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100 Tage im Bürgermeisteramt – Ein erster Rückblick

Eslarn. Nach 100 Tagen im Amt zieht Bürgermeister Thomas Kleber eine erste Bilanz: Vieles ist angestoßen – vom Kindergarten über Kläranlage und Baugebiete bis zu klaren Finanzprioritäten und transparenter Kommunikation.

100 Tage im Bürgermeisteramt – Ein erster Rückblick

Seit 8. März ist Thomas Kleber der Erste Bürgermeister in der Marktgemeinde Eslarn. Foto: Karl Ziegler
Foto: Karl Ziegler
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In Eslarn steht Bürgermeister Thomas Kleber altiv seine Ehefrau Nicole zur Seite, mit der er drei Kinder hat. Foto: Karl Ziegler
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Foto: Karl Ziegler

Intensiv, spannend und schnell – so beschreibt Erster Bürgermeister Thomas Kleber die ersten 100 Tage im Amt. Seit dem 1. Mai ist vieles neu. Zwar waren zahlreiche Themen aus seiner Zeit als Marktgemeinderat bekannt, doch die tägliche Verantwortung im Rathaus bringt eine andere Perspektive mit sich. Entscheidungen müssen getroffen, unterschiedliche Interessen abgewogen und gleichzeitig Projekte vorangebracht werden.

Nach elf Jahren als Marktrat, sechs Jahren als Kreisrat und zuletzt sechs Jahren als zweiter Bürgermeister kennt Kleber die Abläufe, Herausforderungen und Bedürfnisse des Marktes genau. „Ich bin seit Jahren in vielen Organisationen vertreten, unterstütze Vereine, bin bemüht, Probleme zu lösen, und habe immer ein offenes Ohr für die Bürger“, sagt Kleber. Die ersten 100 Tage sind deshalb wie im Flug vergangen. „Mir macht die Arbeit wirklich Spaß. Ich gehe nach wie vor jeden Morgen gerne ins Rathaus“, lautet Klebers persönliches Fazit. Die Aufgaben sind vielfältig: Während am Vormittag über eine große Baumaßnahme gesprochen wird, kann kurz darauf ein kleines Bürgeranliegen auf dem Tisch liegen – für den Betroffenen ist es trotzdem wichtig.

Vieles ist in Bewegung

Nach 100 Tagen geht es laut dem Ersten Bürgermeister weniger darum, möglichst viele fertige Projekte vorzuweisen. Entscheidend ist, dass bei wichtigen Themen Bewegung entstanden ist. Beim Kindergarten wurde gemeinsam mit der Kirchenstiftung für die Eslarner Kinder der Weg für die nächsten Bauabschnitte festgelegt. Notwendige Vereinbarungen und Genehmigungen sollen zügig bearbeitet werden, damit die Arbeiten im Frühjahr 2027 weitergehen können.

Auch bei der Kläranlage steht mit der Inbetriebnahme des neuen Kombibelebungsbeckens ein wichtiger Schritt bevor. Gleichzeitig laufen Grundstücksverhandlungen für ein neues Baugebiet, um künftig wieder Bauplätze anbieten zu können. Der Anspruch: Aus Besprechungen sollen konkrete Baustellen und aus Planungen sichtbare Ergebnisse werden.

Große Aufgaben für Eslarn

„Die kommenden Jahre werden Eslarn vor große Herausforderungen stellen“, ist sich der Bürgermeister sicher. Bei Wasser, Abwasser, Straßen und kommunalen Gebäuden besteht erheblicher Handlungsbedarf. Gleichzeitig muss die Gemeinde überlegen, wie Eslarn in zehn oder 20 Jahren aussehen soll. Besondere Themen sind die Ortsentwicklung, Leerstände und ältere Gebäude im Ortskern. Neue Wege und auch die Zusammenarbeit mit Investoren sollen geprüft werden. Ebenso wichtig ist der Blick über die Grenze. Die Zusammenarbeit mit Tschechien soll weiter ausgebaut werden. Eslarns besondere Grenzlage soll dabei nicht als Nachteil, sondern als Chance verstanden werden.

Finanzen im Blick behalten

Große Ziele brauchen eine solide finanzielle Grundlage. Die Gemeinde steht vor hohen Investitionen, während Personal-, Energie- und Baukosten steigen. Deshalb soll bei den Ausgaben genau hingeschaut werden: Was kostet ein Projekt tatsächlich? Welche Kosten trägt die Gemeinde? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Der Grundsatz lautet dabei: Notwendiges zuerst. Wasser, Abwasser, Straßen und kommunale Einrichtungen müssen funktionieren. Auch Kindergarten und Ganztagesausbau der Grundschule haben hohe Priorität. Weitere Projekte müssen danach beurteilt werden, was finanziell möglich ist. Dabei zählen nicht nur die Baukosten. Auch langfristige Folgekosten für Heizung, Strom, Reinigung, Reparaturen und Personal müssen berücksichtigt werden.

