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Familien durch ehrenamtliches Engagement, Zeit und mit Herz stärken

Immenreuth. Ehrenamtliche Familienpatinnen und -paten entlasten im Landkreis Tirschenreuth Familien und schenken Kindern Aufmerksamkeit und Freude. Das SOS-Kinderdorf Oberpfalz lädt im Oktober zum Vorbereitungsseminar ein.

Immenreuth. Ehrenamtliche Familienpatinnen und -paten entlasten im Landkreis Tirschenreuth Familien und schenken Kindern Aufmerksamkeit und Freude. Das SOS-Kinderdorf Oberpfalz lädt im Oktober zum Vorbereitungsseminar ein.
Die ehrenamtlichen Familienpat*innen berichten von ihren bereichernden Erfahrungen beim Austauschtreffen im SOS-Kinderdorf Oberpfalz. Foto: Teresa Konrad

Familien durch ehrenamtliches Engagement, Zeit und mit Herz stärken

Ein paar Stunden Zeit pro Woche können für Familien einen großen Unterschied machen. Genau das erleben die ehrenamtlichen Familienpatinnen und Familienpaten im Landkreis Tirschenreuth immer wieder. Mit Aufmerksamkeit, gemeinsamen Unternehmungen und einem offenen Ohr schenken sie Familien Entlastung und Kindern wertvolle Zeit.

Ehrenamt stärkt Familien im Landkreis Tirschenreuth

Die Beweggründe für das Engagement sind vielfältig. Viele Ehrenamtliche möchten neben oder nach dem Berufsleben ihre freie Zeit sinnvoll einsetzen. Die Freude am Umgang mit Kindern und der Wunsch, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben, stehen dabei im Mittelpunkt. Andere finden in der Zeit mit den Familien einen Ausgleich zu ihrem Arbeitsalltag.

Bewegende Erfahrungen der Familienpaten

Für Familienpate Engelbert ist das Ehrenamt eine Bereicherung für beide Seiten. „Zeit schenken ist das schönste Geschenk, das man machen kann“, sagt er. Besonders berührend sind für ihn die Momente, in denen Kinder ihre Freude über die gemeinsame Zeit zeigen. „Das Schönste an diesem Ehrenamt ist die Freude, die einem die Kinder entgegenbringen. Wenn sie fragen: ‚Wann kommst du denn wieder?‘, dann merke ich, dass man alles richtig macht.“

Ein wichtiger Baustein für den erfolgreichen Einstieg ist das umfassende Vorbereitungsseminar, das die Koordinatorinnen Christina Heumann und Judith Pfeiffer vom SOS-Kinderdorf Oberpfalz durchführen. Die Ehrenamtlichen betonen, wie sehr ihnen die Schulung Sicherheit gegeben hat. Themen wie der Umgang mit den Familien, mögliche Herausforderungen und praxisnahe Simulationen werden intensiv behandelt.

Vorbereitung und fachliche Begleitung

Auch während der Familienpatenschaften stehen die beiden pädagogischen Fachkräfte beratend zur Seite. Familienpatin Doris schätzt besonders die kontinuierliche fachliche Begleitung: „Wir sollen und dürfen auch immer an sie herantreten, um Situationen zu besprechen. Das gibt einem ein gutes Gefühl.“ Die intensive Vorbereitung sei für sie eine wichtige Grundlage gewesen: „Ich hätte mich ohne die Vorbereitung nicht einfach in eine Familie getraut. Auch Menschen ohne eigene Kinder gewinnen dadurch das Vertrauen, die Aufgabe kompetent übernehmen zu können.“

