Marktgemeinderat beschließt einstimmig Breitbandausbau in Eslarn

Marktgemeinderat beschließt einstimmig Breitbandausbau in Eslarn
Die von Thomas Kleber zitierte „fast unendliche Geschichte“ soll nun ein gutes Ende haben. „Sie zieht sich schon über mehrere Jahre hin“, beschrieb der Bürgermeister in der Marktgemeinderatssitzung am Dienstag, 4. August, die Breitbanderschließung. Umso mehr war er zuversichtlich, dass es dieses Mal mit einer Förderung klappen würde. „Bei der Punktebewertung dürften wir höher liegen“, sagte er.
„Probieren wir es noch einmal“, war auch Diplom-Ingenieur Günther Pichlmaier von der Corwese GmbH optimistisch, dieses Mal die erforderliche Punktezahl zu erreichen. Im Rahmen der Richtlinie „Förderung zur Unterstützung des Gigabitausbaus der Telekommunikationsnetze in der Bundesrepublik Deutschland“ – Gigabit-Richtlinie des Bundes 2.0 – wies er auf die Aufgreifschwelle von 300 Mbit/s im Download und 150 Mbit/s im Upload hin.
„Der Antrag muss bis zum 15. September 2026 in Berlin sein“, ließ der Planer bei der Präsentation der von ihm erstellten Markterkundung wissen. Darin enthalten waren unter anderem viele Einzelgehöfte. „Zielsetzung des Programms ist, alle anzuschließen“, sagte er dazu.
Kosten, Förderung und Varianten
Die Kosten für die noch fehlenden 211 Adressen bezifferte Pichlmaier auf 4.200.000 Euro. Diese fördert der Bund mit 2.520.000 Euro und der Freistaat Bayern mit 1.260.000 Euro. Somit bleiben 420.000 Euro als Eigenanteil des Marktes Eslarn. Als Alternativen stellte er die Erschließung nur der Außenbereiche mit einem Anteil von 330.000 Euro sowie des Ortskerns vor. Hier müsste die Kommune 94.000 Euro beisteuern.
„Wir sollten es komplett machen“, war Wolfgang Voit (CSU) überzeugt und sprach sich dafür aus, die Kosten in die Hand zu nehmen. „Wir dürfen die Außenbereiche nicht abhängen.“ Das war auch im Sinne von Bernd Reil (FWG), der auch auf die schulpflichtigen Kinder und die Arbeit im Homeoffice hinwies. Werner Schmid (AfD) sprach zwar von „ganz schön viel Geld“, stimmte aber wie alle dem Gesamtausbau zu. Das heißt: Der Förderantrag wird gestellt, und die Kämmerei wird die Kosten einplanen.
Bauantrag und Wasserwirtschaft
Das gemeindliche Einvernehmen erteilten die Ratsmitglieder für den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage auf einem Grundstück in der Gemarkung Eslarn. „Das Landratsamt hat bereits einen Vorbescheid erteilt“, informierte der Bürgermeister.
Laut Kleber sollen die Arbeiten für die Reinigung des Tiefbrunnens I im nächsten Jahr beginnen. Die Ingenieurleistungen vergab der Marktgemeinderat an die Piewak & Partner GmbH in Bayreuth. Das war für Wasserwart Anton Hochwart Anlass, auf sparsamen Umgang mit Trinkwasser hinzuweisen. Schließlich ließen – auch aufgrund der hohen Temperaturen – einige Brunnen nach. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und weiter dranbleiben“, gab er die Richtung vor.
Atemschutzgeräte für die Feuerwehr
„Wir haben drei Angebote eingeholt“, sagte der Rathauschef im Hinblick auf die Neuanschaffung von Atemschutzgeräten für die Feuerwehr. „Die Zulassung der alten Geräte ist abgelaufen“, war seine Information dazu. Der Auftrag ging an die Kilian Fire & Safety GmbH & Co. KG in Zwiesel.
Bebauungsplan in Moosbach: Keine Stellungnahme
Keine Stellungnahme abgeben wird Eslarn zum Entwurf des Bebauungs- und Grünordnungsplans „Am Gruberbach“, verbunden mit der zehnten Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans des Marktes Moosbach.
Termine und Fortschritte
Unter den Informationen des Bürgermeisters war die Anschaffung neuer Tische für die Schule. Außerdem lud er für den 15. August zum Patrozinium der Pfarrkirche ein. „Das Klärbecken sollte bis Mitte September in Betrieb gehen“, beantwortete er die Frage von Albert Gollwitzer (FWG) nach dem Baufortschritt zur Ertüchtigung der Kläranlage.
Verabschiedung von Anton Hochwart
Mit dem von ihm zitierten „lachenden und weinenden Auge“ wird Hochwart zum 1. September in den Ruhestand gehen. Der Bauhofleiter und Wasserwart sprach von einem stets hervorragenden Miteinander während seiner 37 Dienstjahre und war überzeugt, die Wasserversorgung Stück für Stück verbessert zu haben. Dabei hob er unter anderem hervor, auch bei den Planungen mitgewirkt zu haben.
„Du hast dich immer brillant eingebracht“, würdigte der Bürgermeister die Verdienste Hochwarts. „Du hast die Wasserversorgung mit aufgebaut.“
„Einen vom alten Schlag“ nannte ihn der CSU-Fraktionssprecher Wolfgang Voit. „Du hast viel Input gegeben und warst immer da.“ Das wusste auch Christian Schmucker (SPD): „Du warst zu jeder Tages- und Nachtzeit ansprechbar.“ Für Bernd Reil (FWG) ist Hochwart „Fachmann Nummer eins der Wasserversorgung“, der alles im Griff gehabt hätte. Alexander Zimmermann (AfD) erinnerte an seine Schulzeit und bezeichnete den künftigen Ruheständler als „wandelndes Lexikon“. Die offizielle Verabschiedung wird laut Kleber Ende August erfolgen.
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