Gleichstellung für Ehrenamtliche scheitert im Stadtrat in Pressath
Gleichstellung für Ehrenamtliche scheitert im Stadtrat in Pressath

Das ehrenamtliche Engagement ist auch für die Stadt Pressath von überragender Bedeutung. Weder die Feuerwehr noch andere Blaulichtorganisationen könnten ohne das uneigennützige Wirken vieler Menschen ihren Aufgaben nachkommen. Unterstützung ist geboten: Aber wie? Diese Frage führte in der Sitzung des Pressather Stadtrates zu einer lebhaften Diskussion. Über den besten Weg, dem Ehrenamt insgesamt mehr Anerkennung zu verschaffen, schieden sich im Gremium die Geister. Hintergrund war ein Ratsbeschluss vom 11. Juni 2026, der die vom Freistaat finanzierten einwöchigen Erholungsaufenthalte für Brandschützer mit mindestens 40-jähriger Dienstzeit im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain auch den Ehe- oder Lebenspartnern von Feuerwehrdienstleistenden auf Kosten der Gemeinde zu ermöglichen. Vorher gewährte die Stadt für die Teilnahme einer Begleitperson einen Zuschuss von 100 Euro.
Erholung im Bayerischen Wald?
Der einstimmige Beschluss beinhaltete Wünsche aus dem Gremium, ähnliche Regelungen für weitere Organisationen aus dem Rettungswesen zu treffen. Ein Beschluss, an den die SPD-Fraktion mit einem Antrag auf „Gleichstellung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte aller Rettungsdienste“ erinnerte. Ein Antrag mit komplexem Sachverhalt, weil das Erholungsheim in Bayerisch Gmain nur den Feuerwehrkräften vorbehalten ist. Für SPD-Fraktionssprecherin Sabine Eichermüller ein Beweggrund, die Gutscheinregelung in Höhe von 450 Euro für Begleitpersonen der Brandschützer auch für Ehrenamtliche im gesamten Rettungswesen, etwa für Erholungsaufenthalte zum Beispiel im Herzen des Naturparks Bayerischer Wald, einzuführen. „Wir wollen keine Wellness-Aufenthalte fördern, sondern fordern nur eine gleiche Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit“, argumentierte die SPD-Sprecherin.
Alle sind es wert
Ein Antrag, den den Zweiten Bürgermeister Max Schwärzer nicht teilen wollte. Für die CSU-Fraktion differenzierte Schwärzer: „Beim Brandschutz handelt es sich um eine kommunale Pflichtaufgabe“. Erst deshalb sei die Kostenübernahme für Begleitpersonen für die vom Freistaat angebotenen Erholungsaufenthalte langjähriger Feuerwehrkameradinnen und Kameraden zum Thema geworden. Schwärzer warnte davor, für zusätzliche freiwillige Leistungen weitere Fördertöpfe zu öffnen. Der Zweite Bürgermeister verwies zudem auf die Förderungen der Stadt für alle Blaulichtorganisationen. Gleichwohl liege es auch im Verantwortungsbereich der weiteren Rettungsdienste, ähnlich wie der Freistaat für seine ehrenamtlichen Kräfte Erholungsangebote zu schaffen. „Alle sind es wert“, betonte Schwärzer.
Ehrungskultur stärken
Letztendlich wurde die „Wertschätzung für das Ehrenamt“ zum Thema des Abends, das auch Richard Waldmann beleuchtete. Der FWB-Sprecher schloss sich in großen Teilen den Argumenten des Zweiten Bürgermeisters an. Zur Ehrenamtlichkeit als sozialer Energieträger gehöre vor allem das ideelle Engagement. Waldmann empfahl, fernab finanzieller Beiträge der Stadt andere Möglichkeiten der Wertschätzung zu schaffen.
Abstimmung ohne Mehrheit
Als Beispiel nannte er die Einführung von Ehrungsveranstaltungen zur Würdigung wertvoller Beiträge für das Gemeinwohl. Die weitere Diskussion endete mit Hinweisen auf die vielschichtigen staatlichen ideellen und materiellen Vergünstigungen und Anerkennungen. Bei der Abstimmung fand der Antrag der SPD-Fraktion keine Mehrheit. Bei zwölf zu vier Stimmen blieb es bei der Entscheidung des Gremiums vom 11. Juni 2026.
Stadtmarketing hat viel vor
Festgezurrt sind die Terminplanungen des Pressather Stadtmarketings. Die Events reichen vom Konzert der „KingSize-BigBand“ in der Stadthalle am 27. Februar 2027 über das „Late Night Shopping“ auf dem PEZ-Parkplatz am 25. Juni bis zum Christkindlmarkt am 28. November 2027. Bürgermeister Andreas Reindl informierte zudem über weitere Planungen, für die noch kein Termin feststeht. Als Beispiele nannte der Rathauschef einen Babyempfang, die Preisverteilung für den Bürgerhaushalt, eine Sportlerehrung, einen Besuch aus der ungarischen Partnergemeinde Hortobágy, das Ferienprogramm 2027 und den Advent im Park.
Modellprojekt Landstadt Bestand
In den nichtöffentlichen Teil vertagten Bürgermeister und Rat das Thema „Landstadt Bestand“, das im Rahmen des bayerischen Modellprojekts einen umfassenden Entwicklungsprozess im Siedlungsquartier am Steinbühl einleiten soll. Die Weichen für das Vorhaben sind bereits gestellt. Die Stadt gehört zu den ausgewählten Modellkommunen. Ein erster Bürgerdialog ist bereits angekündigt.
Mit St. Florian im Bunde beschützt die Pressather Wehr Haus, Ort und Land. Langjährige Aktive dürfen sich auf Kosten des Freistaates für eine Woche im Feuerwehrheim in Bayerisch Gmain erholen. Als besonderes Zuckerl finanziert die Stadt auch die Teilnahme einer Begleitperson. Diese Praxis auf alle Rettungsdienstleistenden auszuweiten, war dem Stadtrat dann doch zu viel des Guten.
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