Realpolitik statt Parolen beim CSU-Neujahrsempfang in Pleystein
Realpolitik statt Parolen beim CSU-Neujahrsempfang in Pleystein
Zweite Bürgermeisterin Andrea Lang, zugleich auch stellvertretende Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Pleystein, hieß die zahlreichen Gäste, die den Weg zum Zottbachhaus trotz widrigster Straßenverhältnisse gefunden hatten, willkommen. Ihr besonderer Gruß galt den Vertretern der Pleysteiner Vereine, den Unternehmern, den Abordnungen der Pleysteiner Feuerwehren, den aktuellen CSU-Stadträten und den CSU-Kandidaten und Kandidatinnen für dieses Ehrenamt, dem Leiter der PI Vohenstrauß, Polizeihauptkommissar Wolfgang Achtert, und seinem Vorgänger im Amt, Ersten Polizeihauptkommissar a. D. Martin Zehent, sowie den zahlreichen Bürgermeisterkollegen aus dem östlichen Altlandkreis und den Vertretern der Jungen Union auf Kreisebene.
Junge Liste erfüllt 60 Unterschriften – Ehrengast Andreas Meier
Andrea Lang verband ihre Willkommensgrüße mit dem Hinweis auf ein wichtiges, vorab erreichtes Ziel für die Kommunalwahl am 8. März: Für die „Junge Liste“ seien die vorgeschriebenen 60 Unterschriften vorhanden. Ein herzlicher Willkommensgruß galt auch dem Ehrengast des Abends, Landrat Andreas Meier.
Andrea Lang beließ es jedoch nicht nur bei Begrüßungsworten, sondern sprach auch die derzeitige politische Situation an, insbesondere außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland. Internationale Krisen prägten die Schlagzeilen, wirtschaftliche Unsicherheiten wirkten sich auf das tägliche Leben in Deutschland und Europa aus, weltweit scheine die politische Lage instabiler zu werden. Sie stellte die Frage, ob die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffene Weltordnung – vor allem mit Blick auf die Zukunft Europas – infrage stehe.
Weltpolitik und ihre Folgen: Lang ordnet Lage ein
Auch mögliche Abkommen im Ukraine-Krieg seien nicht zwangsläufig mit einem Friedensschluss verbunden. Der Hinweis auf die Situation in Venezuela werfe die Frage auf, ob es bei Eingriffen der USA um die dort lebenden Menschen oder um vorhandene Bodenschätze gehe – eine Frage, die nach ihren Worten auch auf Grönland anwendbar sei.
Diese Weltlage belaste auch die Region, etwa durch unter Druck geratene Arbeitsplätze, hohe Steuern, steigende Löhne und Lohnnebenkosten sowie eine zunehmend lähmende Bürokratie. Andrea Lang forderte deutlich, dass Deutschland seine einstige Führungsrolle in Technik und Innovation wiedererlangen müsse. „Oder wollen wir die Chips für Drohnen und vieles andere nur deshalb im Ausland einkaufen, weil es kurzfristig billiger ist?“
Positive Entwicklung in der nördlichen Oberpfalz
Trotz hoher Arbeitslosigkeit in Deutschland dürfe die positive Entwicklung in der nördlichen Oberpfalz nicht übersehen werden. Aus dem früheren „Armenhaus“ seien zahlreiche zukunftsorientierte Großunternehmen hervorgegangen. „Unsere Heimat kann Wirtschaft – sie schafft Perspektiven vor Ort.“
Mit klaren Worten ging Andrea Lang auf die bevorstehende Kommunalwahl ein. Diese Wahl am 8. März – die „Mutter aller Wahlen“ und das „Hochamt unserer Demokratie“ – entscheide darüber, wer in Rathäusern, Gemeinde- und Stadträten sowie im Kreistag Verantwortung übernehme. CSU, FU und JU machten den Pleysteinerinnen und Pleysteinern mit ihren Kandidaten ein offenes, ehrliches und kompetentes Angebot.
Bürgermeisterkandidat Christoph Müllhofer stellt sich vor
Bürgermeister- und Stadtratskandidat Christoph Müllhofer gab den Besuchern Einblick in sein Berufsleben, das ihn in den letzten 13 Jahren zur BHS nach Weiherhammer führte. Sein politisches Engagement begann im Ehrenamt, setzte sich zwölf Jahre lang als Vorsitzender der Jungen Union Pleystein fort und führte zur Mitarbeit im CSU-Vorstand. Seit 2024 steht er dem CSU-Ortsverband Pleystein als Vorsitzender vor.
Der Verzicht des bisherigen Ersten Bürgermeisters Rainer Rewitzer auf eine mögliche dritte Amtsperiode sei für ihn ein Zeichen gewesen, selbst zu kandidieren. Als zentrale Ziele nannte Müllhofer die Verbesserung der Situation im Freibad, den Städtebau und den Aufbau eines Nahwärmenetzes. Weitere Schwerpunkte seien die Ausweisung von Bauland für junge Familien sowie Verantwortung für Schule, Kindergarten, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. „Es lässt sich viel erreichen, auch wenn wir jeden Cent zweimal umdrehen müssen.“
Ziele für Pleystein: Freibad, Städtebau und Nahwärme
Die Gäste würdigten seine Worte mit langanhaltendem Applaus. Landrat Andreas Meier sah im großen Besuch trotz widriger Wetter- und Straßenverhältnisse eine Wertschätzung für seine Arbeit. Er betonte, dass beim Neujahrsempfang die örtlichen Kandidaten im Mittelpunkt stünden, insbesondere der Bürgermeisterkandidat. Scherzhaft merkte er an, er hätte „eigentlich in der Vorgruppe sein müssen“.
Kommunalpolitik als Realpolitik: Meier kritisiert Pauschalforderungen
Meier kritisierte Wahlprogramme mit pauschalen Forderungen ohne Bezug zu den tatsächlichen Problemen der Menschen vor Ort. Kommunalpolitik sei Realpolitik: Entscheidungen über Kindergartenerweiterungen, Feuerwehrfahrzeuge, Baugebiete oder Vereinsförderung würden direkt das Leben der Bürger betreffen.
„Es ist Zeit, das Schicksal wieder in die eigenen Hände zu nehmen“, so Meier abschließend.














