Bockboanig [ˈbɔkbaɪ̯nɪç]: Null Bock mehr auf Fußball?
Bockboanig [ˈbɔkbaɪ̯nɪç]: Null Bock mehr auf Fußball?
Man ist so genervt von diesem Duo und dem ganzen Gelaber drumherum, dass man glatt das Wichtigste vergisst – dass es sich um die schönste Nebensache der Welt handelt. Auch das Auftaktspiel unserer Nationalmannschaft hat doch im Kern Spaß gemacht, nicht zuletzt, weil unser Kümmersbrucker Nathaniel Brown nicht nur eingenetzt, sondern auch ein Top-Spiel abgeliefert hat. Und junge, bestens ausgebildete Burschen haben wir doch zuhauf, dazu einige erfahrene Haudegen, die ebenfalls noch bestens im Saft stehen. Eigentlich wäre alles angerichtet für ein richtig schönes Fußballfest. Wenn wir halt nicht so typisch deutsch wären.
Für mich gilt: „Fußball ist wie Schach, bloß ohne Würfel“
Der Clou – der deutsche Sportreporter
Ein ganzes Spiel kommentieren? Es sei vorangestellt – wahrscheinlich könnte ich es auch nicht besser. Aber muss es denn so typisch deutsch sein? Während Südamerikaner mit einem Gooooooooooooool die halbe Sprecherkabine auseinandernehmen, erhält der deutsche Zuschauer lediglich die knappe Info, dass das Tor jetzt zwar nicht ganz so schlecht gemacht wurde, aber es hätte ja leicht nicht klappen können. Außerdem gab es da fünf Minuten vorher eine strittige Szene, das trübt selbstverständlich die Freude über diesen Treffer.
Was, schon Schlusspfiff? Wir geben gleich nach unten zu unseren Experten …
Burschen, überzeugt mich!
Es ist doch echt eine sympathische Bubi-Truppe, da kann man eigentlich mitfiebern, doch wieder steht uns unsere Gartenzwergigkeit im Wege. Dauerndes Nöhlen über die Aufstellung, die (Nicht)berücksichtigung des einen oder anderen Spielers, die Unterkunft, die Hitze, den Platz und selbstverständlich ein Klassiker deutscher Befindlichkeit – wer singt denn da die Hymne nicht mit?
Solchen Frohsinn mit Stock im Gesäß gibt es bei uns sonst nur im Fasching bzw. Karneval.
Achtung Spoiler!
Frankreich. Unser Nachbarland wird Weltmeister. Damit ist es raus und wir halten es mit Peter Lustig: „Abschalten, es kommt nichts mehr“.
Ansonsten gilt für unsere Jungs und mich Andy Möllers Klassiker: „Vom Feeling her habe ich ein gutes Gefühl“ …




