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Mutige Schiedsrichterinnen beenden Schlägerei mit großem Körpereinsatz

Bayreuth/Mitterteich. Negativer Höhepunkt des Eishockey-Landesligaspiels zwischen dem EHC Bayreuth Tigers gegen die Stiftland Dragons aus Mitterteich am vergangenen Samstag war eine wilde Keilerei im zweiten Drittel. Dabei erwiesen sich die beiden "Linesman" als mutige "Friedensstifterinnen".

Mutige Schiedsrichterinnen beenden Schlägerei mit großem Körpereinsatz

Mitten im Getümmel: Die Linienrichterinnen der Landesligapartie EHC Bayreuth – EHC Stiftland, Leonie Knapp und Denise Ott, versuchten mutig, die Schlägerei zwischen je zwei Akteuren beider Teams zu beenden. Foto: Marco Ritter von Lehenstein

Es lief die 39. Minute, das Spiel war bis dahin angesichts nur vier Strafminuten für die Gastgeber ausgesprochen fair und beim Stand von 4:1 für den EHC Stiftland-Mitterteich (Endstand 5:1) mehr oder weniger entschieden. Das schien einigen Bayreuthern nicht zu gefallen und so zettelten sie eine Schlägerei auf dem Eis an, bei der sich auch mindestens zwei Mitterteicher Akteure nicht für den Friedensnobelpreis empfahlen.

“Griechisch-römisch” auf dem Eis

Das Ganze entzündete sich nach einem unnötigen Crosscheck des Bayreuther Spielers Leon Dünkel, für den dieser eine Zweiminutenstrafe kassierte. Dem Mitterteicher Konstantinos Karalias schien das nicht zu reichen und er teilte Dünkel seine Meinung mit, was zügig in einem heftigen Faustkampf mündete. Dieser setzte sich dann schnell in der Kategorie “griechisch-römisch liegend” auf dem Eis fort. Unterdessen bekamen sich auch Mick Schwarz (Bayreuth) und Joshua Möhwald gewaltig in die Haare.

“Mittendrin statt nur dabei” waren dann die Unparteiischen, die natürlich deeskalieren und schlichten wollten. Dabei bewiesen vor allem die Linespersons Leonie Knapp und Denise Ott großen Mut, warfen sich beherzt zwischen die Streithähne und versuchten sogar auf dem Eis liegend den Kampf zu beenden. Als ihnen dies nach einigen Minuten auch gelungen war, bekamen die vier Faustkämpfer die Quittung von Schiedsrichter Marcel Erhardt präsentiert: Mit jeweils fünf + 20 Minuten Spieldauerstrafe wegen eines GMi (Game Misconduct Penalty) durften sie vorzeitig zum Duschen. GMi ist eine Strafe, die für unsportliches Verhalten verhängt und mit zusätzlichen 5 plus 20 Strafminuten geahndet wird.

Lichtet sich das Lazarett?

Schwerer dürfte in diesem Fall für die Dragons wiegen, dass beide Sünder auch im Freitags-Heimspiel gegen den Spitzenreiter ESC Dorfen fehlen werden. Eine Spieldauerstrafe zieht immer mindestens ein Spiel Sperre nach sich. Inwieweit sich dadurch die Reihen im Team von Coach Vaclav Drobny weiter lichten, ist noch unklar. Schon am Samstag fehlten den Dragons sechs Spieler, doch hofft man am Freitag auf die Rückkehr von mindestens drei zuletzt fehlenden Akteuren.

Trotz des sensationellen 3:2-Siegs n.P. vor wenigen Wochen in Dorfen ist der EHC Stiftland am Freitag nur krasser Außenseiter. Nach zwölf Spieltagen führen die Oberbayern die Tabelle der Landesliga B mit 29 Punkten und erst zwei Niederlagen (jeweils in der Verlängerung) souverän an. Aber wer weiß? Außenseiter waren die Dragons ja auch schon im Hinspiel vor wenigen Wochen …

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