Bayernjahr von CSU und FW in München vorgestellt
Bayernjahr von CSU und FW in München vorgestellt

Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hat gemeinsam mit den FREIEN WÄHLERN das Bayernjahr vorgestellt, eine freiwillige Gesellschaftszeit für Menschen aller Altersgruppen. Das Konzept bietet einen strukturierten Rahmen für Engagement in den Bereichen Sicherheit, Soziales, Wirtschaft und Unternehmertum sowie Umwelt und adressiert damit auch Aufgabenfelder, die in der Nordoberpfalz viele Vereine und Organisationen tragen.
Was das Bayernjahr vorsieht
Die Fraktionen vernetzen vorhandene Formate wie Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr, Bundesfreiwilligendienst und Freiwilligen Wehrdienst unter einem gemeinsamen Dach. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten ein Zertifikat, zudem planen die Initiatoren Anreize wie Vorteile bei der Studienplatzvergabe, Unterstützung bei Führerscheinkosten, vergünstigte Bahntickets und Kulturgutscheine; ein zentrales digitales Portal soll den Einstieg erleichtern.
Die Module decken unterschiedliche Einsatzfelder ab: Im Sicherheitsbereich geht es um Engagement bei Feuerwehren, Hilfsorganisationen oder anderen Bereichen des Bevölkerungsschutzes, das Sozialmodul öffnet Zugänge in soziale und gesundheitliche Einrichtungen, das Wirtschafts- und Unternehmertumsmodul führt in Unternehmen und Berufsfelder ein, und das Umweltmodul orientiert sich an Natur-, Klima- und Umweltschutz. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an alle Altersgruppen und trägt nach dem Willen der Regierungsfraktionen auch zur Integration von Zugewanderten bei.
Stimmen aus der Landespolitik
Dr. Harald Schwartz, MdL, betont: „Wer Verantwortung trägt, weiß wie wichtig es ist, dass Menschen füreinander da sind. Mit dem Bayernjahr schaffen wir genau diese Kultur – strukturiert, anerkannt und mit echtem Mehrwert.“
Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek unterstreicht: „Gerade in Zeiten äußerer Bedrohung gilt: Freiheit ist kein Selbstläufer. Sie braucht Einsatz und Engagement jedes Einzelnen. Wer seine Heimat mitgestaltet, stiftet Identität und trägt Verantwortung – davon lebt unser Freistaat. Ein Bayernjahr ist gleichzeitig auch eine Orientierungszeit für junge Menschen nach dem Schulabschluss. Sie lernen neue Berufsfelder kennen, wovon vor allem der soziale und gesundheitliche Bereich profitieren kann. Anpacken, ausprobieren, Horizont erweitern – statt digitaler Blase. Wir brauchen eine neue Form von Zusammenhalt und Gemeinsinn – und damit gegen die radikalen Kräfte, die unsere Demokratie zerstören wollen.“
Position und Ziele der FREIEN WÄHLER
Der FREIE WÄHLER-Landtagsabgeordnete Bernhard Heinisch begrüßt die Initiative und stellt den Bezug zu Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Ehrenamt her. „Bayern lebt vom Ehrenamt. Gerade bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sehen wir jeden Tag, wie unverzichtbar Menschen sind, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und anderen zu helfen“, erklärt Heinisch. „Das Bayernjahr bietet die Chance, jungen Menschen diese wichtigen Aufgaben näherzubringen und gleichzeitig Hemmschwellen abzubauen. Wer einmal erlebt, wie erfüllend es sein kann, für andere da zu sein, entscheidet sich vielleicht auch dauerhaft für ein Ehrenamt.“
Heinisch legt Wert darauf, dass das Bayernjahr nicht bei einer Werbebotschaft endet, sondern zu konkreten Einsatzstellen führt. „Wir müssen den Menschen zeigen, was hinter dem Ehrenamt steckt: Kameradschaft, Verantwortung, Zusammenhalt und das gute Gefühl, gebraucht zu werden“, so Heinisch. „Das Bayernjahr kann hier eine Brücke schlagen – von der ersten Begegnung mit einer Feuerwehr oder einer Hilfsorganisation hin zu einem langfristigen Engagement.“
Anreize, Anerkennung und berufliche Orientierung
Der Abgeordnete betont die Bedeutung von Anerkennung und Anreizen sowie die Sichtbarkeit durch Zertifikate. „Wer sich für die Gesellschaft engagiert, investiert Zeit und Energie in unser Gemeinwesen. Dieses Engagement verdient Anerkennung – und zwar nicht nur mit Worten“, betont Heinisch. „Wenn wir jungen Menschen beispielsweise beim Führerschein entgegenkommen oder ihr Engagement bei der weiteren Ausbildung berücksichtigen, setzen wir ein klares Signal: Dein Einsatz für andere ist etwas wert.“
In der Debatte um ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr sieht Heinisch im Bayernjahr einen Baustein und Praxistest. „Unser langfristiges Ziel bleibt ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für Männer und Frauen. Das Bayernjahr ist deshalb für mich nicht das Ende der Diskussion, sondern ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“, erklärt Heinisch. „Wir können in Bayern zeigen, wie gesellschaftliches Engagement organisiert, attraktiv gestaltet und mit konkreten Anreizen gefördert werden kann. Diese Erfahrungen können später auch auf Bundesebene wertvoll sein. Wir brauchen beides: attraktive freiwillige Angebote und gleichzeitig eine ernsthafte Debatte darüber, wie wir als Gesellschaft künftig Verantwortung füreinander übernehmen wollen“, so Heinisch weiter.
Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Das Konzept öffnet nach Darstellung der Fraktionen Wege in neue Berufsfelder und unterstützt Integration durch gemeinsames Tun. „Manchmal braucht es nur die Gelegenheit, etwas auszuprobieren, um die eigene Berufung zu entdecken“, sagt Heinisch. „Ein Bayernjahr kann deshalb nicht nur unserer Gesellschaft helfen, sondern auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst. Sie sammeln praktische Erfahrungen, lernen neue Menschen kennen und entdecken möglicherweise einen Beruf oder ein Ehrenamt, das sie ein Leben lang begleitet.“
Heinisch fasst die Stoßrichtung zusammen und verweist auf den Wert des Miteinanders für Bayern. „Wir reden häufig darüber, was uns als Gesellschaft auseinanderbringt. Das Bayernjahr setzt bewusst den Gegenpunkt: gemeinsam anpacken, Verantwortung übernehmen und erleben, dass man selbst etwas bewegen kann. Genau diesen Geist brauchen wir in Bayern. Unser Staat kann vieles organisieren – aber Zusammenhalt kann man nicht verordnen. Er entsteht dort, wo Menschen füreinander einstehen. Das Bayernjahr kann dazu beitragen, wieder mehr Menschen für dieses Miteinander zu begeistern.“
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