Neuer Hochbehälter sichert Wasserversorgung in Luhe-Wildenau

Neuer Hochbehälter sichert Wasserversorgung in Luhe-Wildenau
Seit 1. Mai 2026 hat der Bauausschuss nach der Kommunalwahl eine neue Besetzung. Bei seiner ersten Sitzung nahmen die neuen und alten Mitglieder des Bauausschusses die großen Infrastrukturprojekte des Marktes Luhe-Wildenau in Augenschein. Treffpunkt der Ausschussmitglieder war das Projekt Hochbehälter für die Wasserversorgung an der Großbaustelle Koppelberg.
Markt Luhe-Wildenau setzt auf drei große Infrastrukturprojekte
Bürgermeister Sebastian Hartl machte in seinen einleitenden Worten deutlich, dass der Markt Luhe-Wildenau aktuell drei große Infrastrukturprojekte am Laufen habe. Dies sei zum einen der Neubau des Hochbehälters am Koppelberg, die Straßenbaumaßnahme in der Glaubenwieser beziehungsweise Regensburger Straße und seit einigen Wochen die Sanierung des Tiefbrunnens in Neudorf. „Wer als Bürger in Oberwildenau seinen Wasserhahn aufdreht, erhält Wasser aus dem eigenen Tiefbrunnen.“ Mit der eigenen Wasserversorgung könne rund 70 Prozent des Gebietes des Marktes Luhe-Wildenau versorgt werden, betonte das Marktoberhaupt. Ausgenommen davon seien die Ortsteile beziehungsweise Orte Neudorf, Gelpertsricht, Forsthof, Schwanhof, Neumeierhof, Glaubenwies, Meisthof und Seibertshof. Das vom Brunnen Neudorf geförderte Wasser fließt in das dortige Wasserhaus und von dort aus aktuell in zwei Hochbehälter. Einer der Hochbehälter befindet sich in Luhe am Forst, der andere unterhalb der Koppelbergkirche.
„Beide sind auf gut bayerisch gesagt fertig“, machte der Bürgermeister den Bauausschussmitgliedern klar, was zugleich auch die Notwendigkeit der Errichtung eines neuen Hochbehälters verdeutlicht. Bürgermeister Hartl wies darauf hin, dass der Marktgemeinderat in der zurückliegenden kommunalen Wahlperiode einen Verzicht auf die Sanierung der beiden Hochbehälter beschlossen habe. Der jetzt im Bau befindliche Hochbehälter sei somit der Ersatz für die wegfallenden Hochbehälter, die als Erdbehälter konstruiert waren, während der neue Hochbehälter als ein in die Höhe ragendes Gebäude gebaut wird. Dazu gab es für die Bauausschussmitglieder entsprechende Fotoaufnahmen von der Errichtung eines derartigen Hochbehälters in einer anderen Gemeinde zu sehen. Der neue Hochbehälter erhält eine neue Zu- und Ableitung.
Technische Details des neuen Hochbehälters
Georg Pröls, Renner + Hartmann, Consult GmbH, Amberg, berichtete den Ausschussmitgliedern, dass das Projekt Wasserversorgung von Anfang an sehr umfangreich gewesen sei. Letztlich sei die Entscheidung getroffen worden, die beiden alten Hochbehälter aufzulassen und den neuen Hochbehälter als zentralen Punkt der Wasserversorgung zu errichten. Der im Bau befindliche Hochbehälter besteht aus zwei Tanks mit jeweils 550 Kubikmeter Speichervolumen. Zu Beginn, so schilderte Georg den Ablauf der Vorarbeiten, habe sich auch die Frage gestellt, in welcher Bauweise der Hochbehälter gebaut werden solle. Diese beiden Tanks werden „eingehaust“, wie es im Fachjargon heißt, wenn diese Tanks nicht mehr sichtbar sind und sich vielmehr in einem Gebäude verbergen. Mit der technischen Beschreibung verdeutlichte Georg Pröls den Umfang der Tanks, der in den Außenmaßen der Halle von 27 x 15 Metern nochmals zum Ausdruck kommt. Georg Pröls empfahl den Gremiumsmitgliedern, die Aufstellung der Tanks, verbunden mit den Schweißarbeiten, zu besuchen, weil dann der riesige Umfang der Hochbehälter erst deutlich werde.
Der Hochbehälter werde mit der aktuellsten Technik ausgestattet, versicherte Georg Pröls. Dies beinhalte auch eine Druckerhöhungsanlage für die Häuser am Koppelberg und die technische Vorbereitung für einen Anschluss an einen Hochbehälter bei Glaubenwies, sollte der agierende Zweckverband der Glaubendorfer Gruppe aufgelöst werden. Das würde bedeuten, dass das Wasser vom Hochbehälter am Koppelberg zum Hochbehälter bei Glaubenwies gepumpt würde und von dort aus dann die Orte Seibertshof und Meisthof versorgen könnte. Nach den Erläuterungen von Georg Pröls werden auch die Leitungen zum und vom Hochbehälter jeden Tag gespült.
Ausführlich beschrieb Georg Pröls den technischen Aufbau des Hochbehälters, der aber mit seiner Holzoptik im Landschaftsbild nicht störend wirkt.
Bauverlauf, Kosten und Zeitplan
Die Baumaßnahme selbst wurde in zwei Baulose ausgeschrieben. Für den Tief- und den Hallenbau ist die Firma Steininger, Neunburg vom Wald, zuständig. Die Auftragssumme beläuft sich auf 860.000 Euro. Bürgermeister Sebastian Hartl ergänzte diese Aussage mit dem Hinweis, dass ausgehobenes Erd- und auch Felsenmaterial auf der gemeindlichen Bauschuttdeponie abgelagert ist und durch eine mobile Brecheranlage zerkleinert wird und somit wieder auf anderen Baustellen verwendet werden kann. Dabei fällt auch das Wort „Steinbruch“, wie dieses Grundstück zu Beginn der Arbeiten leicht zu beschreiben gewesen wäre. Die Allgäuer Firma Edel-Tank macht laut Georg Pröls das „komplette Innenleben“ mit den Edelstahltanks, Rohrleitungen, Pumpwerken und vielem mehr einschließlich der gesamten Elektroinstallation und Steuerungstechnik. Dieser Auftrag beläuft sich auf 1,47 Millionen Euro.
Die Bauausführung selbst liegt im vorgegebenen Zeitplan, sodass ab August der Hallenbau beginnen kann. Dieses Bauteil soll im Oktober fertiggestellt sein, sodass dann eventuell schon mit dem Schweißen der Behälter begonnen werden kann. Deutlich macht Georg Pröls aber, dass die Anlage erst in Betrieb gehen kann, wenn alle Maßnahmen in der Glaubenwieser Straße abgeschlossen sind. „Die Zeit, die wir jetzt gewinnen, ist ein Puffer für uns.“
Zukünftige Nutzung der alten Hochbehälter
Noch ungeklärt ist die künftige Verwendung der alten Wasserhochbehälter, die anderweitig oft als „Fledermaushotels“ genutzt werden. Bürgermeister Sebastian Hartl zeigte verschiedene denkbare Nutzungen auf, für die aber auch nicht ansatzweise eine Entscheidung getroffen wurde.
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