Im Mittelpunkt der Familienpatenschaften stehen gemeinsame Aktivitäten, die den Kindern Freude bereiten: Spielen, Basteln, Vorlesen, Kochen oder Ausflüge auf den Spielplatz. Oft sind es gerade die einfachen Momente, die für die Kinder besonders wertvoll sind. Es ist die Zeit, die ganz ihnen gehört. Auch Koordinatorin Christina Heumann erlebt immer wieder, welchen Unterschied diese gemeinsame Zeit macht: „Ihr schafft Abwechslung und erweitert den Horizont.“ In der Regel sind die Familienpat*innen und -paten einmal wöchentlich für zwei bis drei Stunden in den Familien, wobei die zeitliche Gestaltung flexibel in Absprache mit der Familie erfolgt. Engelbert ist überzeugt: „Die Zeit hat jeder. Zwei Stunden kann man sich irgendwo abzwacken.“

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Gemeinschaft und Motivation im Ehrenamt

Gleichzeitig profitieren auch die Ehrenamtlichen. „Man hat das Gefühl, etwas bewirkt zu haben und geht fröhlich und glücklich nach Hause“, beschreibt Familienpatin Theresia das Ehrenamt. Darüber hinaus berichten die Familienpaten von dem besonderen Gemeinschaftsgefühl, das sie bei den Austauschtreffen mit den anderen Patinnen und Paten erleben.

Die Erfahrungen zeigen außerdem, wie wichtig es ist, Unterstützung frühzeitig anzunehmen. Familienpatenschaften sind ein Angebot, den Alltag gemeinsam leichter zu gestalten und Kindern zusätzliche Möglichkeiten zu eröffnen. Auch Familienpatin Martina wünscht sich, dass noch mehr Familien den Schritt wagen: „Es ist so ein tolles Angebot, das noch viele Familien annehmen können, die sich bisher nicht trauen.“ Interessierte Familien aus dem Landkreis Tirschenreuth können sich bei den Koordinatorinnen melden.

Niedrigschwelliger Einstieg: Voraussetzungen und Schulung

Die Botschaft der Ehrenamtlichen an Menschen, die über ein Engagement nachdenken, ist eindeutig: einfach den ersten Schritt wagen. Für Familienpatin Elisabeth ist die Empfehlung schlicht: „Ausprobieren. Es kann nix schiefgehen.“ Offenheit, Verlässlichkeit und Freude am Umgang mit Kindern sind die wichtigsten Voraussetzungen. Alles Weitere wird in der 36-stündigen Vorbereitungsschulung und durch den kontinuierlichen Austausch mit den beiden Koordinatorinnen vom SOS-Kinderdorf Oberpfalz vermittelt.

Das nächste Vorbereitungsseminar findet im Herbst (Termine: 9./ 11./ 16.-17./ 30.-31. Oktober) statt, eine Anmeldung ist erforderlich. Interessierte können sich bei den Ansprechpartnerinnen Christina Heumann (christina.heumann@sos-kinderdorf.de oder 0170 3758016) und Judith Pfeiffer (judith.pfeiffer@sos-kinderdorf.de oder 0160 90786724) melden.

Das Projekt ist eine Kooperation des Landkreises Tirschenreuth mit dem SOS-Kinderdorf Oberpfalz, Teil des vom Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales geförderten Projekts „Netzwerk Familienpaten in Bayern“ und ist finanziert aus Mitteln des Landkreises Tirschenreuth.

Freundschaft und Wertschätzung als Lohn des Engagements

Wer Zeit verschenkt, erhält oft selbst etwas Unbezahlbares zurück: Vertrauen, Dankbarkeit und das gute Gefühl, für Kinder und Familien einen echten Unterschied zu machen. Für Familienpate Manfred sind es vor allem die Beziehungen, die im Laufe der Zeit entstehen und das Ehrenamt so besonders machen. „Was die Kinder einem zurückgeben, ist unbezahlbar.“ Ein besonderes Beispiel dafür ist sein Ritual mit einem Patenkind: Beim Besuch auf dem Spielplatz stoßen sie gemeinsam mit ihren Getränken an. Auf die Frage, worauf sie anstoßen, kommt stets dieselbe Antwort: „Auf unsere Freundschaft.“

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