoffnung als auch Gefahr bedeuten. Besonders die geheimnisvolle Insel Mareis, auf der Träume Realität formen können, spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Geschichte.
Die Autorin verstand es, diese komplexe Handlung in ihren Lesepassagen einfühlsam und lebendig zu vermitteln. 

Maron Fuchs führt charmant durch die Weidener Literaturtage

Zum Gelingen des Abends trug auch Moderatorin Maron Fuchs maßgeblich bei. Vielen Weidenern ist sie noch unter ihrem bürgerlichen Namen Katharina Andonie bekannt. Die ehemalige Kepler-Abiturientin ist selbst als Autorin aktiv und hat sich zudem als erfolgreiche Poetry-Slammerin etabliert.
Im Jahr 2022 wurde sie sowohl fränkische als auch bayerische Meisterin im Poetry Slam. Diese Erfahrung war während der Veranstaltung deutlich spürbar. Mit Humor, Charme und einem guten Gespür für das Publikum führte sie durch den Abend.
Besonders gelungen war das Zusammenspiel der beiden Frauen auf der Bühne. Die Gespräche gingen über oberflächliche Themen hinaus und boten auch sehr persönliche Einblicke. 

Weidener Literaturtage als Plattform für junge Literatur

Ein zentraler Aspekt des Abends war die Motivation für das Publikum. Beide Autorinnen betonten, wie wichtig es sei, eigene Ideen aufzuschreiben und kreativ zu arbeiten. Gerade junge Menschen wurden ermutigt, ihre Geschichten zu entwickeln und den Schritt zur Veröffentlichung zu wagen.
Diese Botschaft passt gut zum Konzept der Weidener Literaturtage. Die Veranstaltungsreihe versteht sich nicht nur als Plattform für etablierte Autoren, sondern auch als Ort der Inspiration und möglicherweise auch als Keimzelle unentdeckter regionaler Talente.

WITRON – Nachmittag der Ausbildung
WITRON – Nachmittag der Ausbildung

Großer Applaus für einen besonderen Abend

Die Weidener Literaturtage haben damit erneut bewiesen, dass sie nicht nur klassische Literaturformate bedienen, sondern auch moderne Strömungen erfolgreich integrieren. Der große Applaus zum Abschluss war ein deutliches Zeichen dafür, dass dieses Konzept aufgeht. So bleibt die Veranstaltung ein Beispiel dafür, wie Literatur lebendig vermittelt werden kann. Ein Abend, der zeigt, dass auch abseits des Mainstreams ein breites Publikum erreicht werden kann.