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Bürgernähe und offene Kommunikation

Ein wichtiges Anliegen ist eine unkomplizierte Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. „Ansprechbar zu sein, zuzuhören und auch kritische Rückmeldungen ernst zu nehmen, gehört für den Bürgermeister dazu.“ Künftig soll verstärkt nicht nur über den „Neuen Tag“ und „Oberpfalzecho“, sondern auch über Facebook und Instagram informiert werden. Gerade bei Problemen, schwierigen Entscheidungen oder hohen Kosten soll erklärt werden, warum diese Entscheidung getroffen wurde. Denn eines sei deutlich geworden: „Als Bürgermeister kann man es nicht jedem recht machen. Wenn eine Entscheidung nach sorgfältiger Prüfung durch die Mehrheit des Marktrates für richtig gehalten wird, muss man auch bereit sein, dafür Verantwortung zu übernehmen.“ In dem Zusammenhang bescheinigt der Erste Bürgermeister Thomas Kleber ein sehr gutes Miteinander mit dem zweiten Bürgermeister Robert Brenner und der dritten Bürgermeisterin Laura Roth sowie mit dem Marktrat, der Gemeindeverwaltung und dem Bauhof.

Eslarn für alle Generationen

Eslarn soll ein Ort bleiben, in dem Menschen jeden Alters gut leben können. Für Familien sind Kinderbetreuung und Ganztagesausbau zentrale Themen. Jugendlichen soll stärker zugehört werden. Für ältere Menschen gewinnen medizinische Versorgung und Mobilität an Bedeutung. Mit dem Quartiersmanagement bestehen hierfür bereits gute Strukturen. Junge Menschen sollen Gründe haben, in Eslarn zu bleiben oder später zurückzukehren. Dazu gehören Wohnraum, Arbeitsplätze, Kinderbetreuung, schnelles Internet, Freizeitangebote und ein lebendiges Vereinsleben.

Zusammenarbeit statt Lagerdenken

Ein Bürgermeisterwechsel bringt zwangsläufig Veränderungen in der Zusammenarbeit mit sich. Klare Zuständigkeiten, offene Gespräche und gegenseitiger Respekt sind deshalb wichtig. Unterschiedliche Meinungen werden nicht als Problem gesehen. Entscheidend ist, dass Diskussionen offen geführt werden und nach einer Entscheidung gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet wird. Auch die parteiübergreifende Zusammenarbeit hat einen hohen Stellenwert. Nach der Wahl ist der Wahlkampf vorbei. Bei Themen wie Kläranlage, Kindergarten oder Straßen sollte deshalb nicht die Parteizugehörigkeit entscheidend sein, sondern die Frage, was gut für Eslarn und seine Bürgerinnen und Bürger ist.

Die nächsten 100 Tage

Das wichtigste Ziel lautet: Nicht nur beraten und planen, sondern konkrete Schritte gehen und Ergebnisse sichtbar machen und weiter umsetzen. Besonders bei den großen laufenden Projekten sollen die nächsten Monate Fortschritte bringen. Gleichzeitig kann nicht alles sofort umgesetzt werden. Manche Vorhaben benötigen Planungen, Förderanträge oder zusätzliche Mittel. Entscheidend ist deshalb, Prioritäten zu setzen und Projekte gegebenenfalls zu verschieben, wenn dies finanziell oder organisatorisch notwendig ist.

Der Blick auf 2032

Die eigentliche Bilanz wird nicht nach 100 Tagen gezogen, sondern nach sechs Jahren. Bis 2032 soll ein sichtbarer Unterschied entstanden sein – nicht unbedingt durch ein einzelnes Prestigeprojekt, sondern durch viele konkrete Verbesserungen: abgeschlossene Infrastrukturprojekte, Fortschritte im Ortskern, gute Rahmenbedingungen für Familien und eine finanziell handlungsfähige Gemeinde. Wenn die Menschen dann sagen können: „In Eslarn hat sich in diesen sechs Jahren wirklich etwas getan“, wäre das für Kleber ein gutes Ergebnis. Und persönlich?

Die Entscheidung für das Bürgermeisteramt wird nach den ersten 100 Tagen nicht bereut. Im Gegenteil: Trotz aller Herausforderungen ist die Motivation groß, Eslarn voranzubringen. „Ich wollte Bürgermeister werden, weil ich in Eslarn etwas verändern und voranbringen möchte. Jetzt habe ich die Möglichkeit dazu – und damit auch die Verantwortung.“ Die ersten 100 Tage waren intensiv, spannend und schnell. Die nächsten 100 Tage sollen vor allem eines werden: konkret und sichtbar. „Ein Bürgermeister kann seine Aufgabe nur mit voller Kraft erfüllen, wenn Familie und Freunde hinter ihm stehen – ihre Unterstützung, ihr Vertrauen und ihre Rückendeckung sind eine unverzichtbare Stütze in diesem verantwortungsvollen Amt“, ist sich Erster Bürgermeister Thomas Kleber bewusst.

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