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Trauer um Alfons Bogner in Weiherhammer

Weiherhammer. Rund 450 Trauergäste bekundeten am Samstag ihre dankbare Wertschätzung für Alfons Bogner. Nach einem erfüllten Leben für seine Familie, die Kirche, Musik und den Gesang ist er im gesegneten Alter von 92 Jahren verstorben.

Weiherhammer. Rund 450 Trauergäste bekundeten am Samstag ihre dankbare Wertschätzung für Alfons Bogner. Nach einem erfüllten Leben für seine Familie, die Kirche, Musik und den Gesang ist er im gesegneten Alter von 92 Jahren verstorben.
Am Grab von Alfons Bogner. Foto: Siggi Bock

Trauer um Alfons Bogner in Weiherhammer

Der Weiherhammerer hatte sich als Volksmusiker, Sänger und Ausbilder große Verdienste und viel Ansehen erworben. Seine Kinder hatten ihn in den letzten Wochen in seinem Haus vorbildlich umsorgt.

Trauergottesdienst und musikalische Begleitung

Den Seelengottesdienst in der Pfarrkirche, die Mitte seines Lebens und Glaubens war, konzelebrierten Pfarrer Varghese Puthenchira sowie Pater Prince Kalarimuryil und Pfarrer Yesu Savariyappan (Kallmünz). Der Kirchenchor brachte unter dem Dirigat von Paul Leistner und Michael Bertelshofer an der Orgel die zum langjährigen Chorsänger passenden Lieder „Mögen Engelchöre dir nun singen“, „Ein Danklied sei dem Herrn“, „Ave Maria gratia plena“ und „Ins Paradies mögen Engel dich begleiten“ zur Aufführung.

Das eingangs gesungene Lied „Der Herr ist mein Hirt“ könne wie eine Überschrift über dem Leben von Alfons Bogner stehen, der sich von Gott getragen wusste, betonte Puthenchira. Dieses tiefe Vertrauen habe ihm Halt gegeben und die Kraft geschenkt, seinen Weg zu gehen. „Seinen Glauben hat er nicht als Privatsache verstanden, er fand Ausdruck im persönlichen Bekenntnis, in der Feier der Sakramente und im gelebten Zeugnis.“ Puthenchira sagte ein herzliches „Vergelt’s Gott!“ für Bogners zuverlässigen, vielfältigen Einsatz in der Pfarrkirche Hl. Familie, die seine zweite Heimat war.

Lebensweg und Familie

Schwiegersohn Wolfgang Troidl beschrieb Bogners Lebensstationen, der am 12. September 1933 als zweites Kind der Eheleute Margarete und Peter Bogner geboren wurde. Mit zwei Schwestern und zwei Brüdern verbrachte er eine einfache Kindheit. Während und nach den Kriegsjahren fanden auch noch fünf weitere Pflegekinder Bleibe im kleinen Häuschen in der Ritterstraße. 1961 heiratete er seine Emma, mit der er 63 gemeinsame Jahre verbringen durfte. Fünf Kindern schenkten sie das Leben.

Dieses war schon früh von Arbeit geprägt: Die Landwirtschaft der Eltern, sein Schichtdienst bei BHS, Unterstützung in der Bäckerei der Schwiegereltern und Mithilfe im Tante-Emma-Laden seiner Frau. Durch einen Arbeitsunfall fand er Zeit, sich intensiv seiner Zither zu widmen. Hier wurde der Grundstein für seine musikalischen Projekte gelegt, die ihn als Leiter von Ensembles weit über die Landkreisgrenzen bekannt machten. „Unsere Großfamilie war sein ganzer Stolz und es war ihm eine Freude, 13 Enkel und fünf Urenkel aufwachsen zu sehen“, bemerkte Troidl.

Engagement in Kirche und Vereinen

Einen dreifachen ehrenden Nachruf hielt auch Kirchenpfleger Josef Wismet. Bogner hatte bereits als Elfjähriger den Mesnerdienst übernommen und diesen mit kurzer Unterbrechung bis ins hohe Alter ausgeübt. Seine Tätigkeit ging weit über die klassischen Aufgaben hinaus. Bogner habe auch die Ministranten begleitet. Seit 1973 war es dem legendären Ausnahmesänger sehr wichtig, dass die vertonten Texte als klangvolles Glaubensbekenntnis nicht nur die Ohren der Menschen erreichten, sondern vor allem ihre Herzen und immer zur höheren Ehre Gottes verstanden wurden. Wismet würdigte auch den großen Marienverehrer, der mit dem Männerdreigesang und der familiären Saitenmusik nicht nur Maiandachten, sondern auch den Wallfahrergottesdienst in der Bergkirche gestaltete und von 1976 bis 2013 die Fußwallfahrt zum Mariahilfberg leitete. Dank sagte Wismet auch für die 65-jährige Treue zur KAB.

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„Weiherhammer verliert eine große Persönlichkeit des Gemeinwohls, die ohne großes Aufsehen durch viel Engagement, Hilfsbereitschaft und Eigeninitiative so viel geleistet hat für Kirche und Kultur und damit Vorbild für viele geworden ist“, unterstrich Severin Hirmer. „Die CSU ist stolz und dankbar für seine 65-jährige Treue. Und letztlich freuen wir uns, dass wir ihn kennenlernen durften und er jetzt wieder mit seiner Emma vereint ist in der Ewigkeit.“

66 Jahre war Ehrenmitglied Bogner im MGV „Liederkranz“ Weiherhammer aktiv. Nach dessen Auflösung 2019 bereicherte er mit seiner markanten Stimme im zweiten Tenor auch den Männerchor Mantel, erinnerte Vorsitzender Albert Puff. Noch am zweiten Weihnachtstag sang Bogner trotz körperlicher Beschwerden beim MGV-Konzert in der Weiherhammerer Kirche mit. Dieser verabschiedete sich nach der Einsegnung am Grab mit dem Mendelssohn-Bartholdy-Satz „Hebe deine Augen auf, meine Hilfe kommt vom Herrn“.