Waldbesitzervereinigung feiert 70 Jahre bei Lichtmessversammlung in Floß
Waldbesitzervereinigung feiert 70 Jahre bei Lichtmessversammlung in Floß
Die Kulturfläche des Landkreises Neustadt/WN liegt derzeit bei 47 Hektar, die sich mit 30 Hektar Ackerland und 17 Hektar auf Waldungen im Privat- und Körperschaftswald aufteilt. Um Nachteile einer Besitzsplitterung zu vermeiden, sah man bereits 1953/1954 die Notwendigkeit der Gründung eines Zusammenschlusses der privaten Waldbesitzer und Körperschaften im Flosser Amt. Das ist geschehen. Am 29. Juli 1956 haben über 16 Waldbesitzer die „Waldbesitzervereinigung Floß und Umgebung“ ins Leben gerufen. Schon ein Jahr später zählte die unter Albert Rierdel aus Konradsreuth geführte Vereinigung über 136 Mitglieder. Heute sind es 295. Mit Erich Schieder aus Ellenbach (er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt) fand er einen Nachfolger. Heute trägt Willy Meierhöfer aus Haupertsreuth Verantwortung als erster Vorsitzender.
Ziele, Aufgaben und veränderte Rahmenbedingungen
Ihre Ziele und Aufgaben sieht die Waldbesitzervereinigung darin, den Mitgliedern standortgemäßes Pflanzenmaterial und praktisches Spezialwerkzeug zu vermitteln. Fast sieben Jahrzehnte stand die Schwachholzvermarktung im Fokus des Vereinsgeschehens, doch die Zeichen der Zeit haben sich geändert. Die Aufgabe der Holzvermarktung hat nunmehr die Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Süd übernommen. Die Aus- und Fortbildung junger Waldbesitzer, die Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit haben dennoch einen besonderen Stellenwert in der Vereinigung.
Was bereits ein Jahr nach 1956 eingeführt wurde, besteht heute noch, die „Lichtmessversammlung“. Eine Kernveranstaltung, die mit einer Jahreshauptversammlung gleichzusetzen ist. Es wird Rückschau auf das vergangene Vereinsjahr gehalten. Am Montag, 2. Februar, war es wieder so weit. Dem Vorsitzenden Willy Meierhöfer aus Haupertsreuth war es vorbehalten, Mitglieder und Ehrengäste, darunter die beiden Bürgermeister Robert Lindner (Floß) und Josef Beimler (Waldthurn) und den Ehrenvorsitzenden Erich Schieder willkommen zu heißen. Meierhöfer ging auf die Geschehnisse des abgelaufenen Jahres ein und hielt fest, dass die Holzvermarktung durch die Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Süd problemlos und für die Waldbesitzer zur Zufriedenheit abläuft.
Lichtmessversammlung: Rückblick und aktuelle Entwicklungen
Sägeholzspalter und Planierschild waren auch im abgelaufenen Jahr wieder im Einsatz. Beratung und Betreuung durch Geschäftsführer Michael Bock und Forstamtsrat Johannes Hauke, zuständig für das Forstrevier Floß, könnten nicht besser sein und seien vorbildlich. Einen vertrauten Verbund gibt es in der Vorstandschaft und mit den Beisitzern sowie den mitarbeitenden Kollegen in ihrer Funktion als Maschinen- und Gerätewarte, Obleute, Geschäftsführer Michael Bock und Rechner Bernhard Irlbacher von der FBG Neustadt-Süd.
Noch vor Eintritt in die Versammlung wurde den sechs verstorbenen Mitgliedern im vergangenen Jahr in einer stillen Minute gedacht.
Berichte von Schriftführer und Kassier
Schriftführer Reinhard Alberti war es vorbehalten, die Niederschrift über die letzte Lichtmessversammlung vorzutragen. Die Kassengeschäfte verwaltet Helmut Bär aus Diebersreuth. Er listete Einnahmen und Ausgaben genau auf und hielt fest, dass die Vereinigung auf gesundem Boden stehe. Dies bestätigten auch die Revisoren Helmut Baumgart und Wolfgang Lang. Die Versammlung erteilte dem Kassier und der Vorstandschaft einstimmige Entlastung.
In seinem Grußwort hatte Bürgermeister Robert Lindner das feste und vertrauensvolle Verhältnis der Vereinigung mit dem Markt herausgestellt. Die WBV sei aus dem Vereinsleben im Flosser Amt nicht mehr wegzudenken. Vorzüglich die Beratung. So möge das Verhältnis zueinander fortgesetzt werden.
