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Bauplätze am SV-Detag-Gelände in Weiden: Nicht nur Einheimische sollen zum Zug kommen

Weiden. Wer bekommt einen Bauplatz im neuen Wohngebiet am SV-Gelände? Bürgerliste und CSU wollen die Grundstücke bevorzugt an junge, mit Weiden verbundene Familien vergeben. Im Stadtrat gab es breite Zustimmung für ein Punktesystem – allerdings soll die Herkunft allein nicht entscheiden.

Weiden. Wer bekommt einen Bauplatz im neuen Wohngebiet am SV-Gelände? Bürgerliste und CSU wollen die Grundstücke bevorzugt an junge, mit Weiden verbundene Familien vergeben. Im Stadtrat gab es breite Zustimmung für ein Punktesystem – allerdings soll die Herkunft allein nicht entscheiden.
Auf dem ehemaligen SV-Gelände soll ein Wohngebiet entstehen. Foto: Stadtplanungsamt

Bauplätze am SV-Detag-Gelände in Weiden: Nicht nur Einheimische sollen zum Zug kommen

Wenn am SV-Gelände neue Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen, dürfte die Nachfrage nach den städtischen Grundstücken groß sein. Die Ausweisung des letzten echten Baugebiets – der Schustermooslohe – ist lange her. Bürgerliste und CSU haben deshalb gemeinsam beantragt, schon jetzt zu klären, nach welchen Regeln die Bauplätze später vergeben werden.

Ihr Vorschlag: Die Stadt soll ein sogenanntes Einheimischenmodell prüfen. Ziel sei es, das Angebot vor allem an junge ortsansässige und mit Weiden verbundene Familien zu richten. Statt Losverfahren oder „Windhundprinzip“, bei dem die Reihenfolge der Bewerbungen entscheidet, könnte ein Punktesystem zum Einsatz kommen. Berücksichtigt werden könnten soziale Kriterien, ehrenamtliches Engagement und die Bindung an Weiden.

„Einheimischenmodell“ greift für Weiden zu kurz

Oberbürgermeister Benjamin Zeitler machte in der Stadtratssitzung am Montag deutlich, dass der Begriff „Einheimischenmodell“ für Weiden nicht ganz passe. Anders als manche kleinere Kommune wolle die Stadt schließlich nicht nur Einheimische halten, sondern auch Zuzug ermöglichen: „Wir in Weiden haben Interesse, den Zuzug zu fördern.“

Die Verwaltung soll deshalb ein Kriterienverfahren für die Vergabe ausarbeiten. Das konkrete Vergabemodell will die Stadt im kommenden Jahr vorlegen. Es soll nur die Grundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser betreffen. Mit dem Satzungsbeschluss für das Baugebiet rechnet Zeitler nach seinen Angaben im dritten Quartal 2027.

CSU-Fraktionssprecher Markus Bäumler begrüßte, dass die Verwaltung den gemeinsamen Antrag aufgegriffen habe. Auch Grünen-Fraktionsvorsitzende Laura Weber unterstützte eine Vergabe nach Kriterien. Für sie stelle sich vielmehr die Frage, warum ein solches Verfahren nicht ohnehin Standard sei. Ein Windhundverfahren sah sie kritisch.

Stadt will selbst Herr der Grundstücke bleiben

Zeitler erklärte, warum Weiden in der Vergangenheit kaum Einfluss auf die Vergabe von Bauplätzen nehmen konnte: „Hauptgrund ist, dass wir keine Grundstücke mehr haben.“ Zudem gehörten die Flächen bei früheren Baugebieten oft gar nicht der Stadt Weiden. „Wir konnten die gar nicht vergeben.“

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Beim SV-Gelände sei deshalb bewusst eine andere Entscheidung getroffen worden: Die Stadt wolle selbst „Herr der Grundstücke“ sein. Dazu gehöre auch ein Bauzwang. „Wir wollen nicht, dass auf Bevorratung gekauft wird. Wir wollen für Familien die Möglichkeit schaffen, Wohnraum zu schaffen.“

Soziale Kriterien und Schutz vor Spekulation

Auch SPD-Stadträtin Hildegard Ziegler sprach sich für ein Punktesystem und einen Verkauf zu Marktpreisen aus. Entscheidend sei aber, wie dieses Punktesystem am Ende ausgestaltet werde. Soziale Gesichtspunkte sollten eine Rolle spielen – etwa bei Familien oder Menschen mit besonderem Bedarf.

Zugleich sollten die Grundstücke tatsächlich zum Wohnen und nicht zur Spekulation gekauft werden. Ziegler regte deshalb Regelungen gegen einen kurzfristigen Weiterverkauf an.

Beim Ortsbezug warnte sie vor einer zu engen Definition von „Einheimischen“. „Wer hier arbeitet, sich seit Jahren für die Stadt engagiert, sollte genauso zum Zug kommen.“ Wichtig sei außerdem ein transparentes Verfahren: Noch bevor sich Interessenten bewerben, müsse klar sein, für welche Kriterien es wie viele Punkte gibt.