Wildkräuter erobern die Schulküche in Tirschenreuth
Wildkräuter erobern die Schulküche in Tirschenreuth
Brennnessel, Giersch oder Löwenzahn gelten für viele als Unkraut – dabei stecken in ihnen wahre Nährstoffwunder. Wie sich diese heimischen Pflanzen einfach und schmackhaft in den Speiseplan integrieren lassen, erfuhren die Studierenden der Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung Tirschenreuth im Wahlpflichtmodul „Küchenpraxis Vertiefung“. Unter dem Motto „Die Wildkräuter in der Ernährung: Sommerliche Schätze aus der Natur entdecken und genießen“ führte Kräuterführerin Franziska Adam die Studierenden in die Welt der essbaren Wildpflanzen ein.
Wildkräuter: Nährstoffreiche Schätze aus der Natur
Zu Beginn vermittelte die Referentin fundiertes Wissen über die Bedeutung der heimischen Kräuter für eine ausgewogene Ernährung. „Unsere Ernährung ist oft sehr einseitig, stark verarbeitet und nährstoffarm geworden. Dabei bleiben natürliche, vitalstoffreiche Lebensmittel auf der Strecke, die unser Körper wirklich bräuchte“, erklärte Adam. Wildkräuter seien wahre Nährstoffpakete. Sie enthalten zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Bitterstoffe, die unter anderem die Verdauung unterstützen, die Leber anregen und die natürlichen Abwehrkräfte stärken können. Gleichzeitig überzeugen sie durch ihre Regionalität, Saisonalität und Nachhaltigkeit und sind kostenlos verfügbar.
Praxis-Tipps für den Einsatz in der Küche
Neben dem theoretischen Hintergrund erhielten die Studierenden zahlreiche praktische Tipps für den Alltag. Schon wenige Blätter Brennnessel im Smoothie, Vogelmiere im Salat oder feingehackte Wildkräuter auf der Focaccia bereichern den Speiseplan. Ebenso wichtig seien das sichere Erkennen der Pflanzen, das Sammeln an unbelasteten Standorten sowie die schonende Verarbeitung. Auch das Trocknen oder Einfrieren ermögliche es, Wildkräuter das ganze Jahr über zu genießen.
Im anschließenden Praxisteil wurde das Gelernte direkt umgesetzt. „Es ist ganz einfach, Wildkräuter in die Küche zu integrieren, man muss sich nur trauen“, betonte Fachlehrerin Theresia Selch. Ob Kräuterquark mit Brennnessel und Giersch, aromatische Wildkräutermarinade für Fleischspieße, Kräuterlimonade oder in Quiche, Suppen und Eis verarbeitet – die Möglichkeiten erwiesen sich als überraschend vielfältig.
Kochen, Probieren und Begeistern in der Schulküche
Nach einem selbst zubereiteten Wildkräuter-Smoothie als Auftakt kochte jede Studierende ein eigenes Gericht mit heimischen Wildkräutern. Beim anschließenden Buffet wurden die verschiedenen Speisen präsentiert und erläutert. Die gemeinsame Verkostung sorgte für viele positive Überraschungen.
„Ich wusste nicht, dass Wildkräuter so vielseitig einsetzbar sind und so lecker schmecken. Ich werde sie künftig öfter in meiner Küche verarbeiten“, berichtete eine Studierende begeistert.
Mehr Wertschätzung für heimische Pflanzen
Der Praxisunterricht zeigte eindrucksvoll, dass die oft übersehenen Pflanzen weit mehr sind als gewöhnliches „Unkraut“. Sie bieten eine wertvolle Ergänzung zu einer modernen Ernährung, fördern den bewussten Umgang mit Lebensmitteln und stärken zugleich die Verbindung zur heimischen Natur. Mit vielen neuen Ideen und Rezepten im Gepäck nahmen die Studierenden wertvolle Anregungen für ihren privaten und beruflichen Alltag mit.
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