Hubert Aiwanger ist tot: Was über seine letzten Stunden bekannt ist

Hubert Aiwanger ist tot: Was über seine letzten Stunden bekannt ist
Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger erschüttert die bayerische Politik. Der 55-Jährige hielt sich am Mittwoch, 4. November, in Berlin auf, wo er mehrere Termine für seine Partei wahrnehmen wollte. Unter anderem war ein Auftritt bei der Eröffnung des neuen Hauptstadtbüros der Freien Wähler geplant. Als Bundesvorsitzender sollte Aiwanger dort eine Rede halten.
Dazu kam es nicht mehr. Bereits am Mittwochmorgen soll Aiwanger einen Interviewtermin abgesagt haben, weil er sich gesundheitlich angeschlagen fühlte. Auch bei der Eröffnung des Parteibüros am Nachmittag fehlte er. Nach übereinstimmenden Medienberichten blieb er in seinem Hotelzimmer und ließ sich bei der Veranstaltung durch Bayerns Digitalminister Fabian Mehring vertreten.
Aus Parteikreisen war zunächst von einer möglichen Magen-Darm-Erkrankung die Rede. Ob die Beschwerden mit seinem Tod zusammenhängen, ist allerdings nicht geklärt.
In Berliner Hotelzimmer tot aufgefunden
Als Aiwanger im weiteren Verlauf des Tages nicht mehr erreichbar war, wurde nach ihm gesehen. Am frühen Mittwochabend wurde er schließlich leblos in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in Berlin-Mitte entdeckt. Das Hotel befindet sich unweit des Bahnhofs Friedrichstraße.
Die Berliner Staatsanwaltschaft und die 6. Mordkommission des Landeskriminalamts haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittler wollen die genaue Todesursache und die Umstände seines Todes klären sowie ein mögliches Fremdverschulden ausschließen.
Dass die Mordkommission eingeschaltet wurde, bedeutet nicht automatisch, dass ein Gewaltverbrechen vermutet wird. Nach bisherigen Medienberichten gehen die Behörden von einem natürlichen Tod aus. Eine offizielle Bestätigung der medizinischen Todesursache liegt jedoch noch nicht vor.
Trauer in der bayerischen Staatsregierung
Ministerpräsident Markus Söder und zahlreiche politische Weggefährten reagierten mit Bestürzung auf die Nachricht. Auch im Bayerischen Wirtschaftsministerium löste der Tod des langjährigen Ministers große Betroffenheit aus.
Aiwanger hinterlässt seine Lebensgefährtin Tanja Schweiger, die Landrätin des Landkreises Regensburg, und zwei Kinder.
Noch zwei Tage zuvor in Schwandorf
Besonders nah rückt die Nachricht für die Nordoberpfalz durch einen seiner letzten öffentlichen Termine. Am Montag, 2. November, besuchte Aiwanger eine Veranstaltung in den Räumen der Handwerkskammer im Schwandorfer Stadtteil Charlottenhof. Dort traf er unter anderem den Landtagsabgeordneten Martin Scharf aus Neunburg vorm Wald.
Nur zwei Tage später wurde der Politiker tot aufgefunden. Für die Freien Wähler in der Oberpfalz bedeutet sein Tod den Verlust ihres langjährigen Bundes- und Landesvorsitzenden.
Tobias Gotthardt rückt in den Mittelpunkt
Mit Aiwangers Tod steht auch Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt vor einer besonderen Verantwortung. Der Oberpfälzer, der unter anderem in Burglengenfeld aufwuchs, arbeitete seit 2023 an Aiwangers Seite im Bayerischen Wirtschaftsministerium.
Gotthardt befand sich zum Zeitpunkt der Todesnachricht auf einer Delegationsreise in Singapur und kündigte seine umgehende Rückkehr nach Bayern an. Nach bisherigen Informationen soll er die Amtsgeschäfte im Wirtschaftsministerium vorübergehend übernehmen.
Für die Nordoberpfalz ist die weitere Entwicklung auch wirtschaftspolitisch bedeutsam. Das Ministerium ist unter anderem für Unternehmensförderung, Energiepolitik und Standortentwicklung zuständig. Diese Themen betreffen zahlreiche Industrie-, Handwerks- und Mittelstandsbetriebe in der Region.
Eine prägende Figur der Freien Wähler
Hubert Aiwanger führte die Freien Wähler in Bayern seit 2006 und auf Bundesebene seit 2010. Unter seiner Führung gelang der Partei 2008 erstmals der Einzug in den Bayerischen Landtag. Seit 2018 regieren die Freien Wähler gemeinsam mit der CSU. Aiwanger übernahm damals das Amt des Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten.
Der Niederbayer galt als engagierter Vertreter ländlicher Interessen, polarisierte aber auch durch seinen politischen Stil und öffentliche Kontroversen. Besonders die Flugblatt-Affäre im Jahr 2023 sorgte bundesweit für Diskussionen.
Mit seinem Tod verlieren die Freien Wähler ihre bekannteste Führungspersönlichkeit. Wer seine politischen Ämter dauerhaft übernimmt und welche Folgen sein Tod für die Regierungskoalition hat, ist noch offen.




