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Schlammersdorf: Disziplinierte Haushaltspolitik macht schuldenfrei

Schlammersdorf. Rück- und Ausblick auf das Gemeindeleben, kommunale Wärmeplanung und schnelles Internet wecken bei der Bürgerversammlung großes Interesse.

Schlammersdorf. Rück- und Ausblick auf das Gemeindeleben, kommunale Wärmeplanung und schnelles Internet wecken bei der Bürgerversammlung großes Interesse.
In Wort und Bild zeichnete Bürgermeister Johannes Schmid das Bild einer Wohlfühlgemeinde. Foto: Robert Dotzauer

Schlammersdorf: Disziplinierte Haushaltspolitik macht schuldenfrei

„Und du, die du klein bist, bist keineswegs die unbedeutendste unter den Gemeinden“, spricht der Prophet, aufgeschrieben im Alten Testament. Die Botschaft verheißt viel Optimismus. Der ist auch in Schlammersdorf vorhanden. Mit 867 Einwohnern eine kleine Gemeinde, eine der kleinsten im Landkreis NEW, aber nicht zu den geringsten zählend, wie aus dem Bericht des Bürgermeisters bei der Bürgerversammlung zu entnehmen war. Johannes Schmid blickte im überfüllten Bürgerhaus-Saal vor zirka 100 Besuchern zufrieden und bescheiden „auf sein Reich“.

Sorge vor einer Durststrecke

Der Bürgermeister und mit ihm die Bürgerschaft freuen sich im Verhältnis zur Gemeindegröße über eine gute Infrastruktur mit vielen kommunalen und privaten Einrichtungen zur Daseinsvorsorge. Stolz ist der Gemeindechef auf ein weiteres Kunststück. „Schlammersdorf ist seit dem vorletzten Jahr schuldenfrei“, betonte Johannes Schmid, um anschließend auf einige Fixpunkte des Gemeindehaushalts einzugehen und das gute kommunale Wirtschaften zu begründen.

Trotz steigender Belastungen für den laufenden Betrieb und stetig steigender Umlagen an Zweckverbände und den Landkreis gelinge es noch, das Gemeinwesen Schlammersdorf sicher durch die wirtschaftliche Durststrecke zu führen. Für die Zukunft ein Balanceakt, weil der Gemeindechef für die meisten Kommunen, bedingt durch viele äußere Faktoren, finanzielle Einbrüche befürchtet. Dieser vorsichtige Ausblick trübte nicht die Leistungsbilanz für 2025 mit der Abfinanzierung des Investitionsschwerpunktes Kindertagesstätte, der Baulandbeschaffung und Wegebaumaßnahmen.

Wasser, Abwasser und Gebühren

Den guten Nachrichten folgten im Wortsinn „Wasserstandsmeldungen“. Johannes Schmid bedauerte die Erhöhung des Wasserpreises zum Jahreswechsel von 1,37 Euro auf 2,31 Euro. Eine unvermeidliche Gebührenerhöhung, die der Bürgermeister mit Hinweisen auf die explodierenden Energie-, Wartungs- und Investitionskosten begründete.

Zudem informierte der Versammlungsleiter über die umlagefinanzierten Kosten der Abwasserbeseitigung und notwendige Sanierungsmaßnahmen für die mit der Nachbargemeinde Vorbach betriebene Kläranlage. Schmid rechnet mit Kosten von rund 450.000 Euro, um das Klärwerk für die nächsten 20 Jahre fit zu machen.

Großprojekte 2026

Den Ausblick auf 2026 kennzeichnen einige Großprojekte. Beispielhaft verwies der Bürgermeister auf den 1,2 Millionen Euro teuren Breitbandausbau mit einer 90-prozentigen Förderung, auf die Verwirklichung des langersehnten Radwegbaues zwischen Schlammersdorf und Oberbibrach, auf den vorsorglichen Grunderwerb zur Ausweisung weiterer Baulandflächen und auf die Planungen zum Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Moos und Oberbibrach. Um „noch“ gute Förderkonditionen zu sichern, seien Baugrunduntersuchungen veranlasst worden. Auch die Finanzierung eines neuen Löschfahrzeuges für die Schlammersdorfer Wehr sei in der Finanz- und Investitionsplanung zu berücksichtigen.

Zoigltermine
Zoigltermine

Projektplanungen, die der Bürgermeister mit einem Blick auf den Stand der allgemeinen Rücklage zum Jahresende 2025 mit vorsichtigem Optimismus begleitet. Voraussichtlich erleichtert ein Finanzpolster in Höhe von zirka 370.000 Euro die bemerkenswerten Investitionsziele. Schließlich verneigte sich der Bürgermeister vor dem Engagement der Ehrenamtlichen. Erst der Gemeinsinn vieler Schlammersdorfer befördert die Gemeinde in den Kreis eines lebens- und liebenswerten Wohlfühlortes. Gemessen an den Wortmeldungen erreicht der Grad der Zufriedenheit der Bürgerschaft mit der Entwicklung der Gemeinde hohe Werte. Im Diskussionsteil gab es nur eine Anfrage zum Planungsstand über die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße vom Ortsteil Moos bis zur Gemeindegrenze in Richtung Oberbibrach.

Dicht gedrängt lauschten die Schlammersdorfer bei der Bürgerversammlung im Sitzungssaal des Bürgerhauses dem Jahresbericht des Bürgermeisters. Foto: Robert Dotzauer