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Ohne sie geht es nicht: Internationale Pflegefachkräfte sichern Zukunft der Kliniken Nordoberpfalz

[Advertorial] Weiden. „Ohne internationale Pflegekräfte geht es nicht.“ Pflegedirektorin Angela Dzyck formuliert es ohne Umschweife. 22 Pflegefachkräfte aus fünf Ländern bereiten sich derzeit an den Kliniken Nordoberpfalz auf ihre berufliche Anerkennung in Deutschland vor. Sie bringen jahrelange Berufserfahrung mit – und werden für die Versorgung in der Region dringend gebraucht.

Ohne sie geht es nicht: Internationale Pflegefachkräfte sichern Zukunft der Kliniken Nordoberpfalz

Harshana Sulaiman aus Kerala hat in Indien schon mehrere Jahre als Krankenschwester gearbeitet. In Weiden befindet sie sich im Anerkennungsprozess, die Fachsprachenprüfung hat sie schon bestanden. Foto: Christine Ascherl
Simona Trpcheska (34) kommt aus Mazedonien. Auch sie ist ausgebildete Pflegefachkraft mit Berufserfahrung und aktuell in der Unfallchirurgie eingesetzt. Foto: Christine Ascherl
Harshana Sulaiman und Simona Trpcheska im Skills Lab bei Simulationspuppe „Ann“. Foto: Christine Ascherl
Sprachlehrerin Susanne Weimann hat viel Freude an ihren Schülern. Die internationalen Pflegekräfte kommen aus Indien, Indonesien, den Philippinen, Mazedonien und Ägypten. Foto: Christine Ascherl
Hoch motiviert und hochqualifiziert: So beschreibt die Pflegedirektorin die internationalen Pflegekräfte, die sich derzeit am Klinikum Weiden auf ihre Anerkennungsprüfungen vorbereiten. Foto: Christine Ascherl
Sie kümmern sich in Weiden um die internationalen Fachkräfte: Ausbilder Klaus Saller (links), Pflegedirektorin Angela Dzyck (rechts) mit ihrer Kollegin Martina Segerer-Wolf. Foto: Christine Ascherl

Schnee hatte Harshana Sulaiman noch nie gesehen, bevor sie im Januar aus dem südindischen Kerala nach Weiden kam. Heute arbeitet die 25-Jährige auf der Neurologie der Kliniken Nordoberpfalz. Ihre Anerkennung als Pflegefachkraft in Deutschland steht unmittelbar bevor. Sie ist eine von 22 internationalen Pflegekräften, die derzeit an den Kliniken Nordoberpfalz Vorbereitungskurse für ihre berufliche Anerkennung absolvieren.

Sie kommen aus Indien, Indonesien, den Philippinen, Ägypten und Mazedonien. Am Krankenbett sind sie längst fit. Alle haben eine akademische Ausbildung. Alle haben jahrelange Praxiserfahrung in Kliniken. „Das sind hochmotivierte und hochqualifizierte junge Leute“, sagt Pflegedirektorin Angela Dzyck, die mit Kollegin Martina Segerer-Wolf den fachlichen Part der Qualifizierung betreut.

Um in Deutschland anerkannt zu werden, müssen sie dennoch zwei Prüfungen absolvieren. Zum einen eine Fachsprachenprüfung auf dem Niveau B2 (mit B1 sind alle schon gekommen). Zum anderen eine mehrstündige Kenntnisprüfung. Sie müssen den Stand der deutschen generalistischen Pflegeausbildung nachweisen. Die Vorbereitungskurse dauern neun bis zwölf Monate.

Nein, ohne internationale Pflegekräfte geht es nicht mehr. Was wir in unserer Akademie New life ausbilden, kann die natürliche Fluktuation in den nächsten Jahren nicht auffangen.

Angela Dzyck, Pflegedirektorin der Kliniken Nordoberpfalz AG

Harshana hat in Indien eine Ausbildung zur Pflegefachkraft mit Geburtshilfe absolviert und drei Jahre in der Notaufnahme einer privaten Klinik in Ernakulam gearbeitet. Sie wandte sich im südindischen Bundesstaat Kerala an die offizielle Regierungsagentur „Norka Roots“, die Pflegefachkräfte ins Ausland vermittelt. Zur Wahl standen Deutschland, Großbritannien und Saudi Arabien. Harshana wollte nach Deutschland. Sie hat die Wahl nicht bereut. „Vom ersten Tag an, als ich ankam, habe ich die Unterstützung im Haus bekommen. Alle Kollegen sind sehr hilfsbereit.“

Was sie vermisst? „Meine Familie!“ Zu Hause hat sie neben den Eltern noch eine kleine Schwester, die auch schon fleißig Deutsch lerne. Harshana ist aktuell in der Neurologie eingesetzt. Am liebsten wäre sie in der Zukunft in der Notaufnahme tätig.

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Die 25-jährige Inderin lebt seit sechs Monaten im Schwesternwohnheim, wie die meisten der „PiAs“. Die Pflegekräfte in Anerkennung werden wie Pflegehelferinnen bezahlt. Ihre Miete und alle weiteren Unkosten bestreiten sie selbstverständlich selbst. Die Kliniken Nordoberpfalz helfen „nur“ bei der Bürokratie und beraten in Alltagsdingen, wie Handyvertrag oder Visa-Anträgen.

