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MSR Bertelshofer
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150 Selbsthilfegruppen auf einen Blick - Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz stellte neuen Wegweiser vor

Weiden. In der Nordoberpfalz bündelt ein neuer Wegweiser der Selbsthilfekontaktstelle rund 150 Selbsthilfegruppen von A wie ADHS bis Z wie Zöliakie. Das Diakonische Werk Oberpfalz Mitte-Nord stellte die Broschüre vor.

Weiden. In der Nordoberpfalz bündelt ein neuer Wegweiser der Selbsthilfekontaktstelle rund 150 Selbsthilfegruppen von A wie ADHS bis Z wie Zöliakie. Das Diakonische Werk Oberpfalz Mitte-Nord stellte die Broschüre vor.
Den neuen Wegweiser der Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz stellten vor (von links) AOK-Direktor Jürgen Spickenreuther, Jürgen Huhn, Brigitte Lindner, Diakon Karl Rühl, Ulrike Rauch und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher. Foto: Reinhard Kreuzer

150 Selbsthilfegruppen auf einen Blick - Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz stellte neuen Wegweiser vor

Wer mit einer chronischen Erkrankung lebt, psychische Belastungen bewältigt oder mit einer schwierigen Lebenssituation umgehen muss, findet in der Nordoberpfalz eine breite Palette an Unterstützung. Einen Überblick über rund 150 Selbsthilfegruppen bietet jetzt der neue Wegweiser der Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz. Das Diakonische Werk Oberpfalz Mitte-Nord stellte die neue Broschüre bei einem Pressegespräch vor.

Vielfältige Themen von ADHS bis Zöliakie

Von A wie ADHS, Adipositas oder Alkohol bis Z wie Zöliakie und Zwänge reicht das Spektrum. Dazwischen finden sich Gruppen zu Krebs, Diabetes, neurologischen Erkrankungen, Depressionen, Ängsten und Suchterkrankungen ebenso wie Angebote für Menschen mit Behinderungen oder Trauernde. Auch soziale und gemeinschaftliche Angebote wie Stillgruppen, kreative Gruppen und Erzählcafés gehören dazu.

Schirmherr und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher zeigte sich von der Vielfalt beeindruckt. „Die Selbsthilfegruppen sind nach Klinikum, Ärzten und Rehabilitation die vierte Säule im Gesundheitssystem“, betonte er. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und Genesung und ergänzten damit die professionelle medizinische und soziale Versorgung.

Direkter Austausch unter Betroffenen

Diakon Karl Rühl, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Oberpfalz Mitte-Nord, erklärte das besondere Prinzip der Selbsthilfe. Menschen mit ähnlichen Problemen kommen miteinander ins Gespräch, tauschen Erfahrungen aus und unterstützen sich gegenseitig. „Die Gruppen sind ein Zusammenschluss von Menschen, die über das gleiche Problem miteinander in Kontakt sind“, sagte Rühl.

Dabei übernehmen die Teilnehmer die Organisation weitgehend selbst. Viele Gruppen leiten Betroffene ehrenamtlich. Gerade diese Nähe mache die Selbsthilfe wertvoll, weil die Teilnehmer nicht nur über ein Krankheitsbild oder eine Lebenssituation sprächen, sondern eigene Erfahrungen einbringen könnten.

Höher hob zudem die besondere Erreichbarkeit hervor. Selbsthilfe kenne nicht zwangsläufig feste Sprechzeiten und sei häufig auch dann ansprechbar, wenn andere Einrichtungen bereits geschlossen hätten. Der neue Wegweiser sei deshalb mehr als ein Verzeichnis. „Er ist ein hilfreicher Leitfaden für die Region und steht für eine gute Zusammenarbeit aller Gesundheits- und Sozialberufe“, sagte der Schirmherr.

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Kontaktstelle vermittelt und begleitet

Die Selbsthilfekontaktstelle bildet dabei die Schnittstelle zwischen Ratsuchenden und den Gruppen. Brigitte Lindner verwies auf die große Bandbreite der Angebote. Neben gesundheitlichen Themen gehörten auch besondere Lebenslagen dazu. Nicht für jedes Problem existiere bereits eine passende Gruppe. Genau hier setze die Arbeit der Kontaktstelle an. Interessierte könnten sich beraten lassen, erste Treffen anstoßen und bei Bedarf Unterstützung beim Aufbau einer neuen Gruppe erhalten. Auch Informationen über Organisation, Finanzierung und Gruppenarbeit gehörten zum Angebot.

Aktuell befindet sich beispielsweise eine Trans-Selbsthilfegruppe in Weiden im Aufbau. Sie richtet sich an transgeschlechtliche, nicht-binäre und genderqueere Menschen sowie an Personen, die Fragen zur eigenen geschlechtlichen Identität haben. Auch für Angehörige und Menschen in besonderen familiären Situationen könnten neue Angebote entstehen. „Wenn es keine geeignete Gruppe gibt, können wir erste Treffen begleiten und Informationen geben“, erklärte Lindner. Die Botschaft der Kontaktstelle sei deshalb einfach: Kontakt aufnehmen, Gleichgesinnte finden und gemeinsam eine Gruppe aufbauen.

Gemeinschaft stärkt Betroffene

Die Selbsthilfe beschränke sich dabei nicht auf den Austausch über Krankheiten. Sie könne Selbstvertrauen stärken, Ängste abbauen und Menschen wieder stärker am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen. Gespräche mit anderen Betroffenen böten Raum für Sorgen, Erfahrungen und persönliche Fragen. Gleichzeitig entstünden Kontakte, Freundschaften und gemeinsame Aktivitäten.

Auch die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände unterstützen die Arbeit finanziell. AOK-Direktor Jürgen Spickenreuther verwies darauf, dass sie Sach- und Fortbildungskosten der Gruppen bezuschussten. Die Gruppenleiter selbst arbeiteten ehrenamtlich. Allerdings ließen sich nicht alle Ausgaben über Fördermittel abdecken. Deshalb blieben Spenden für die Selbsthilfearbeit wichtig. Die neue Broschüre entstand als gefördertes Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, der Fördergemeinschaft der gesetzlichen Krankenversicherungen und ihrer Verbände sowie des Bezirks Oberpfalz.

Der Wegweiser richtet sich nicht nur an Betroffene. Auch Fach- und Beratungsstellen, Sozialverbände, Gemeindeverwaltungen sowie Lehr- und Fachkräfte können die Broschüre nutzen und bestellen. Damit soll sie zu einem praktischen Nachschlagewerk für die gesamte Region werden.

Kontakt: Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz, Telefon 0961/3893163, www.seko-nopf.de.

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