Politischer Aschermittwoch der Linken füllt Bräuwirt in Weiden
Politischer Aschermittwoch der Linken füllt Bräuwirt in Weiden
Premiere geglückt, Saal gesprengt: Zum ersten Politischen Aschermittwoch der Linken in Weiden platzte die Brau-Stube im „Bräuwirt“ aus allen Nähten. Da jeder Sitzplatz bis auf den letzten Platz besetzt war, mussten zahlreiche Interessierte die Veranstaltung im Stehen verfolgen. Unter der Leitung von Benedikt Zintl erlebte das Publikum eine Mischung aus scharfer politischer Analyse und bissiger Satire.
Auftakt mit klarer Botschaft
Den Auftakt der Reden machte Alexander Wittmann (Stadtratsliste Platz sechs). Er setzte auf eine provokante Umdeutung bekannter Kürzel, um gegen den Rechtsruck zu mobilisieren: Sein Slogan „Bayern wählt schwarz, und AfD heißt: Alex für Deutschland“ sorgte für den ersten kräftigen Applaus und zustimmendes Gelächter im Saal.
Lokale Analyse und weibliche Perspektiven
Im Anschluss vertiefte Andreas Reichl (Stadtratsliste Platz drei) die politische Debatte. Unter dem Titel „Der Iltis im Sack – Ein Weidener Realitätscheck“ lieferte er eine pointierte Abrechnung mit der Stadtpolitik und thematisierte das Spannungsfeld zwischen Rendite-Rausch und lokalen Zukunftsträumen.
Auch die Oberbürgermeisterkandidatin Robyn Arnold bereicherte den Abend in einer humoristisch pointierten Rede mit persönlichen Einblicken hinter die Kulissen des Wahlkampfs. Sie berichtete offen von ihren Erfahrungen im Umgang, aber auch mit den Absurditäten des bisherigen Wahlkampfs mit ihren Mitbewerber:innen um das Amt im Weidener Rathaus.
Satirisches Feuerwerk und Parodien
Besonders die satirischen Beiträge sorgten für eine ausgelassene Stimmung im vollbesetzten Saal. Andreas Witt (Stadtratsliste Platz acht) begeisterte das Publikum mit einer treffsicheren Donald-Trump-Parodie, die die Absurditäten moderner amerikanischer Politik humorvoll auf die Schippe nahm.
Dem standen die regionalen Kandidaten in nichts nach: Stefanie Haaf (Landratskandidatin TIR) knöpfte sich die männliche Dominanz in der bayerischen Politik vor und charakterisierte Markus Söder als „Food-Influencer und Teilzeit-Politiker“. Simon Escher-Herzog (Landratskandidat NEW) schlüpfte wiederum in die Rolle eines fiktiven Regierungssprechers, um mit neoliberaler Ironie die vermeintlichen „Vorzüge“ sozialer Kälte für die Landbevölkerung zu erklären.
Ates Gürpinar: „Hier geht die Linke nicht mehr weg“
Trotz einer zweistündigen Verspätung aufgrund massiver Probleme bei der Bundesbahn wurde der Hauptredner und Bundestagsabgeordnete Ates Gürpinar mit großem Beifall empfangen. In seiner Rede zog er eine selbstbewusste Bilanz zum Wachstum der Partei:
„4.000 Kandidaturen in über 200 Landkreisen, Städten und Gemeinden. Wir reden von 400 Menschen in den unterschiedlichen Räten. Das ist schon was. Das bedeutet was. Hier geht die Linke nicht CSU spüren.“
Gürpinar unterstrich zudem, dass linke Politik eine Frage der Haltung sei: „Links sein ist nicht ‚Nach mir die Sintflut‘. Links sein ist Hoffnung, links sein ist der Wille, die Gesellschaft zu einer sozialen, einer solidarischen zu machen.“
Ausklang in Gemeinschaft
Zum Abschluss der Veranstaltung folgte ein spielerischer Wettstreit zwischen den Teams der Landkreise NEW/TIR und den Kandidaten aus Weiden, der in einem versöhnlichen Unentschieden endete. Bei bester und reichhaltiger Verpflegung durch das Team des Bräuwirts klang der Abend in ausgelassener Stimmung aus. Der erste Politische Aschermittwoch der Linken in Weiden zeigte deutlich: Die Partei ist in der Region präsent, kampfeslustig und steht geschlossen für soziale Gerechtigkeit ein, kann aber auch ganz locker und lustig.










