Terrorangriff in Odessa: Hilfsgüter aus Weiden und Regensburg bei Drohnenangriff zerstört
Terrorangriff in Odessa: Hilfsgüter aus Weiden und Regensburg bei Drohnenangriff zerstört
Schlimme Nachrichten haben die Helfer von Space-Eye in Weiden und Regensburg erreicht. Bei einem Terrorangriff in Odessa wurde ein humanitäres Lager durch einen Drohnenangriff schwer getroffen. Nach Angaben der Hilfsorganisation setzte der Einschlag das Gebäude in Brand. Große Mengen eingelagerter Hilfsgüter wurden dabei vernichtet. Auch Material aus der Oberpfalz befand sich in dem Depot. Die Nachricht über die Zerstörung erreichte Andreas Lehner von Space-Eye Weiden bereits rund 30 Minuten nach dem Angriff. Für die Helfer vor Ort und ihre Unterstützer in Deutschland bedeutet der Verlust einen schweren Rückschlag.
Terrorangriff in Odessa trifft humanitäres Lager
Nach Angaben von Space-Eye soll eine russische Shahed-Drohne das Lager am Donnerstag gegen 18.15 Uhr getroffen haben. Flammen breiteten sich anschließend in den Gebäuden aus. Bilder aus Odessa zeigen schwere Brandschäden und zerstörte Gebäudeteile. Über mögliche Verletzte liegen unterschiedliche Angaben vor. Space-Eye teilte mit, dass niemand getötet oder verletzt worden sei. In einer aus Odessa verbreiteten Nachricht ist dagegen von zwei Verletzten die Rede. Unabhängig davon überwiegt bei den Verantwortlichen die Erleichterung darüber, dass der Angriff offenbar keine Todesopfer forderte. Das Ausmaß der materiellen Schäden ist allerdings erheblich.
Auch Hilfsgüter aus Weiden wurden vernichtet
Besonders bitter ist der Angriff für die Helfer in der Oberpfalz. Erst Anfang September hatten Space-Eye Weiden und Regensburg Hilfsgüter an eine ukrainische Spedition übergeben. Diese Lieferung wurde nach Odessa transportiert und lagerte teilweise bereits in dem nun zerstörten Depot. Darunter befanden sich dringend benötigte Gegenstände für Familien, Flüchtlinge und soziale Einrichtungen. Die Helfer in Odessa untersuchen derzeit, welche Waren vollständig verloren gingen. Gleichzeitig suchen sie nach einem neuen Lager. Nach ersten Einschätzungen sind die Schäden so schwer, dass die bisherigen Räume vermutlich nicht mehr genutzt werden können.
Space-Eye will Hilfe nach dem Angriff verstärken
Space-Eye-Gründer Michael Buschheuer kündigte an, sich von dem Angriff nicht entmutigen zu lassen. Die Organisation wolle ihre Anstrengungen für die Menschen in Odessa vielmehr verstärken. Buschheuer wertete Angriffe auf Zivilisten und Hilfsorganisationen als Kriegsverbrechen. Space-Eye unterstützt Menschen in der Ukraine seit Beginn der russischen Vollinvasion mit Lebensmitteln, Medikamenten, Generatoren und weiteren Hilfsgütern. Die Transporte in die Regensburger Partnerstadt Odessa werden nach Angaben des Vereins ausschließlich über private Spenden finanziert. Für die Helfer ist die Zerstörung bereits der dritte schwere Schlag gegen Depots mit humanitären Waren.
Terrorangriff in Odessa löst neuen Spendenaufruf aus
Die Weidener Helfer wollen deshalb möglichst schnell neue Hilfsgüter sammeln. Besonders gebraucht werden derzeit Babyartikel wie Kleidung und Windeln sowie Schulsachen, Spielsachen und medizinische Produkte. Auch haltbare Lebensmittel wie Nudeln oder Milchpulver stehen auf der Wunschliste. Hinzu kommen Hygieneartikel wie Zahnpasta und Seife. Sachspenden können nach Angaben der Organisation freitags zwischen 14 und 18 Uhr sowie nach Vereinbarung abgegeben werden. Weitere Sammelstellen gibt es in den Landkreisen Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth. Informationen stellt Space-Eye Weiden im Internet bereit.
Nächster Hilfstransport ist bereits geplant
Trotz der Zerstörung soll die Unterstützung ohne größere Pause weitergehen. Für den 23. bzw. 24. September ist bereits ein weiterer Hilfstransport aus Regensburg und Weiden vorgesehen. Andreas Lehner habe den Freunden in Odessa zugesichert, gemeinsam dafür zu kämpfen, die verlorenen Waren schnellstmöglich zu ersetzen. Auch finanziell ist die Organisation auf Unterstützung angewiesen. Die Partner vor Ort wollen ihre Arbeit trotz des Angriffs fortsetzen.
Helfer in Odessa wollen weitermachen
Aus Odessa selbst kam unmittelbar nach dem Angriff eine klare Botschaft: Die freiwilligen Helfer wollen weitermachen. Das Lager und zahlreiche Hilfsgüter seien verloren, die Aufgabe aber nicht. Generatoren, Batteriesysteme und weitere Ausrüstung waren für Dörfer, Kirchen, Freiwilligenzentren und Familien bestimmt. Nun beginnt die Arbeit vieler Ehrenamtlicher praktisch erneut. Für Space-Eye Weiden ist der Terrorangriff in Odessa deshalb nicht das Ende eines Projekts, sondern ein Anlass, die Unterstützung erneut zu bündeln. In den kommenden Tagen entscheidet sich, wie schnell ein Ersatzlager gefunden und der nächste Transport auf den Weg gebracht werden kann.