Jahresrückblick von Geschäftsführer Michael Bock
Ein fester Bestandteil der Lichtmessversammlung ist der Jahresbericht von Geschäftsführer Michael Bock. In seiner bekannt lockeren und sehr verständlichen Art zog er auch in dieser traditionellen Versammlung eine kurze und aufschlussreiche Bilanz. Vorweg hielt Bock gerne das vertrauensvolle Verhältnis zur Vorstandschaft der Flosser WBV und mit den Mitgliedern fest. Die Beratung sei längst schon zur Selbstverständlichkeit geworden und die Waldbesitzer sind dafür auch dankbar. Im Jahr 2025 wurden zufällig ausgewählte Mitglieder der WBV hinsichtlich der Einhaltung der PEFC-Kriterien überprüft. Allen Waldbesitzern wurde eine ordnungsgemäße Waldbewirtschaftung bescheinigt. Verbesserungspotenzial sah der Prüfer im Erhalt von Totholz und der Einbringung von Mischbaumarten. Die Waldbauern können auf ein Jahr ohne Schadensereignisse zurückblicken.
Obwohl die Jahresdurchschnittstemperatur über dem langjährigen Mittel lag und weniger Niederschlag als in den vergangenen Jahren gefallen ist, gab es keine größeren Probleme mit dem Borkenkäfer. Dies führte dazu, dass in den Sommermonaten nur sehr wenig Holz eingeschlagen worden ist und somit die Versorgung der Sägewerke sehr schwierig war. In der Folge stiegen die Rundholzpreise kontinuierlich an. Erfolgreich verlief die Teilnahme an der Nadelwertholzsubmission. Die angebotenen Fichten erzielten Preise zwischen 200 und 400 Euro pro Festmeter. Aktuell herrsche eine rege Einschlagstätigkeit, was den guten Holzpreisen, der optimalen Witterung für die Holzernte und der guten Zusammenarbeit mit dem Revierleiter von Floß, Johannes Hauke, sowie den erprobten örtlichen Harvesterunternehmen geschuldet ist. Michael Bock wünschte sich eine weitere gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Darin könne man auch den Wert der Vereinigung sehen.
Forstrevier Floß: Waldumbau und Holzmarkt
Der Leiter des Forstreviers Floß, Johannes Hauke, beschäftigte sich in seinem Referat neben dem Rückblick auf 2025 aus forstlicher Sicht mit Zahlen, Daten und Fakten und sprach vor allem den Waldumbau, der durch die guten Holzpreise weiter gesteigert werden muss, an. Außerdem war das neue Waldförderungsprogramm ein Thema. Die Nachfrage nach Rundholz stieg stetig an. Seit Oktober erfolgt ein durchgehender Holzeinschlag von der Durchforstung junger Bestände bis zur Ernte von Starkholz. Dafür gibt es sehr gute Ausgangsbedingungen für den aktiven Waldumbau.
In seinem Ausblick sprach Hauke die derzeit gute Holzmarktlage an. Ohne Holzeinschlag sei kein Waldumbau möglich. In Bezug auf die Walderschließung werden heuer in der Gemeinde Floß zwei Wegebauprojekte realisiert. Darüber wird es noch eine Informationsveranstaltung geben.
Sicherheit bei der Waldarbeit im Fokus
Die Lichtmessversammlung hatte mit dem Auftritt von Petra Hager von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft einen weiteren Höhepunkt. Die Referentin, die das Flosser Amt kennt, beschäftigte sich mit dem aktuellen Thema „Sicherheitsvorkehrungen bei der Waldarbeit“. Ihre Ausführungen machten einmal mehr deutlich, wie gefährlich die Waldarbeit ist und welche Vorkehrungen unbedingt für die Sicherheit getroffen werden müssen. Das gezeigte Bildmaterial vermittelte außerdem eindrucksvoll, was Vorsicht und richtige Handhabung bei der Waldarbeit bedeuten. Viel zu schnell und oft komme es zu Unfällen, die bei mehr Achtsamkeit vermieden werden könnten. Ein wertvoller Vortrag, der mit größter Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen wurde. Das Dankeschön drückte Vorsitzender Willy Meierhöfer durch Präsente an die Referenten aus.






