Gemeinderat bringt 23-Megawatt-Energiepark in Schlammersdorf voran
Gemeinderat bringt 23-Megawatt-Energiepark in Schlammersdorf voran
Das Planungsverfahren für den Energiepark Schlammersdorf ist auf der Zielgeraden. Mit Abwägungsbeschlüssen gibt der Gemeinderat grünes Licht für ein Mega-PV-Projekt, das 23 Megawatt Leistung liefern soll.
Bebauungsplan und Standort nahe Menzlas
Vorhabenbezogener Bebauungsplan nennt sich das Planungsinstrument zur Entwicklung eines Bauleitplans für einen „Energiepark Schlammersdorf“. Das Sonnenkraftwerk soll auf einer Privatfläche von 18 Hektar in der Nähe des Ortsteils Menzlas an der nördlichen Gemeindegrenze zu Vorbach entstehen. Für Bürgermeister und Gemeinderat ist es ein Thema, dem sich das Gremium bereits vor einigen Jahren stellte.
Den PV-Zubau regelt ein kommunaler Leitfaden. Auf der Grundlage transparenter Entscheidungsmerkmale entstand ein kommunaler Leitfaden, um Wildwuchs bei der sich dynamisierenden Photovoltaik-Diskussion zu vermeiden. Ein Instrument, das dem Rat auch in der jüngsten Sitzung eine große Hilfestellung bot, im Rahmen der Behandlung der Stellungnahmen der Behörden und der Träger öffentlicher Belange die Wünsche, Anmerkungen und Empfehlungen abzuwägen.
Umweltschutz, Flächen und Netzanschluss im Fokus
Inhaltlich ging es im Wesentlichen um Ziele des Umweltschutzes, um die begrenzte Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen, die Ausweisung von Ausgleichsflächen, um solartechnisch geeignete Neigungen und um energetische Anbindungsmöglichkeiten der PV-Freiflächen an das öffentliche Stromnetz. Mit Blick auf die bisher besonders ertragreichen Ackerflächen des Areals kritisierte das Amt für Landwirtschaft erneut den Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen.
Es handelte sich um einen Themenkatalog, der im Rahmen des Bauleitverfahrens bereits Gegenstand vorhergehender Anhörungen war und pflichtgemäß erneut auf der Tagesordnung stand. Für ENMAG-Geschäftsführer Maximilian Burger als Träger des Vorhabens war es eine eher formelle Fortschreibung behördlicher Stellungnahmen, der einstimmige Abwägungsbeschlüsse des Gemeinderats folgten. Für das 23-Megawatt-Paket plant der Projektträger eine Aufständerung der Modultische, um eine Grünbewirtschaftung mit Schafbeweidung zu ermöglichen.
Umspannwerk und Netzverknüpfung bei Voita
Ergänzend sollen Batteriespeicher die Energiedichte des Areals erweitern. Sonnenstrom liefert ein bereits gewerblich betriebener Solarpark in wenigen hundert Metern Entfernung auf Vorbacher Gemeindegebiet. Ein neues Umspannwerk auf fränkischem Hoheitsgebiet bei Voita soll eine Netzverknüpfung herstellen. Den Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan kündigte Bürgermeister Johannes Schmid für die nächste Ratssitzung an. Für die Kommune entstehen keine Kosten. Einzelheiten zu den Pflichten des Projektträgers regelt ein Durchführungsvertrag, der dem Satzungsbeschluss vorausgeht.
Bauanträge: Tiny-Häuser am Hutweg
Die weitere Tagesordnung bestimmten Bauanträge. Für Diskussionen sorgten die zunächst zurückgestellten Anträge zum Bau von Tiny-Häusern. Laut Bauantrag sollen auf einem Grundstück am Hutweg in Schlammersdorf drei Häuser mit Carports und Fertiggaragen errichtet werden. Es ist ein Projekt mit kleineren Abweichungen von Vorgaben im Bebauungsplan, so die Feststellung des Bürgermeisters. Als Pluspunkt nannte Gerhard Wiesnet die Schließung einer Baulücke. Gleichwohl sei die Planung „kein architektonischer Leckerbissen“.
Das gemeindliche Einvernehmen einschließlich isolierter Befreiungen vom Bebauungsplan erteilte das Gremium einstimmig. Zustimmung gab es zudem für einen Bauantrag zur Errichtung einer Doppelgarage und für eine Terrassenüberdachung.
Endlagersuche: BGE schließt Gemeindegebiet aus
Im Informationsteil beleuchtete Bürgermeister Johannes Schmid den Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für die Endlagerung radioaktiver Abfälle (BGE). Für die Endlagersuche verbleibe eine Fläche von fünf Prozent des Bundesgebiets. Der Arbeitsstand schließe Flächen im Gemeindegebiet aus, teilte der Bürgermeister mit viel Genugtuung und mit Bezug auf eine Einschätzung des BGE mit. Vollzug meldete der Sitzungsleiter zur Fertigstellung eines Absaugschachts am ehemaligen Klärteich. Die Vorrichtung diene auch der Hilfestellung bei Löschwassereinsätzen, so die Anmerkung. An die Ratsmitglieder und an die Vereinswelt appellierte der Bürgermeister, an der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am 14. November teilzunehmen.
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