Viele haben Kinder im Heimatland

Kollegin Simona Trpcheska (34) kommt aus Mazedonien. Dort hat sie 2010 ihre Ausbildung zur Pflegekraft und Logopädin gemacht und als Logopädin gearbeitet. Als sie 2022 nach Deutschland kam, fand sie in Grafenwöhr zunächst Arbeit in der Gastronomie. Seit September 2025 ist sie im Klinikum tätig, aktuell arbeitet sie auf der Unfallchirurgie, wo sie auch gerne bleiben würde. Ihre Anerkennungsprüfung steht bevor. Die deutsche (Fach-)Sprache sei die eigentliche Herausforderung. „Ich habe viel gelernt“, sagt sie. Und auch sie lobt die Kollegen: „Alle sind sehr hilfsbereit.“

Simona hat zwei Kinder, 9 und 12, und einen Ehemann, die mit ihr in Grafenwöhr leben. Sie ist damit eher die Ausnahme. Viele der Pflegekräfte in Anerkennung haben Kinder – aber daheim bei Verwandten in ihren Heimatländern, wie den Philippinen oder Indonesien. Sie halten Kontakt per Videotelefonie. Celeste aus Indonesien beispielsweise hat zwei Kinder und war zuvor schon neun Jahre in Saudi-Arabien als Pflegefachkraft tätig. „Dort ist es gut, hier ist es besser“, sagt sie: „In Deutschland heißen uns die Leute herzlich willkommen.“

Basis ist die deutsche Sprache

Ein wesentlicher Bestandteil der Anerkennung ist die Sprache. Sprachlehrerin Susanne Weimann unterrichtet rund 22 Stunden pro Woche Deutsch – allerdings nicht irgendein Deutsch. Im Mittelpunkt stehen pflegerische Fachbegriffe und Situationen aus dem Klinikalltag: „so eng wie möglich an der Praxis orientiert.“

Heute geht es um die Essensverteilung. Über das Wort „Hähnchenschlegel“ quietschen die Teilnehmerinnen vor Vergnügen. Die eigene Leibspeise? „Nasi Goreng.“ Aber auch Brezen haben sie natürlich schon probiert – und das bayerische Bier. Großes Kichern.

Agentur „Triple Win“ vermittelt

Unter den elf Teilnehmern, die im Juni angekommen sind, sind zwei Männer. Einer ist Philippiner und kam über Vermittlungsprogramm „Triple Win“ der Bundesagentur für Arbeit nach Deutschland. Ziel ist eine faire Anwerbung in Ländern, in denen über Bedarf Pflegekräfte zur Verfügung stehen.

Der Ägypter Abdallah ist der einzige Teilnehmer, der mit einer Initiativbewerbung ins Haus gekommen ist. Er stieß im Internet auf die Kliniken Nordoberpfalz und nahm direkt Kontakt auf.  Abdallah hat seit 2019 in einem Universitätskrankenhaus gearbeitet. Auch er hat zu Hause Frau und Kinder. Der Wechsel nach Europa ist für ihn eine Lebensentscheidung.

Praxisanleitung im „Skills Lab“

Besuch im „Skills Lab“, einem Übungsraum mit Simulationspuppe „Ann“. Hier unterrichtet Praxisanleiter Klaus Saller die internationalen Pflegekräfte. Es geht um die grundlegenden Unterschiede in den Systemen. In ihren Herkunftsländern haben Krankenschwestern und -pfleger oft viel mehr Kompetenzen, die bei uns Medizinern vorbehalten sind. Dafür werden sie viel weniger in der Grundpflege eingesetzt, was dort die Familienangehörigen übernehmen.

Praxisanleiter Saller war selbst 26 Jahre in der Pflege tätig und hat die Ausbildung erst vor sechs Monaten übernommen. Ihm macht es viel Freude: „Interkulturelles Wissen vermischt sich mit unserer Pflegephilosophie.“ International identisch sind aus seiner Sicht die Eigenschaften, die eine gute Pflegefachkraft ausmachen: „Ruhe, Geduld und Empathie.“ Auch er lernt dazu. Beispielsweise, dass in Indien für ein „Ja“ energisch mit dem Kopf geschüttelt wird.

Ohne Willkommenskultur geht es nicht

Kurzum: Im Klinikum ist man hochzufrieden mit den 22 neuen Kräften. Keiner hat bislang abgebrochen, was auch dem Einsatz der eigenen Belegschaft zu verdanken ist. „Wichtig ist, sie nicht sich selbst zu überlassen, nach dem Motto: Wir holen sie her und dann wird das schon“, sagt Pflegedirektorin Angela Dzyck: „Man muss sich kümmern.“

Die KNO hat ein Integrationsteam gebildet, um das Eingewöhnen zu erleichtern. Personalreferentin Julia Rothballer kümmert sich um die Formalien, wie die Anmeldung im Rathaus. Im Pflegealltag stehen den „PiAs“ Anna Lautz, Bianca Bauer, Klaus Saller, Kordula Trottmann und Florian Träger zur Seite.

Aus Sicht von Pflegedirektorin Angela Dzyck ist das Engagement alternativlos. „Nein, ohne internationale Pflegekräfte geht es nicht mehr.“ Der Nachwuchs, der in der hauseigenen Akademie „New life“ in Neustadt/WN ausgebildet wird, kann die natürliche Fluktuation in den nächsten Jahren nicht auffangen. Die Babyboomer gehen in den Ruhestand, junge Kräfte planen ihre Elternzeit. „Wir brauchen diese internationale Verstärkung.“