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HPZ-Sportler triumphieren Irchenrieth feiert 13 Gold, sieben Silber

Irchenrieth/Saarbrücken. HPZ-Sportler glänzen bei den Special Olympics im Saarland: 13 Gold- und sieben Silbermedaillen, Leichtathleten vorneweg. Fußball-Teams jubeln über zweimal Edelmetall nach sechs Tagen mit 4000 Athleten.

Irchenrieth/Saarbrücken. HPZ-Sportler glänzen bei den Special Olympics im Saarland: 13 Gold- und sieben Silbermedaillen, Leichtathleten vorneweg. Fußball-Teams jubeln über zweimal Edelmetall nach sechs Tagen mit 4000 Athleten.
Strahlende Gesichter bei strahlendem Wetter: Die Unified-Fußballerinnen des RehaSport-Vereines des HPZ Irchenrieth bejubeln ihre Goldmedaille (von links): Stefanie Tröger, Hanna Hille, Melissa Knorr, Annemarie Beierl, Michaela Knorr, Marie Hille, Natascha Bäumler, Amanda Zumwalt und Stefanie Paulus. Foto: RehaSport-Verein

HPZ-Sportler triumphieren Irchenrieth feiert 13 Gold, sieben Silber

HPZ-Sportler trumpfen bei den Special Olympics auf. Strahlende Bilanz nach den Deutschen Meisterschaften: 13 Gold- und sieben Silbermedaillen im Saarland geholt – Leichtathleten ragen heraus – zweimal Edelmetall auch für die Fußballer.

Special Olympics im Saarland: HPZ Irchenrieth glänzt

Sechs Tage, 4000 Athleten, 27 Disziplinen – und die Sportler sowie deren Betreuer des RehaSport-Vereins des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) Irchenrieth mittendrin und zudem äußerst erfolgreich: Das ist kurz zusammengefasst die Bilanz der nationalen Spiele der Special Olympics im Saarland Mitte Juni, aus denen die Nordoberpfälzer insgesamt 13 Gold- und sieben Silbermedaillen mitbrachten. „Unsere 54 Athleten waren damit ungemein erfolgreich. Allein schon in der Leichtathletik haben wir vier Goldene und drei Silberne mehr gewonnen als im Vergleich zu den letzten nationalen Wettkämpfen in Berlin im Jahr 2022“, freut sich HPZ-Delegationsleiter und Förderstätten-Chef Thomas Fritsch.

Es war für die HPZ-Teilnehmer somit nicht nur von den Resultaten her eine hochemotionale Woche, sondern auch das gesamte Drumherum des größten inklusiven Sportevents in Deutschland begeisterte. Angefangen von der stimmungsvollen Eröffnung im Saarbrücker Ludwigsparkstadion, die von Daniela Ulbing, Lilly Maieron (Tänzerin und Inklusionsbotschafterin) und Mark Solomeyer (Badminton-Gold bei den World Games 2007) moderiert wurde.

Inklusive Wettbewerbe und großem Rahmenprogramm

In diesem Jahr nahmen Athleten aus allen 16 Landesverbänden teil. Die Delegationen zogen in einer feierlichen Zeremonie ins Stadion ein. Dazu kamen zwölf internationale Delegationen, etwa aus Frankreich, Italien und Ungarn. Live-Musik gab es von der Saarbrücker Band „Dynamic Lounge“. Der Höhepunkt der Eröffnungsfeier war das Entzünden der Special-Olympics-Flamme.

Die letzte Etappe der „Flamme der Hoffnung“ bestritten dabei Hanna Hohe und Jesse Veit. Sie ist die Athletin, er der Unified-Partner – gemeinsam Teil eines inklusiven Basketball-Teams bei den Wettbewerben im Saarland. Bei den nationalen Spielen nahmen die meisten Athleten in diesem Jahr an der Leichtathletik und am Schwimmen teil.

Sportarten, Teams und Gesundheit

Ebenfalls Teil der Special Olympics waren Boccia, Bowling und der Kraftdreikampf (eine Form des Gewichthebens aus Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben). In den Teamsportarten gab es wie immer eine Besonderheit: Hier traten inklusive Mannschaften gegeneinander an. Diese bestehen zur Hälfte aus Special-Olympics-Athleten mit und zur anderen Hälfte aus Partnern ohne Beeinträchtigung.

