Landkreis kauft Sparkassengebäude in Neustadt/WN - Sechs Millionen Euro eingeplant

Landkreis kauft Sparkassengebäude in Neustadt/WN - Sechs Millionen Euro eingeplant
Der Landkreis Neustadt kauft das Sparkassengebäude in Neustadt/WN. Den Beschluss fasste der Kreisausschuss im nicht öffentlichen Teil der Sitzung am 25. März 2026. Dies bestätigt Landkreissprecher Marcel Weidner auf Nachfrage von OberpfalzECHO.
Es wurde einstimmig beschlossen, das Büro- und Geschäftsgebäude am Sparkassenplatz 1 in Neustadt/WN zu erwerben. Der Eigentumsübergang erfolgt zum 30. Juni 2026. Hierfür wurde ein Ansatz in Höhe von sechs Millionen Euro in den Landkreishaushalt 2026 eingestellt.
Hintergrund: Teilverlagerung der Sparkasse
Die zukünftige Sparkasse Nördliche Oberpfalz beabsichtigt eine Teilverlagerung der Mitarbeiter hauptsächlich nach Weiden im zweiten Quartal des Jahres 2027. Damit werden die Büro- und Verwaltungsräume im Obergeschoss und Dachgeschoss mit Platz für circa 100 bis 120 Mitarbeiter in Neustadt frei. Ebenso wird der Sitzungssaal im rückwärtigen Bereich nicht mehr benötigt.
Die bestehende Nutzung der Sparkasse im Erdgeschoss – mit Schalterhalle und Beratungsräumen – soll weiterhin in Neustadt bleiben. Mit der Sparkasse werde dafür ein langfristiger Mietvertrag geschlossen, so Weidner.
Gebäude mit umfangreichen Kapazitäten
Das Gebäude wird seit 2000 durchgehend als Bankgebäude genutzt und bietet auf etwa 4.200 Quadratmetern Platz für circa 120 bis 150 Arbeitsplätze. Das Erdgeschoss verfügt über einen großen Kundenbereich mit angegliederten Besprechungsräumen. Im südlichen Gebäudeteil ist der große Sitzungssaal von außen separat zugänglich.
Die Obergeschosse und Dachgeschosse weisen Gruppen- und Einzelbüroräume auf. Das Kellergeschoss ist funktional für Technik, Lager- und Archivräume konzipiert. Daran anschließend sind eine Tiefgarage mit circa 38 Stellplätzen und eine Parkfläche mit circa 29 Parkplätzen im Freien vorhanden.
Gründe für den Kauf
Mit dem Kauf kann der Landkreis zum Teil sehr teure Mietverhältnisse für Büroräume und sonstige Flächen an externen Standorten beenden und mittel- bis langfristig finanzielle Entlastungen bei den laufenden Kosten im Verwaltungshaushalt erreichen. Außerdem wird langfristig in eigene Immobilien investiert und somit auch Wert generiert.
Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die Verwaltung am Hauptsitz wieder zusammengeführt werden kann, was zu weiteren Synergieeffekten und verbesserten Arbeitsabläufen führt. Ausdrücklich nicht betroffen sind die Außenstellen in Eschenbach und Vohenstrauß (Zulassungs- und Führerscheinstellen).
Solche Gelegenheiten bieten sich nur äußerst selten. Wenn es noch dazu auch wirtschaftlich in Bezug auf den Kreishaushalt eindeutig sinnvoll ist, wie in diesem Fall, muss man diese Gelegenheit dann auch nutzen.
Landrat Andreas Meier zum Sparkassenkauf
Kostenvergleich und Zustand des Gebäudes
Landrat Andreas Meier hatte in der Sitzung des Kreisausschusses an ein ursprünglich geplantes Projekt hinsichtlich der Erweiterung des Landratsamtes erinnert, welches vor etwa drei Jahren vorgestellt wurde. Demnach wurde damals ein Erweiterungsbau am Jugendamt in der Zacharias-Frank-Straße geplant. Die Kostenschätzung habe sich damals auf etwa elf Millionen Euro belaufen. Allein dieser Kostenvergleich zeige eindeutig die klaren Vorteile des jetzigen Erwerbs des Sparkassengebäudes. Das Sparkassengebäude sei in einem sehr guten Zustand, so wurde beispielsweise erst vor wenigen Jahren die gesamte Gebäudeleittechnik erneuert.
Die weiteren Kosten sowie der konkrete Umbau entscheiden sich je nachdem, welche Sachgebiete und in welche Räume diese konkret einziehen werden. Hier befinden sich die Planungen allesamt noch relativ am Anfang.




