Trauer in Pleystein um Porzellanmaler und Holzschnitzer Hermann Schneider

Trauer in Pleystein um Porzellanmaler und Holzschnitzer Hermann Schneider
Am 14. Oktober 2026 verstarb Hermann Schneider. Der jetzt Verstorbene wurde am 30. Juni 1941 in Pleystein geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte Hermann Schneider den Beruf des Porzellanmalers. Beim Besuch der Höheren Staatlichen Porzellanfachschule Selb vertiefte er seine Kenntnisse, bildete sich weiter und wurde Dekor-Entwerfer. Während seines gesamten Berufslebens, das im Jahr 2004 endete, war Hermann Schneider bei der Porzellanmanufaktur Seltmann in Weiden beschäftigt.
Requiem würdigt künstlerisches Lebenswerk
Im Requiem in der Stadtpfarrkirche St. Sigismund nannte Stadtpfarrer Adam Karolczak den Verstorbenen einen Menschen, dessen Leben auf besondere Weise von Kunst geprägt gewesen sei, der mit seinen Händen etwas schaffen konnte, der Farben und Formen zum Leben erweckte und der in seinen Werken etwas von sich selbst hinterlassen habe. Stadtpfarrer Adam Karolczak ging im Besonderen auf das Sterbebild Hermann Schneiders ein, das die Schneiderkapelle auf dem Galgenberg zeige. Dieses Bauwerk sei mehr als ein Gebäude, sondern der Beweis von Kreativität und der tiefen Leidenschaft eines Menschen, der nicht nur schöne Dinge gestalten konnte, sondern etwas Bleibendes schaffen wollte. Mit dieser Kapelle habe Hermann Schneider einen Ort geschaffen, an dem bewusst werde, dass das Leben aller in einer größeren Wirklichkeit aufgehoben sei. Sein Beruf habe ein besonderes Auge für Formen, Farben, feine Linien und das Zusammenspiel kleiner Details gefordert. Gerade die geschnitzten Kirchenfiguren seien Beweis, dass die Kunst des Verstorbenen auch einen religiösen Ausdruck fand. Wichtig für Hermann Schneider sei aber auch gewesen, seine Fähigkeiten in den Dienst anderer zu stellen und sich somit in das Leben seiner Heimat einzubringen.
Familie, Glaube und Hoffnung
Am 8. Oktober 1965 schloss Hermann Schneider mit Ursula, in Pleystein von allen liebevoll Ulla genannt, den Bund fürs Leben. Aus der Ehe gingen die Söhne Thomas und Christian hervor. Später ergänzten die Enkel Camilla und Philipp die Familie, später folgten noch zwei Urenkelkinder. Im Jahr 2017 verstarb Ursula Schneider. Sohn Christian verstarb im Jahr 2021.
Dies seien schwere Einschnitte im Leben Hermann Schneiders gewesen, sagte der Geistliche. Jetzt bleibe die Hoffnung, dass Gott die Familie, die im Leben miteinander verbunden gewesen sei, in seiner Ewigkeit wieder zusammenführe. Und gerade deshalb könne für viele die Schneiderkapelle auch ein Ort werden, wo die Nähe zu Gott besonders spürbar werde. In seiner Gesamtheit bleiben von Hermann Schneider dessen Bilder und Schnitzarbeiten als Spuren, die er in Pleystein und in den Vereinen hinterlassen habe. Zugleich aber blieben auch die Erinnerungen an seine Familie und an die kleinen Dinge, die das Leben ausmachten, betonte der Stadtpfarrer.
Verdienste für die Stadt Pleystein
Altbürgermeister Johann Walbrunn sprach die Nachrufe für verschiedene Pleysteiner Vereine und ging vor allem auch auf die Verdienste Hermann Schneiders gegenüber der Stadt Pleystein ein. So sei die Wappenwand im Rathaussaal das bleibende Ergebnis der Schnitz- und Malkunst des Verstorbenen. Über viele Jahre hinweg habe Hermann Schneider die Eröffnungstexte im Goldenen Buch der Stadt mit seiner besonderen Schrift geprägt und malte dazu Urkunden und Bilder zu den unterschiedlichsten Anlässen. Ausführlich beschrieb der Altbürgermeister die weiteren künstlerischen Werke Hermann Schneiders im weltlichen und kirchlichen Bereich.
Im Jahr 1971 habe Hermann Schneider die Pleysteiner Holzschnitzer gegründet und diese Gemeinschaft über vier Jahrzehnte lang geleitet. Deshalb nehmen die Pleysteiner Holzschnitzer in tiefer Trauer und Dankbarkeit Abschied von Hermann Schneider, sagte der Altbürgermeister. Vom Tod Hermann Schneiders tief betroffen sei auch die Kolpingfamilie Pleystein, der der Verstorbene viele Jahre angehörte und im Jahr 2010 für die fünfzigjährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Vor allem habe Hermann Schneider als Chronist die Geschichte der Kolpingfamilie für die kommenden Generationen festgehalten, erinnerte Johann Walbrunn. „Er lässt damit das Wirken vieler Kolpingsschwestern und Kolpingbrüder lebendig bleiben.“ Beim Männergesangverein 1895 Pleystein hat sich Hermann Schneider mit der Gestaltung der Vereinsfahne auf Dauer sichtbar eingebracht. Am offenen Grab auf dem Pleysteiner Friedhof verabschiedete sich der Männergesangverein 1895 Pleystein mit dem Choral „Über den Sternen“. Der Schützenverein Einigkeit Miesbrunn durfte sich seit dem Jahr 1975 über die Unterstützung Hermann Schneiders freuen. Er beschriftete deren Schützenscheiben und bemalte auf einmalige Art die Jubiläumsscheiben. Der Schützenverein Einigkeit Miesbrunn dankte schon vor langer Zeit mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft für die einmalige Unterstützung. Einen Abschiedsgruß im Gotteshaus entbot auch der Pleysteiner Jahrgang 1941, der mit dem Verstorbenen in engem Kontakt stand.
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