Blue Devils verlieren Spiel gegen Kassel Huskies am grünen Tisch
Blue Devils verlieren Spiel gegen Kassel Huskies am grünen Tisch
Punkte futsch, Geldstrafe inklusive: Das am Sonntag wegen einer gebrochenen Plexiglasscheibe bei der Puckausgabe abgebrochene DEL2-Spiel der Blue Devils Weiden gegen die Kassel Huskies wird mit 0:5 gegen Weiden gewertet. Im Wortlaut der Mitteilung der ESBG (Eishockeyspielbetriebsgesellschaft mbH) heißt es:
1. Das Meisterschaftsspiel wird für den Lizenzclub (Blue Devils) mit 0 Punkten, 0:5 Toren als verloren und für die Kassel Huskies mit 3 Punkten und 5:0 Toren als gewonnen gewertet.
2. Der Lizenzclub (Blue Devils) zahlt bis zum 3. Dezember 2025 eine Geldstrafe an die Ligagesellschaft.
Ersatzmaterial muss bereitstehen
Die ESBG begründet ihre Entscheidung, die am Dienstagabend unter anderem auf der Homepage der DEL2 veröffentlicht wurde, wie folgt:
Bei Spielzeit 12:19 im 2. Drittel musste das Spiel wegen einer gebrochenen Plexiglasscheibe zunächst unterbrochen werden. Dem Lizenzclub gelang es innerhalb von 90 Minuten nicht, den ordnungsgemäßen Zustand wiederherzustellen, sodass eine Spielfortsetzung zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war. Gemäß § 11 Abs. 3 S. 1, 2 Spielordnung wurde das Spiel mit Ablauf der 90 Minuten abgebrochen. Der Lizenzclub bestätigt dies in seiner Stellungnahme.
Gemäß § 3 Abs. 2 SpO ist der Veranstalter verpflichtet, für die ordnungsgemäße Durchführung seiner Spiele zu sorgen. Hierzu gehört insbesondere die Bereitstellung einer ordnungsgemäßen Spielstätte. Davon umfasst ist ebenfalls die Pflicht, diesen Zustand während des Spiels aufrechtzuerhalten bzw. wiederherstellen zu können, weswegen der Veranstalter auch Ersatzmaterial für sporttypische Schäden bereithalten muss. Der Heimclub hat eine Garantenstellung für die Spielfähigkeit seiner Halle; Handlungen des Hallenbetreibers, der als Erfüllungsgehilfe des Heimclubs anzusehen ist, sind dem Heimclub zuzurechnen.
Nur Ersatzscheiben für hinter den Toren
Bei dem Spiel Blue Devils Weiden gegen die Kassel Huskies hat der Heimclub laut eigener Aussage lediglich Ersatzscheiben für die Bereiche hinter dem Tor bereitgehalten, nicht aber für die seitlichen Bandenbereiche. Das Vorhalten von Ersatzscheiben für alle Bandenbereiche ist ligaweiter Standard. Folglich ist der Heimclub seiner Pflicht nicht nachgekommen – es liegt ein Organisationsverschulden vor. Somit liegen die Voraussetzungen des § 10 Abs. 8 Lit. g) Spielordnung vor.
Die Blue Devils hatten bis zuletzt auf ein milderes Urteil gehofft. “Eine Möglichkeit wäre auch die Neuansetzung des Spiels”, betonte Blue Devils-Geschäftsführer Franz Vodermeier noch am Dienstagnachmittag im Gespräch mit OberpfalzECHO. Wenig später wurde das Urteil bekannt, von dem man im Weidener Lager natürlich enttäuscht war, auch wenn man damit rechnen musste. Die Blue Devils sind zwar nur Mieter der Hans-Schröpf-Arena – dafür verantwortlich, dass die Blue Devils eine spielfähige Halle zur Verfügung haben, sind die Stadtwerke als Stadionbetreiber – aber die Konsequenzen muss dennoch der Verein tragen. Die ESBG sah in dem Spielabbruch nicht “höhere Gewalt” als Grund – in diesem Fall wäre eine Neuansetzung möglich gewesen – sondern ein “schuldhaftes Verhalten des Gastgebers“.
Ein Organisationsverschulden
Die Stadtwerke Weiden hatten bestätigt, dass lediglich Ersatzscheiben für die Bereiche hinter dem Tor bereitgehalten werden, nicht aber für die seitlichen Bandenbereiche. „Das Vorhalten von Ersatzscheiben für alle Bandenbereiche ist ligaweiter Standard. Folglich ist der Heimclub seiner Pflicht nicht nachgekommen – es liegt ein Organisationsverschulden vor“, schreibt die Liga. Bei den Blue Devils ist man natürlich “not amused” über das Urteil, muss es aber so hinnehmen. Vodermeier: “Ich war am Sonntag schon sauer. Aber Fehler passieren, daraus müssen und werden alle lernen.”
Mit den drei Punkten springen die Kassel Huskies an die Tabellenspitze, die Blue Devils Weiden rangieren auf Platz neun mit 27 Zählern.