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Nicht zu vergessen war das äußerst umfangreiche Drumherum, bei dem unter anderem das Programm „Healthy Athletes® – Gesunde Athlet*innen“ präsentiert wurde. Dabei handelt es sich um ein umfassendes Gesundheitsprojekt von Special Olympics Deutschland, das kostenlose Kontrolluntersuchungen, Beratung und Aufklärung in barrierefreien, stressfreien Umgebungen für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung anbietet.

Die Leichtathleten, hier die mit Gold geschmückte 50-Meter-Staffel, ragten im Saarland heraus (von links): Andreas Müllner, Susi Pichl, Martina Rokosch und Anna-Maria Arnold. Foto: RehaSport-Verein

Starke HPZ-Delegation und WBFA

Die HPZ-Delegation bestand aus 31 Sportlern, neun Unified-Partnern und zwölf Trainern (davon zwei Coaches mit Einschränkungen). Sie teilten sich auf die Sportarten Boccia (2 Athleten), Frauenfußball (9), Männerfußball (12), Schwimmen (1), Leichtathletik (13) und das wettbewerbsfreie Angebot (4) auf. Letzterer Wettbewerb, der WBFA, ist speziell für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ausgelegt, die bisher nicht an regulären Wettkämpfen teilnehmen können, sowie für alle Interessierten.

Hier galt es, verschiedene Stationen wie Riesenmikado, Kegelparcours, Dribbling oder Sinneserfahrungen zu bewältigen. „Es soll dabei kein Leistungsdruck aufgebaut werden. Der Fokus liegt rein auf dem Spaß an der Bewegung und dem eigenen Körpergefühl“, weiß Fritsch. Und das Tolle dabei: Am Ende erhalten alle Teilnehmer bei einer Siegerehrung eine Teilnehmerschleife oder eine Medaille.

Unterkunft und herzlicher Empfang

Das HPZ war mit sieben Bussen, einem Caddy und einem Auto angereist. Untergebracht waren die Delegation, ihre Unified-Partner sowie ihre Betreuer in der Gemeinde Großrosseln in der Rosseltal-Halle, einer Veranstaltungshalle. „Die Gemeinde hat uns phänomenal aufgenommen, die Schlafplätze waren mit Feldbetten vom Deutschen Roten Kreuz vorbereitet, Public Viewing der Fußball-WM war möglich“, blickt Fritsch dankend zurück.

Zudem gab es dort zum Beispiel am Sonntag einen Empfang durch die Feuerwehr mit Grillen, ein weiteres buntes Rahmenprogramm und jeden Morgen ab 6.30 Uhr das Frühstück durch die Helfer. „Für uns war die herzliche Aufnahme der Großrosselner ein echter Höhepunkt der Spiele. Die Menschen aus der Gemeinde, die vom nicht mehr vorhandenen Bergbau geprägt gewesen war, waren freundlich, hilfsbereit und ungemein gesellig“, lobt der HPZ-Delegationsleiter deren außergewöhnliches Engagement.

Positives Fazit – Kritik an Fußball-Organisation

Apropos Fazit: Hier zieht Fritsch – bis auf ein paar wenige Ausnahmen – ein durchweg positives Fazit: Für den RehaSport-Verein und das HPZ seien die Spiele im Saarland die bislang schönsten gewesen, was Aufnahme, Unterkunft und Wertschätzung betreffe. Die Saarländer hätten das als Bundesland hervorragend gemacht. Sportlich sei die Leistung der HPZ-Athleten ebenfalls „Deutsche-Meisterschaft-like“ gewesen. Alle Athleten und Unified-Partner hätten sehr konzentrierte Wettkämpfe abgeliefert. „Und vor allem die Leichtathleten haben geliefert“, jubelt Fritsch noch heute.

Aber – kein Licht ohne Schatten: Für ihn als Fußball-Coach sei die Organisation der Fußballturniere ein großes Manko gewesen. Das habe zum Schluss nicht mehr der Ausschreibung entsprochen. So habe die Organisation etwa die Spiele wegen der großen Hitze von zweimal 20 auf zweimal zehn Minuten gekürzt, garniert mit einer Trinkpause nach jeweils fünf Minuten: „Das hatte mit Fußball und Spielfluss dann nichts mehr zu tun“, resümiert Fritsch.

