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SpVgg SV Weiden vor der Restsaison unter Druck: Coach Riester glaubt an sein Team

Weiden. Am Samstag wird es ernst: Um 14 Uhr startet die SpVgg SV Weiden beim Tabellenführer in die restliche Saison der Bayernliga Nord. Mit nur 21 Punkten aus 18 Spielen liegt die Riester-Truppe derzeit auf einem Relegationsplatz, hält aber noch engen Kontakt mit den vor ihnen platzierten Teams.

SpVgg SV Weiden vor der Restsaison unter Druck: Coach Riester glaubt an sein Team

Chefcoach Michael Riester steht mit seinem Team vor einer schweren Rest-Runde. Foto: Archiv Dagmar Nachtigall

Die große Schwäche der SpVgg SV Weiden in dieser Saison ist ihre Heimbilanz. Nur ein gewonnenes Spiel, dafür zwei Niederlagen und – das ist die Krux – sechs Unentschieden hat man auf eigenem Gelände gesammelt. In der Auswärtstabelle dagegen rangiert die SpVgg SV mit zwölf Zählern (je drei Siege, Remis und Niederlagen) auf Platz 4. Vielleicht liegt ja gerade da die Chance am Samstag, wenn es zum Spitzenreiter ASV Neumarkt geht?

„Alles in eigener Hand“

Auch die Vorbereitung lief nicht gerade nach Wunsch bei den Blau-Schwarzen. Einem Sieg gegen den Bezirksligisten SV Mitterteich (3:0) stehen vier teils deutliche Niederlagen gegenüber. Am positivsten ist das 0:1 vom vergangenen Samstag gegen die zweite Mannschaft von Viktoria Pilsen (3. tschechische Liga) einzustufen. Sowohl Trainer Michael Riester als auch Sportdirektor Rüdiger Hügel waren mit der Leistung der Mannschaft vollauf zufrieden. Im Interview erklärt Coach Riester, wie er die Aussichten auf die Rest-Saison einschätzt und wie er mit seinem Team aus der Abstiegszone herauskommen will.

Herr Riester, muss man sich Sorgen machen um die SoVgg SV nach der durchwachsenen Vorbereitung?

Michael Riester: Wenn man den aktuellen Tabellenstand sieht, könnte man das meinen, auch was die Ergebnisse der Testspiele hergeben. Gleichwohl muss man die Situation richtig einschätzen. Wir haben über 23 Spieler in der Vorbereitung getestet, immer unterschiedliche Mannschaften aufs Feld geschickt, um wirklich jedem Einzelnen noch einmal die Möglichkeit zu geben, sich anzubieten. Wir haben in der Restrunde noch 14 Spiele zu gehen, haben alles in eigener Hand und entscheiden selbst über den Ausgang.

Wie sieht es personell aus am Samstag? Alles an Bord?

Riester: Da hatten wir schon in der Hinrunde unsere Probleme – hauptsächlich auf den zentralen Positionen. Diese Probleme sind natürlich durch die Winterabgänge Daniel Krlicka (zurück nach Sokolov, die Red.) und Michael Lummer (siebenwöchiger Auslandsaufenthalt) nicht kleiner geworden. Aber dafür ist ein Trainer da, um Lösungen zu finden. Ich kann versichern: Wir werden eine eingeschworene Truppe haben, die alles dafür tun wird für den Klassenerhalt, wenn es am Samstag losgeht.

Grammer Solar
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Konkret laboriert Adrian Hoti noch an einer Rückenverletzung. Da müssen wir abwarten, was die Woche ergibt. Stefan Pühler ist im Aufgebot, aber nach zehnmonatiger Pause und nur sieben Testspielminuten am Wochenende ist er zunächst neben dem Platz für die Mannschaft wichtig. Das wird er bald hoffentlich auch wieder auf dem Platz sein. Im Aufgebot stehen auch die beiden U 19-Akteure Paul Fenzl und Paul Reitzig. Sie haben sich in der Vorbereitung hervorgetan und es verdient, im erweiterten Kreis der ersten Mannschaft zu sein.

Zum Auftakt geht’s gleich zum Spitzenreiter nach Neumarkt. Die Aufgabe könnte nicht schwerer sein, oder ist gerade das ein Vorteil, dass hier kaum jemand mit einem Sieg der SpVgg SV rechnet?

Riester: Gleich gegen den Tabellenführer zu starten, ist natürlich ein Brett. Aber wir haben gegen Neumarkt immer gut ausgesehen. Daher gehen wir sehr selbstbewusst an die Sache heran. Eine Binsenweisheit besagt, dass man bei solchen Gegnern nichts zu verlieren hat. Aber in unserer Situation können wir sehr viel gewinnen. Genau diese Einstellung wünsche ich mir von meinen Spielern: die Gier und Freude aufs Gewinnen und nicht die Angst vor dem Verlieren.

Wie geht man als Trainer mit der aufkommenden Unruhe im Verein um? Waren die jüngsten Aussagen von Sportdirektor Rüdiger Hügel hilfreich?

Riester: Natürlich habe ich die Aussagen von Herrn Hügel zur Kenntnis genommen. Unruhe sehe ich dadurch nicht. Unterschiedliche Meinungen sind im Sport nichts Ungewöhnliches. Entscheidend ist, dass wir alle im Verein gemeinsam an einem Strang ziehen und Vertrauen in die Mannschaft und in uns selbst haben.

Was muss in erster Linie besser werden im Spiel, um da hinten rauszukommen?

Riester: Es geht in erster Linie um die Qualität in den jeweiligen Drucksituationen. Du kannst alles spielnah trainieren und jeden Spieler optimal vorbereiten, aber nicht alle Individualitäten eines Spiels vorhersehen. Wir brauchen jetzt die Konstanz in den Spielen. Dafür sind auch Führungsqualitäten in der Mannschaft gefragt, die in diesen Drucksituationen ihren Mann stehen. Das wird entscheidend sein.

Jetzt ist auch Zusammenhalt gefragt bei den Kickern der SpVgg SV Weiden. Foto: Archiv Dagmar Nachtigall