Im Landkreis Tirschenreuth bleibt's spannend: Landrat und drei Bürgermeister gesucht
Im Landkreis Tirschenreuth bleibt's spannend: Landrat und drei Bürgermeister gesucht
Die Kommunalwahl in Bayern 2026 ist – fast – vorbei. Denn am 22. März müssen (dürfen) die Wahlberechtigten vielerorts bei Stichwahlen nochmals ihr Kreuzchen setzen. Im Landkreis werden am Sonntag in knapp zwei Wochen der Landrat sowie die Bürgermeister/innen in der Kreisstadt Tirschenreuth, in Erbendorf und in Plößberg gewählt. Hier hat keine(r) der Kandidatinnen und Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht. Dagegen stehen die Kreis-, Stadt- und Gemeinderäte fest – mit Ausnahme der eventuellen Nachrücker für die dann Gewählten.
Drei Kommunen ermitteln noch ihre Bürgermeister
Während sich in der Stichwahl um den Landratssessel Roland Grillmeier (CSU) und Hubert Schicker (FW) gegenüberstehen, kämpfen in Tirschenreuth Harald Siegert (CSU) und Hans-Peter Schärl (FW), in Erbendorf Bernhard Schmidt (FW) und Matthias Fütterer (CSU) sowie in Plößberg Tina Zeitler (CSU) und Markus Preisinger (Jetzt bereit für eigene und neue Wege) um das Bürgermeisteramt. Spannend dürften alle Rennen werden, auch wenn einige Kandidaten im ersten Wahlgang deutlich vornlagen.
So hatte der amtierende Landrat Roland Grillmeier am Sonntag mit 42,2 Prozent der Stimmen mehr als zwölf Punkte Vorsprung vor seinem Herausforderer, doch in der Stichwahl werden die Wählerinnen der anderen Parteien das berühmte Zünglein an der Waage spielen. Klare Aussagen oder gar Wahlempfehlungen sind von ihnen wohl eher nicht zu erwarten. So ist nur eines klar: Es dürfte ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden zwischen dem Mitterteicher und dem Pechtnersreuther (Waldsassen).
Spannende Stichwahl in Tirschenreuth
Noch enger geht es in der Kreisstadt zu. Dort trennen die potenziellen Nachfolger des langjährigen Stadtoberhaupts Franz Stahl, der nicht mehr angetreten war, Harald Siegert (CSU, 43,3 Prozent) und Hans-Peter Schärl (41,4) nicht einmal zwei Prozent. Hier wird es darauf ankommen, wer mehr Wähler für die Entscheidung am 22. März motivieren kann. Im ersten Wahlgang ausgeschieden sind Jonas Prauschke (SPD, 11,6) und Annie Schraml (Linke, 3,7). Mit einem größeren Vorsprung geht in Erbendorf Bernhard Schmidt in die Entscheidung. Der Freie Wähler lag am Sonntag mit 39,2 Prozent und fast 400 Stimmen deutlich vor Matthias Fütterer von der CSU (26,2). Ausgeschieden sind David Frischholz (Miteinander für Erbendorf, 22,8 Prozent) und Petra Thomas (SPD, 11,8).
In Plößberg bewarben sich ebenfalls vier Bewerber/innen um den Bürgermeisterposten: Tina Zeitler (CSU, 42,0), Markus Preisinger (24,8), Marcus Fritsch (WgBfB, 18,6) und Bettina Krapfl (Freie Wähler, 14,5). Die beiden Erstgenannten ermitteln in knapp zwei Wochen, wer Nachfolger des nicht mehr angetretenen Lothar Müller (CSU) wird.

Klare Verhältnisse im Kreistag, Spannung im Rennen um den Landratssessel
Tirschenreuth. Die Wählerinnen und Wähler im Landkreis Tirschenreuth müssen nachsitzen. Weil im ersten Wahlgang keiner der sechs Landratskandidaten die absolute Mehrheit geschafft hat, findet in knapp zwei Wochen am Sonntag, 22. März, eine Stichwahl um den Chefsessel im Landratsamt statt. Auch die Zusammensetzung im Kreistag hat sich durch die erstmals angetretene AfD geändert.
CSU/Zukunft verlieren Kreistagsmehrheit
Auch im Tirschenreuther Kreistag wird künftig ein anderer (härterer?) Wind wehen. Bisher hatten CSU und die mit ihr „verbandelte“ Liste Zukunft“ im 50-köpfigen Gremium eine knappe Mehrheit von 26 (+Landrat) zu 24 Sitzen. Im neuen Kreistag haben beide Verbindungen keine Mehrheit mehr, sind nur noch mit 18 (CSU) und fünf (Zukunft) Kreisräten vertreten.
Das Ergebnis lautet wie folgt: CSU 18 Sitze (35,1 Prozent), Freie Wähler 10 (20), AfD 7 (13,6), SPD 6 (11,6), Zukunft 5 (10,7), Grüne 3 (5,9), Die Linke 1 (2,4). Den Einzug verpasst hat die FDP. Gespannt darf man sein, wie sich die neue AfD-Fraktion im Gremium präsentieren wird. Keine(r) der sieben Vertreter dieser Partei verfügt bisher über Erfahrung in kommunalpolitischer Arbeit.
In Wiesau folgt der Sohn dem Vater
Bei den Bürgermeisterwahlen im Landkreis bedauert die SPD den Verlust des letzten „roten Rathauses“: In Neusorg unterlag Corbinian Wedlich von der SPD seinem Kontrahenten Oliver Becher (CSU) deutlich mit 34,7 zu 65,3 Prozent. Der 18 Jahre amtierende Sozialdemokrat Peter König war nicht mehr angetreten. Ebenfalls neu ist in Wiesau Michael Dutz (CSU, 64,0), der sich klar gegen Markus Schäffler (FW, 34,0) durchsetzte. Besonderheit: Der Sohn des bisherigen Amtsinhabers Toni Dutz wurde auch von der ortsansässigen SPD unterstützt, die keinen eigenen Kandidaten nominiert hatte.
In Waldsassen setzte sich der amtierende Bürgermeister Bernd Sommer (CSU, 61,9) souverän gegen Johann Wurm (FW, 20,8) und Helmut Zeitler (SPD, 17,3) durch. Auch in der drittgrößten Stadt im Landkreis, Mittertewich, behauptete sich der Amtsinhaber: Stefan Grillmeier (CSU) gewann gegen Wolfgang Karbstein (Wählergemeinschaft Zukunft Stadt Mitterteich) klar mit 68,8 zu 31,2 Prozent. Einen Coup schaffte Adrian Käß in der Steinwaldgemeinde Friedenfels: Der erst 26 Jahre alte CSU-Politiker setzte sich gegen Amtsinhaber Oskar Schuster (FW) klar mit 68,7 zu 31,3 Prozent der Stimmen durch und wird damit der mit Abstand jüngste Bürgermeister im Landkreis Tirschenreuth.
Alle Wahlergebnisse im Landkreis Tirschenreuth sind unter https://www.kreis-tir.de/kommunalwahl2026 abrufbar.








