BUND Naturschutz warnt vor Hubschrauber-Landeplatz bei Schwandorf

BUND Naturschutz warnt vor Hubschrauber-Landeplatz bei Schwandorf
Der BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN) warnt vor den schwerwiegenden ökologischen Folgen eines geplanten Sonderlandeplatzes für Hubschrauber bei Schwandorf-Charlottenhof. Das Vorhaben bedroht das direkt benachbarte Naturschutzgebiet „Charlottenhofer Weihergebiet“, eines der bedeutendsten Feuchtgebiete der Oberpfalz und europäisches FFH- und EU-Vogelschutzgebiet.
Fehlende Umweltprüfungen
Kritisch bewertet der BN, dass trotz dieser sensiblen Nachbarschaft offenbar weder eine FFH-Verträglichkeitsprüfung noch eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) durchgeführt wurde. Zudem wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für nicht erforderlich gehalten. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar. Bei so einem Standort in nur 500 Metern Entfernung zu einem europäisch geschützten Gebiet müssen die Auswirkungen zum Beispiel auf die artenreiche Vogelwelt zwingend untersucht werden. Solche Prüfungen sind hier unverzichtbar“, so Reinhard Scheuerlein, Regionalreferent des BUND Naturschutzes für die Oberpfalz. „Der Schutz des Gebiets dient ausdrücklich auch dazu, Störungen der Tierwelt fernzuhalten.“
Einzigartiger Lebensraum in akuter Gefahr
Mit 830 Hektar ist das Charlottenhofer Weihergebiet das zweitgrößte Naturschutzgebiet der Oberpfalz und beherbergt national bedeutende Brutvögel wie Fischadler, Seeadler, Rohrweihen, Blaukehlchen und die Große Rohrdommel – eines der letzten Vorkommen dieser Art in Süddeutschland. Ein Fischadlerhorst ist seit 15 Jahren in nur 1200 Metern Entfernung zum geplanten Landeplatz nachgewiesen. Das eng vernetzte System aus über 95 Teichen dient zudem als unverzichtbare Rast- und Durchzugsstation für mehr als 100 Vogelarten.
1.144 Flugbewegungen pro Jahr – eine Bedrohung für die Artenvielfalt
Der geplante Landeplatz soll jährlich 1.144 Flugbewegungen ermöglichen und würde damit viel Unruhe und Lärm im gesamten Umfeld erzeugen. Er soll neben Start- und Landeplatz einen Hangar mit Tankstelle umfassen. Für die notwendige Infrastruktur müssten rund 2000 Quadratmeter Waldfläche gerodet und versiegelt werden.
„Hubschrauber verursachen extremen Impulslärm und tieffrequente Schallwellen, die empfindliche Vogelarten massiv stören. Akuter Lärm führt zum Aufscheuchen brütender Vögel wie Fischadler oder Rohrdommel. Das kann den Bruterfolg mindern, da Gelege ungeschützt auskühlen oder Nester aufgegeben werden“, so Peter Pracht, stellv. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Schwandorf.
Forderung: Alternativstandorte prüfen!
Der BUND Naturschutz fordert, für das geplante Vorhaben auch andere Standorte zu prüfen, die größere Abstände zu hochwertigen Schutzgebieten einhalten. Das öffentliche Interesse am Schutz des einzigartigen Lebensraums „Charlottenhofer Weihergebiet“ muss Vorrang haben vor den wirtschaftlichen Interessen eines privaten Betreibers.
Für Rückfragen
Reinhard Scheuerlein
BN-Regionalreferent für die Oberpfalz
Telefon: 0175 462 55 98
E-Mail: reinhard.scheuerlein@bund-naturschutz.de
Peter Pracht
Stellv. Kreisvorsitzender der Kreisgruppe Schwandorf
E-Mail: schwandorf@bund-naturschutz.de
Hintergrundinformation BUND Naturschutz:
Der BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN) ist mit rund 270.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Er setzt sich für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort. Und das seit über 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutznetzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.
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