Das Boccia-Team mit Sonja Krause, Johannes Brandl und Betreuer Niklas Woldrich freute sich über sein hervorragendes Abschneiden. Foto: RehaSport-Verein

Als weiteres Beispiel nennt er die Klassifikation, bei der herausgefunden wird, wie stark die jeweiligen Teams sind, die dann – ähnlich wie bei den Paralympics – in sogenannte Leistungsklassen eingeteilt werden. Letztlich sei bei den Fußballfrauen und -herren durch die verkürzte Matchdauer und aufgrund kurzfristig dazugekommener Spielplanänderungen mit dem Hinzufügen weiterer Partien seiner Meinung nach in keiner Weise mehr der Fokus auf dem Sport gelegen. Vielmehr sei die vermeintliche Gefahr durch die Hitze in den Mittelpunkt gerückt worden. „Es waren immerhin deutsche Meisterschaften und die Teams waren präpariert und trainiert. Wir fahren beispielsweise 450 Kilometer, um dann in zweimal zehn Minuten um Medaillen zu spielen – das ist unverständlich und hat nicht so wirklich gepasst“, so Fritsch abschließend.

Medaillengewinner des HPZ-RehaSport-Vereins

Leichtathletik: Anna-Maria Arnold (zweimal Gold in der 4×50-Meter-Pendelstaffel und im 50-Meter-Lauf), Andrea Biehler (Silber im 200-g-Ballwurf und 4. Platz im 50-Meter-Lauf), Stephanie Berr (Gold im 50-Meter-Lauf), Susanne Pichl (Gold in der 4×50-Meter-Pendelstaffel, Silber im 200-g-Ballwurf und 6. Platz im 50-Meter-Lauf), Martina Hasenfürter (Gold im 200-g-Ballwurf), Martina Rokosch (zweimal Gold in der 4×50-Meter-Pendelstaffel und im 200-g-Ballwurf, 6. Platz im 50-Meter-Lauf), Andreas Müllner (zweimal Gold in der 4×50-Meter-Pendelstaffel und im 50-Meter-Lauf, Silber im 200-g-Ballwurf), Markus Schottenheim (5. Platz in der 4×100-Meter-Staffel, 7. Platz über 100 Meter und 6. Platz im Kugelstoßen), Maria König (zweimal Gold über 100 Meter und im 200-g-Ballwurf und 5. Platz in der 4×100-Meter-Staffel), Patricia Saller (zweimal Gold über 100 Meter und im Kugelstoßen, 5. Platz in der 4×100-Meter-Staffel), Ingrid Frey (zweimal Silber über 100 Meter und im Kugelstoßen), Martin Rothbauer (jeweils 5. Platz in der 4×100-Meter-Staffel und im 200-g-Ballwurf, 6. Platz über 100 Meter), Christian Hübner (Silber über 100 Meter und 6. Platz im Kugelstoßen).

Boccia: Johannes Brandl (Gold), Sonja Krause (5. Platz).

Schwimmen: Michael Neugebauer (5. Platz über 25 Meter und 8. Platz über 50 Meter nach Disqualifikation wegen Nichtanschlagens).

Fußball: Unified Frauen (Gold), Unified Männer (Silber).

So sehen Sieger aus: Susi Pichl ist die Freude im wahrsten Sinne des Wortes anzusehen. Foto: RehaSport Verein
Die Sportler des RehaSport-Vereins sind von der Eröffnungsfeier im Saarbrückener Ludwigsparkstadion begeistert. Foto: RehaSport-Verein
Stimmungsvoll und den Special Olympics würdig – die offizielle Eröffnung der nationalen Spiele bot ein erstklassiges Programm. Foto: RehaSport-Verein
Auch wenn es zu einem Platz auf dem Treppchen nicht ganz gereicht hat: Die 100-Meter-Staffel mit Patricia Saller, Martin Rothbauer, Maria König und Markus Schottenheim (v. l.) ist dennoch über ihr Abschneiden mehr als zufrieden. Foto: RehaSport-Verein
Durchgesetzt: Die Unified Männer, hier am Ball Kevin Kaiser, nehmen die Silbermedaille mit nach Hause. Foto: RehaSport-Verein
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